Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
1
20.08.2018

Harley Benton Fusion-HSH Roasted Maple Test

E-Gitarre

Fusion-Preiswunder

Die Harley Benton Fusion-HSH Roasted Maple ist eine E-Gitarre aus der Fusion-Reihe, mit der die Thomann-Hausmarke ganz deutlich auf die Virtuosen-Community zielt. Mit ihr präsentiert sich ein Produkt, das sowohl optisch als auch bezüglich seiner Features starke Anleihen an Suhr, Ibanez AZ oder Guthrie Govans Charvel-Modelle macht. Wer die Player dieses Gitarrentypus jedoch kennt, der weiß, dass sich solche Instrumente nicht nur zum Shredden eignen.

Sie sind idealen Arbeitspferde, die als moderne Strat eine breite stilistische Vielfalt abdecken können. Das Testexemplar erlaubt durch die Fertigung in Fernost einen erstaunlich niedrigen Thekenpreis, und das, obwohl ein gerösteter Ahornhals, Edelstahlbünde und ein sehr ansprechendes Design das Auge erfreuen. Ob sich die Fusion den hohen Ansprüchen der Originale annähern kann, wird in den folgenden Zeilen zu lesen sein.

Details

Korpus

Die Fusion zeigt mit ihrem rötlichen Mahagonikorpus und dem aufgeleimten "Ultra Flame" Deckenfurnier aus Riegelahorn optisch erstaunliche Reminiszenzen an das Guthrie Govan Modell. Der stratförmige Korpus schmiegt sich durch sein Shaping sehr elegant an den Spielerkörper an und das cremefarbene Naturholzbinding verleiht ihm ein besonders exquisites Flair. Die Pickups sind direkt in den Korpus montiert und die Elektrik befindet sich an der üblichen Position unterhalb von Steg-Humbucker und Tremolo.

Bei Letzterem handelt es sich um ein Wilkinson 50IIK Zweipunkt-Tremolo, das schwebend aufgehängt ist. Der Tremoloarm wird gesteckt und kann durch eine kleine Inbusschraube in seiner Festigkeit eingestellt werden. Die Klinkenbuchse ist am unteren Zargenende positioniert, während die Gurtpins an den gewohnten Stellen der Zargen zu finden sind. Die Rückseite beheimatet die beiden schwarzen Kunststoffabdeckungen, die zur Elektrik und zu den drei Tremolofedern führen.

Hals

Der Hals der Fusion ist vierfach geschraubt und besteht aus thermobehandeltem (roasted) kanadischen Riegelahorn mitsamt aufgeleimtem Ahorngriffbrett in gleicher Machart. Bei diesem Verfahren wird das Holz besonders stark erhitzt, was den Hals hinsichtlich akustischer und qualitativer Eigenschaften optimiert.

Das Halsprofil ist ein Modern-C und liegt extrem bequem und sportlich in der Hand, zumal das Finish ein unbehandeltes Gefühl vermittelt. Betrachtet man den Preis der Gitarre, darf man über diese Eigenschaften mehr als nur erstaunt sein.

Die Sattelbreite beträgt 42 mm, der Griffbrettradius 305 mm und die Mensur 648 mm.

Die 24 Edelstahlbünde werden durch Clay Dot Griffbretteinlagen an den üblichen Stellen markiert. Die Bünde des Testmodells sind perfekt abgerichtet, poliert und ohne scharfe Kanten. Der Halsstab kann mithilfe eines im Lieferumfang enthaltenen Metallstiftes auf Höhe des Hals-Korpusübergangs eingestellt werden.

Auf dem gematchten Headstock versammeln sich in Reih und Glied die sechs chromfarbenen Stimmmechaniken, die in Form von Locking-Tunern eine hohe Stimmstabilität gewährleisten. Von dort laufen die Saiten durch einen chromfarbenen Saiten-Niederhalter über einen Nu-Bone-Sattel, der beim Testexemplar leider etwas schlampig gefeilt war, sodass leichte Grate überstehen, die es wegzuschmirgeln galt.

Elektrik

Ganz im Stile der Rock/Fusion-Gitarrenvirtuosen weist die Harley Benton eine HSH-Bestückung auf, die per Fünfwegschalter organisiert wird. Ein zusätzlicher Zweifachschalter erlaubt das Splitten der Humbucker, sodass der Fusion insgesamt neun Sounds entlockt werden können. Steht der Schalter in der oberen Position, ist stets der Humbucker aktiviert - auch in den Zwischenpositionen. Kippt man den Schalter nach unten, so ergeben sich in Position 1, 2, 4 und 5 Singlecoil-Varianten.

Die schwarzen Tonabnehmer stammen aus dem Hause Roswell und sind mit Alnico-5-Magneten bestückt. Für die Humbucker kam das HAF-Modell an Steg und Hals zum Einsatz, während ein S74-C Singlecoil in der Mittelposition zu finden ist. Beide Modelle haben einen eher mäßigen Output und rangieren auch als "Vintage Classic"-Modell unter den Roswell-Humbuckern, während der Singlecoil eher einem 70er Jahre Stratsound nachempfunden ist. Volume- und Mastertone-Regler erlauben Eingriffe in den Sound.

Zum Lieferumfang gehören der steckbare Tremoloarm, die Inbusschlüssel und der Stift zum Einstellen des Halsstabes.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

Solar Guitars A1.6ETC Test

Solar Guitars A1.6ETC nennt sich die E-Gitarre des schwedischen Metal-Gitarristen Ola Englund, die mit einer Evertune-Bridge für Stimmstabilität sorgen will.

PRS SE Floyd Custom 24 Test

Die PRS SE Floyd Custom 24 trägt viele typische Eigenschaften der Marke und präsentiert sich als amtliches Rockbrett für ambitionierte Griffbrettakrobaten.

Knaggs Severn TR3 HSS Test

Die Knaggs Severn HSS T3 gehört zu den E-Gitarren, die aus der Masse herausragen und ihren Preis mit entsprechender Leistung und Optik rechtfertigen müssen.

Harley Benton CST-24T Deluxe Test

Die Harley Benton CST-24T Deluxe hat sich zwar ihre Vorbilder unter Boutique-E-Gitarren gesucht, liefert aber optisch und musikalisch zum Schnäppchenpreis.

User Kommentare