Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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30.07.2018

Praxis

Die CLA-15MCE sieht handlich aus, aber wie handlich sie wirklich ist, merkt man, wenn man sie sich umhängt. Mit knapp zwei Kilogramm Gewicht ist sie beinahe lächerlich leicht! Dazu kommt ein richtig schlanker Hals, der auch in kleineren Händen sanft und sicher liegt, der aber dem einen oder anderen hauptberuflichen Akustiker zu dünn sein könnte. Dennoch macht er einen stabilen Eindruck. Die Saitenlage war bei unserem Testexemplar perfekt eingestellt: Schön niedrig, aber nicht zu niedrig, sodass man auch mal ordentlich reinlangen kann, ohne dass es scheppert.

Der akustische Sound wird zum einen durch die Mahagonidecke und zum anderen durch die Korpusgröße geprägt. Die Mahagonidecke sorgt dabei für einen trockenen, ausgeglichenen Ton mit einem gesunden Mittenanteil. Der relativ kleine Korpus setzt den Bässen natürlich gewisse Grenzen: Ein fettes Druckmonster ist die Harley Benton CLA-15MCE nicht, zumindest solange sie nur akustisch gespielt wird.

Das ändert sich natürlich, wenn man sie per Klinkenkabel an einen Verstärker anschließt. Hier hat man alle Möglichkeiten, die die moderne Technik bietet. Der Pickup klingt zusammen mit seinem Fishman-Preamp schon von Haus aus angenehm ausgeglichen. Dass es sich um einen Piezo handelt, ist dennoch deutlich zu hören.

Die Soundbeispiele habe ich mit einem AKG 414 aufgenommen. Das Pickup-Signal habe ich parallel dazu in den Rechner geführt. Daher gibt es von jedem Beispiel auch drei Varianten, nämlich Mikro beziehungsweise Pickup alleine sowie beide zusammen.

Der Grundsound der Harley Benton CLA-15MCE ist trocken, präzise und deutlich mittig. Er lädt förmlich dazu ein, damit irgendetwas Bluesiges anzustellen. Ich habe euch ein kleines Beispiel mit einem Slide eingespielt, und zwar einem verchromten Messing-Slide. Die präsenten Mitten erlauben einen durchsetzungsstarken und schön singenden Ton, der zudem mit einem gesunden Sustain gesegnet ist. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Slide nicht zu leicht und die Saitenlage nicht zu niedrig ist.

Zwar geht es auf dem Hals ein wenig eng zu, aber bei einem solchen Modell ist jede Art von Fingerstyle immer ein Thema. Die Harley Benton meistert diese Disziplin bravourös, wobei es mir vor allem der präzise, trockene Ton angetan hat. Hier hört man auch, wie gut sich Mikrofon und Pickup ergänzen. Wenn man also die Möglichkeit hat, sollte man bei diesem Modell ein Mikrofon aufstellen - es reicht ja, wenn es nur ein bisschen zugemischt wird.

Natürlich ist der Sound auch geeignet, um ganz normale Akkorde als Songbegleitung zu liefern. Das ist zwar nicht die Spezialität der Gitarre, aber es funktioniert erstaunlich gut. Speziell tiefe Männerstimmen mischen sich sehr gut mit diesem Klang, ohne dass es zu Konflikten kommt. Ein zusätzlicher Bassist ist in solchen Fällen jedoch eine gute Option.

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