Test
8
28.07.2020

IMG Stageline DELTA-160 Test

16-Kanal-Audio Digitalmischpult

Der perfekte Einstieg?

Wenn ich eines im Umgang mit digitalen Mischpulten gelernt habe, dann das: Das beste Pult ist immer das, das du sicher bedienen kannst. Beim IMG Stageline DELTA-160 ist mir auf dem ersten Blick klar, hier wird es keine großen Verständigungsprobleme geben. Aber der Reihe nach. Ich verrate euch meinen Eindruck und erkläre Stärken und Schwächen des Digitalmixers im nachfolgenden Artikel.

Details

Werfen wir zunächst einen Blick in den Karton. Neben dem Mischpult befinden sich noch eine Gebrauchsanweisung und ein externes Netzteil im Lieferumfang. Der Mixer selbst ist sehr kompakt und verfügt über ein dunkelgrau lackiertes Stahlgehäuse, an dessen Seiten das IMG-Logo prangt. Der DELTA-160 ist keine 34 Zentimeter breit und passt somit problemlos in ein 19-Zoll-Standard-Rack. Passende Rackwinkel gibt es optional für den sehr moderaten Preis von 11,90 Euro (Artikelnummer 489663) zu erstehen. Da verlangen die Mitbewerber teilweise ganz andere Preise. Die Bedienelemente des Mixers sind klar gegliedert.

Alle Audio-Ein- und Ausgänge sind auf der Rückseite des Mixers angesiedelt, während sich alle Bedienelemente auf der Oberseite befinden. Das externe Netzteil verfügt über eine Zugentlastung. Der Mixer selbst wird über den Power-Taster auf der Oberseite aktiviert, allerdings nimmt sich der Kandidat Zeit für seinen Dienstantritt. Ungefähr 50 Sekunden vergehen, bis der DELTA-160 betriebsbereit ist. Das dürfte gerne schneller gehen.

Entschädigung gibt es in Form des 7-Zoll-Farb-Touchscreens, der außergewöhnlich scharf und detailliert zur Sache geht. Zwar bietet der Screen keinen Multitouch, dafür reagiert er auf die wichtigsten Touch-Gesten wie swiping (links/rechts wischen), um beispielsweise die Kanäle in Achterblöcken anzusteuern.

Rechts neben dem Display befinden sich der Power-Taster, ein Poti für den Kopfhörerausgang und gleich zwei USB-Ports, von denen einer bereits besetzt ist. Dort steckt ein WiFi-Dongle (im Lieferumfang), der eine unkomplizierte Verbindung mit einem iPad samt passender App erlauben soll. Dazu später mehr im Praxisteil.

Spontanen Applaus möchte ich für die dedizierten „Copy & Paste“-Taster spenden. Mit Hilfe dieser Taster lässt sich der Workflow enorm beschleunigen. Ich muss das direkt ausprobieren und editiere den Kanal-EQ im Channel 1, drücke die Copy-Taste und portiere die EQ-Einstellung mit der Paste-Taste in vier weitere Kanäle. Super, um Gesangs- oder Tom-Kanälen eine schnelle Grundanpassung zu verpassen.

Ebenfalls klasse: der Play/Pause-Button. Dieser startet auf Wunsch einen Track eines USB-Sticks, ohne dass man zwingend das Menu des USB-Media-Players/Recorders aufrufen muss. Man lädt einfach das Konzert-Intro, drückt besagten Taster und kann sich von Anfang an auf das Konzert konzentrieren.

Unterhalb dieser Taster notiere ich einen größeren Encoder zur Parametereingabe. Dieser funktioniert im Grunde wie die „Touch & Turn“-Funktion, wie man sie von Yamaha-Digitalmixern gewohnt ist. Man wählt einen Parameter (z. B. EQ Gain) über den Touchscreen und stellt diesen über den Encoder ein. Für Feineinstellungen drückt man auf den Encoder und dreht gleichzeitig.

Unterhalb des Displays und des Encoders sind die neun Motorfader angeordnet. Jeder Fader wird von einem beleuchteten Taster-Trio (Mute, Solo, Select) und einer achtstelligen Meter-Anzeige begleitet. Der Masterfader verfügt über eine orange Fader-Kappe und wird von vier weiteren Tastern flankiert, die der Layer-Anwahl dienen. Input Layer 1 & 2, die Busse 1 – 8 und die Output Sends lassen sich über die Taster anvisieren.

Die Rückseite des Delta-160

Aufgeräumt, aber nicht spartanisch geht es hier zu. Die Ein- und Ausgänge sind klar strukturiert. Die Eingänge 1 – 12 sind mit Combobuchsen ausgestattet und akzeptieren somit sowohl Line- als auch Mikrofonsignale. Es folgend die Stereokanäle 13/14 und 15/16, für die jeweils zwei Klinkenbuchsen bereitstehen. Das DELTA-160 Pult verfügt über acht Busse, die zum Ausspielen der Summe oder für Monitorwege dienen. Für diesen Task stehen acht XLR-Armaturen zur Verfügung. Wer eine PA oder Speaker-Controller mit AES/EBU-Eingang besitzt, der kann den Mixer auch über dessen AES/EBU-Schnittstelle digital einbinden. Sehr schön, digitale Ein- und Ausgänge sind in dieser Preisklasse eine absolute Ausnahme.

Aber da geht noch mehr, denn zusätzlich zum AES/EBU-Ausgang ist der DELTA-160 noch mit einer S/DIF-Digitalschnittstelle (In & Out) ausgestattet! Die Ausstattung wird komplettiert von einem Stereo-Monitorausgang und einer Klinkenbuchse für einen Kopfhörer.

Delta-160 Remote-App

Wer den Mixer auf die Bühne stellt, um sich das Verlegen eines analogen Multicores zu sparen, der kann mit Hilfe der „DELTA-160“-App (Monacor International) und einem iPad den Mixer fernsteuern. Die kostenlose App ist schnell installiert.

Um sich drahtlos verbinden zu können, bedarf es einer Aktivierung der WiFi-Einheit im Setup-Menü des Mixers. Der User hat die Wahl, sich in ein bestehendes Netzwerk einzuwählen oder dank des mitgelieferten WiFi-Dongles einen Access Point (Hotspot) zu aktivieren. Ich nutze die zweite Option. Einmal aktiviert, erscheint der WiFi-Dongle in der W-LAN-Auswahl des iPads und kann angewählt werden. Anschließend öffnet man die App und drückt den „Scan“-Button. In der „Select Mixer“-Auswahl erscheint unser Testmixer mit dem Eintrag „Console“, was wir mit „Connect“ bestätigen.    

Die Verbindung steht und das iPad reagiert zügig auf meine Eingaben. Die App ist im Grunde wie der Mixer aufgebaut, was die Bedienung enorm erleichtert. Damit ist das iPad eine intuitive, gute Mischpult-Erweiterung oder Fernsteuerung. Je nachdem, wie man das Tablet einsetzt.Vom Funktionsumfang gibt es kaum Einschränkungen. Die Szenensteuerung oder der Media Player lassen sich durch die App verwalten. Durch Buttons für den direkten Zugriff auf die Preamps, EQs, Dynamics sind die Kanaleinstellungen ebenfalls schnell zu editieren. Allerdings reicht es nicht den virtuellen Kanalfader anzutippen, um einen Kanal zu selektieren. Vielmehr tippt man einfach in einen freien Bereich des Fader-Wegs und der Kanal wird grau markiert. Erst dann hat man den Zugriff auf den Preamp, EQ und die Dynamics. Die App verfügt im Übrigen über einen Demo-Modus. Ideal für ein Selbststudium des Mixers ohne Hardware. 

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare