Gitarre Hersteller_Gibson
Test
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09.02.2018

Praxis

Trocken angespielt wirkt die Les Paul gut ausbalanciert und besitzt einen spritzigen Grundsound. Natürlich präsentiert sie sich deutlich mächtiger als z.B. Telecastermodelle, aber ein leichter Twang ist ihr durchaus zu attestieren, was sicherlich auch der Ahorndecke und den Hohlkammern zu verdanken ist.

Die Verarbeitung und die Werkseinstellungen bezüglich Halsneigung und Oktavreinheit bieten keinen Grund zur Beanstandung, auch wenn man die Saitenlage noch deutlich tiefer hätte stellen können. Die Bünde sind perfekt abgerichtet und auch die Bundkanten betten sich tadellos in den Halsrand.

Die verschiedenen Sounds sind durch die Pickup-Konstellationen wirklich fast uferlos. Hier hört ihr ein paar Beispiele durch nahezu alle Settings.

Auch verstärkt wird jede Saite sehr ausgewogen wiedergegeben, wobei der Grundsound angenehm voll ist und eine gute Mittenpräsenz zeigt.

Nun betrete ich crunchigere Gefilde und spiele das identische Riff mit den drei Schalterstellungen Steg, Mitte und Hals über eine Vox AC30. Die Gitarre kommt im Bassbereich vor allem in der Halspickup-Stellung sehr wuchtig, löst aber dennoch gut auf und kann auch bei wenig verzerrten Sounds gut punkten.

Cleane Sounds in der Halsstellung klingen sehr warm und besitzen schon fast die Fülle von Semiakustik-Modellen. Leicht jazzige Töne über einen Fenderamp sind überhaupt kein Problem. Saitentrennung und Ausgewogenheit sind sehr positiv zu bewerten.

Die Burstbucker können regelrecht brüllen, wenn man sie über einen Marshall-Plexi jagt. Auch hier zeigen die Zwischenstellung und der Halstonabnehmer eine gute Transparenz und Klarheit. Solche Sounds werden sich in jedem Bandgefüge gut durchsetzen.

Wieder hört ihr einen Marshallamp, doch diesmal reguliere ich die Zerrung mit meiner Anschlagshand. Zunächst ist der Volume-Regler zur Hälfte aufgedreht und ich picke mit den Fingern, anschließend mit dem Plektrum und im dritten Durchgang drehe ich das Volume-Poti in die Maximalstellung. Dynamische Nuancen werden über den Regelweg sehr gut umgesetzt und der Volume-Regler erlaubt mir, von nahezu clean bis zum vollen Rhythmusbrett alle erdenklichen Sounds abzurufen.

Auch wenn die Burstbucker bestimmt keine Metal-Tonabnehmer sind, überrascht es mich doch sehr angenehm, wie differenziert Drop-D-Riffs wiedergegeben werden. Hier ist kein Matschen oder Mulmen der tiefen Frequenzen wahrzunehmen und die Paula löst sehr gut auf:

Den typisch singenden Paula-Leadton trägt sie natürlich auch in sich und lädt zum Solieren ein. Hier hört ihr alle Pickups und im dritten Lick die Mittelstellung in der Out-of-Phase-Position, die einen sehr hohlen und natürlich auch leiseren Sound generiert:

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