Test
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04.08.2017

Praxis

Ghettoblaster

Als erstes teste ich die Bluetooth-Verbindung, die sich leicht aktivieren und linken lässt. Der Hersteller empfiehlt, drei Meter Sendestrecke nicht zu überschreiten. Da mobile Geräte locker in der dafür vorgesehenen Mulde abgelegt werden können, ist dies kein Problem. Klanglich lässt die Bluetooth-Verbindung zu wünschen übrig. Das ständige digitale Raspeln im Hintergrund stört mich derart, dass ich nach wenigen Stücken auf die Festverdrahtung über Miniklinke wechsele.

Mit neutralem EQ klingt die Box sehr dumpf und die Bässe wummern. Bereits jetzt höre ich ein leichtes Zerren in den Höhen, welches beim Verstärken der Höhen deutlicher wird. Um einen halbwegs akzeptablen Klang zu erreichen, muss ich die Höhen um vier Striche reindrehen, die Mitten dagegen um vier Striche, die Bässe um zwei Striche herausnehmen. Toll ist der Sound aber immer noch nicht. Die Box legt einen eher harten, holzigen Auftritt hin. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Bass unter 70 Hz beschnitten wird. So gehen Wärme und Tiefe verloren, dafür gibt es mehr Leistungsreserven beim Punch. Ein Kompromiss, den ich auch von anderen Akkuboxen kenne, um die Batterielaufzeit zu verlängern.

Die Lautstärke reicht unter freiem Himmel für etwa 14 Meter Reichweite bei einem Abstrahlwinkel von mindestens 100°. Teilweise überrascht die Box mit einer noch guten Verständlichkeit hinter dem Speaker. Für die meisten Outdoor-Veranstaltungen reicht der Aufbau direkt auf dem Boden. Besser klingt es allerdings, wenn die Box höher steht. Die Investition in ein Stativ kann sich also lohnen, auch um die Reichweite zu optimieren.

Mikrofone und Instrumente

Die Kanäle 1 und 2 können mit Mikrofonen und Instrumenten bespielt werden. Für Line-Pegel sind sie nicht geeignet, dafür gibt es den CD-Input des dritten Kanals. Mein Shure SM58 bildet sich gut und verständlich ab und lässt sich prima einem Playback hinzumischen. Gleiches gilt für meinen Bass, obschon beim Solobetrieb ein leichtes Britzeln und Brummen zu vernehmen ist. Dafür bieten beide Kanäle schier enorme Vorverstärkerleistungen. Da bleibt beim Sommerfest auf der grünen Wiese kein Auge trocken. 

Rollen und Schleppen

Da die Box Speaker ToGo heißt, muss sie meinen 500-Meter-Testparcours über Asphalt, Kopfsteinpflaster, Waldweg und Wiese absolvieren. Das bewältigt der Kandidat recht gut.Doch leider ist für meine Körpergröße von 183 Zentimetern der Teleskopgriff nicht lang genug. Entweder ich rolle die Box bequem hinter mir her und haue sie mir in die Hacken, oder ich muss sie tiefer halten und hole mir einen lahmen Arm. Außerdem lässt sich der Teleskopgriff nur schwer herausziehen und wieder hereinschieben. Wegen des stattlichen Eigengewichtes tendiert die Box zudem nach wenigen Schritten dazu, sich selbständig abzustellen und ich neige dazu, die 45 Pfund an der wackeligen Teleskopstange zu tragen. Ich bezweifele allerdings, ob die Stange dafür auf Dauer stabil genug ist.

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