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Test
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20.08.2018

Heavyocity Forzo Modern Brass Test

Kontakt-Library

May the Forzo be with you!

Heavyocity Forzo Modern Bass – die Kontakt-Library im Bonedo-Test: Mit den Novo Modern Strings hat uns die Sample-Schmiede Heavyocity bereits überzeugen können, dass heutige Orchester-Libraries zu umfangreichen Layerings in der Lage sind.

Nach den Streichern liefert der Hersteller nun Bläser nach, ebenfalls mit kombinierbaren Mikrofonpositionen und der bewährten Macro Engine, mit der sich die Klänge nicht nur umfangreich und detailreich schichten lassen, sondern mit einem ausgeklügelten Modulationsfeature namens „Macro Sequencer“ sehr authentisch und abwechslungsreich modulieren lassen. Ob die Bläser ebenso überzeugen können wie die Strings, haben wir mit diesem Test herausgefunden.

Details

Traditional Instruments

Die Library verfügt über zwei Kategorien: „Traditional“ und „Evolved“. Unter Traditional findet man die üblichen Verdächtigen Horns, Horns Stopped, Trumpets, Tenor Trombones, Bass, Tubas und ein Full Ensemble. Per Keyswitch lässt sich on the fly die Artikulation wechseln. Die Instrumente enthalten mitunter vertraute „Core“-Artikulationen wie Staccato, Portato, Sustain, Sforzato, ppp Sustain, Crescendo und Swell. Je nach Instrument variieren die Artikulationen natürlich. Hinzu kommen eher ausgefallenere „Extended“- und „Atonal FX“-Artikulationen, unter denen sich beispielsweise Clusters und Random Flutters befinden.

Mikrofonpositionen und Tools

Die Instrumente der Traditional-Kategorie verfügen über einen Mixer, mit dem sich die Mikrofonpositionen mischen lassen. Neben Close, Room und Hall gibt es noch einen Full-Regler, um alle drei Positionen gleichzeitig zu regulieren. Die Mikros lassen sich stumm und Solo schalten, im Panorama regeln und sogar aus dem RAM entfernen, falls sie nicht benötigt werden. Die drei Kanäle können unterschiedlichen Outputs zugewiesen werden, etwa um sie auf separate DAW-Kanäle zu leiten. Darüber hinaus stehen den Traditional Instruments acht Effekte und Tools zur Klangbearbeitung bereit: Enveloper, EQ, Filter, Velocity, Dynamics, Gate, Reverb und Arpeggiator. Die Dynamik der traditionellen Instrumente lässt sich mit einem großzügig angebrachten Regler steuern, welcher sich via MIDI CC auf einen Hardware-Regler mappen lässt.

Evolved Instruments – Brass Designer

Richtig spannend wird es mit den Evolved-Instrumenten, bei denen zwischen dem Brass Designer und dem Loop Designer ausgewählt werden kann. Im Brass Designer befinden sich drei Kanäle, in die sich jeweils ein Sample laden lässt. Im dazugehörigen Kategorie-Browser sind die Samples sortiert nach Section/Type (Horns, Trumpets, Tuba etc.) sowie Mikrofonposition und Artikulation/Loop. Bei den Evolved Instruments sind die Artikulationen also nicht live per Keyswitch auswählbar. Jeder der drei Sample-Kanäle kann, neben typischen Mixer-Parametern, zusätzlich noch transponiert werden.

In der Mitte des Brass Designers prangt der goldene Macro-Control-Regler, welcher die Parameter der sechs Tools, die es auch bei den traditionellen Instrumenten gibt, gleichzeitig steuern kann. Er lässt sich manuell regeln (beispielsweise per Mod Wheel), kann aber auch per praktischem Macro-Sequenzer automatisch moduliert werden. Letzterer ist ein patternbasierter Step-Sequenzer, mit dem sich Modulationspattern programmieren lassen, um die Parameter der weiteren Tools und Effekte zu steuern – dazu später mehr.

Hinzu kommen drei weitere Sektionen: In den „Options“ sind Sample-Parameter wie Pitch-Bend- und Velocity-Range, Sustain-Pedal-Verhalten und Macro-Regler-Dynamik einstellbar. Auch Splittings auf der Tastatur lassen sich hier sehr übersichtlich vornehmen und die globalen Parameter Mono- bzw. Polyphonie inklusive Glide einstellen. In einer weiteren Sektion namens „Cycle“ lassen sich pro Sample jeweils acht rhythmische Patterns mittels Step-Sequenzer erstellen, um Arpeggios und Sequenzen zu programmieren. Eine Master-Sektion liefert nochmals sieben Effekte, um die Summe zu bearbeiten. 

Evolved Instruments – Brass Loop Designer

Während sich die Instrumente des Brass Designers chromatisch spielen lassen und aus einzelnen Tönen bestehen, handelt es sich beim Loop Designer – wie der Name es verrät – um ganze Loops, in denen vorgefertigte Figuren abgefeuert werden. Die Tonlagen dieser Loops werden per Keyswitch ausgewählt. Auch dem Loop Designer stehen drei Channels zur Klangschichtung bereit. Das Interface ist identisch mit dem des Brass Designers und auch die Features sind dieselben. Einziger Unterschied: Anstelle des „Cycles“ befindet sich hier ein „Designer“, mit dem sich die Loops noch mit weiteren Parametern bearbeiten lassen, beispielsweise Sample-Start. Wenn man sich erst einmal einen Überblick über die vielen Parameter verschafft hat, ist Forzo recht überschaubar gehalten. Im Praxisteil schauen wir uns an, was sich damit anstellen lässt.

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