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13.01.2017

Focal Trio6 BE Test

Aktiver 3-Wege Studio-Monitor

Aus 3 mach 2!

Bonjour Monsieur!Der Studio-Lautsprecher Focal Trio6 BE trägt französische Gene und möchte in der Riege hochwertiger Midfield-Monitore überzeugen. Die Focal Trio6 BE verfügt neben horizontaler und vertikaler Ausrichtbarkeit dank drehbarem Hoch-Mittelton-Teil auch über einen 2-Wege-Modus namens "Focus". Dabei wird die 3-Wege-Box zur 2-Wege-Box – was das soll und bringt, ihr erfahrt es hier!

Details

3-Wege für Mid- und Nearfield

Die Focal Trio6 BE ist ein aktiver Monitor der oberen Mittelklasse für das Nah- und Mittelfeld. Der Drei-Wege Lautsprecher verfügt über einen 8-Zoll Woofer, 5-Zoll Mitteltöner aus einem nicht weiter spezifizierten Verbundwerkstoff und dem Focal-typischen invertierten 1-Zoll Beryllium Hochtöner. 

Aktiv und Tri-Amped

Angetrieben wird das Ganze von getrennten Endstufen, die sich nach der aktiven Frequenztrennung einfinden. Und so entfallen 200 Watt, 150 Watt und 100 Watt auf die einzelnen Treiber. Angaben zum Messverfahren, dem Verzerrungsgrad und Trennfrequenzen fehlen leider, was in dieser Preisklasse durchaus ärgerlich ist. Böse Zungen könnten behaupten, das featured Artists wie Steve Aoki damit eh nichts anfangen könnten. Sei es drum.

Flexibel in der Handhabung, sparsam in der Dokumentation

Franzosen sind im Allgemeinen für ihre extravaganten und avantgardistischen Designs bekannt – und so macht auch Focal keine Ausnahme und stattet die Speaker mit zwei nicht ganz alltäglichen Features aus. Zum einen wäre da die Möglichkeit, die Hoch-/Mittelton-Einheit rotieren zu können, um die Speaker ohne klangliche Verluste auch horizontal auszurichten. Zum anderen gibt es das Focus-Feature, wodurch sich der Woofer bypassen lässt, um einen 2-Weg-Monitor zu emulieren. 

Das letztgenannte Feature hat zur Folge, dass der Übertragungsverlauf auch mit zwei Bereichen angegeben wird, als da wären: 35 Hz – 40 kHz bzw. 90 Hz – 40 kHz. Die Übergangsfrequenz des Woofers zum Mitteltöner lässt sich dadurch zumindest erahnen. Überraschend gut: Es wurde an den -3dB-Punkten gemessen. Auch gut: Mit der 40Hz to 20 kHz (+/- 1dB) Angabe erhält man eine grobe Aussage zur sehr geringen Welligkeit des Monitors – richtige Messdiagramme wären trotzdem schöner gewesen. Das ist insofern schade, da man durchaus minimale Unterschiede im Abstrahlverhalten bezüglich vertikaler und horizontaler Positionierung erwarten könnte. Vielleicht denke ich aber auch einfach nur zu "deutsch" und der Franzose würde sagen: „Du musst es fühlen!“ (Bitte mit sympathischem französischen Akzent lesen.)


Massive Box und kräftiger Pegel

Der maximale SPL wurde mit 115 dB Peak@1m beziffert (105 dB im 2-Way-Mode), ob es sich dabei um eine Paarmessung handelt und welche Verzerrung dabei erreicht wird – man weiß es nicht; laut spielen sie aber allemal. Was man genauer weiß, ist, dass das Gehäuse aus glasfaserverstärktem, 22 mm dickem MDF besteht. Die Seitenteile sind in roter Esche-Optik gehalten, die Ober- und Unterseite indes schwarz. Vier Gummifüße zum Selbstkleben sind Bestandteil des Lieferumfangs, legen einen bezüglich der Positionierung aber durchaus etwas fest – und sind meiner Meinung nach in dieser Preisklasse etwas frech.

Die Verarbeitung ist einwandfrei und der Speaker äußerst schick und sehr edel anzuschauen, besonders auf der Seite liegend. Die 520 x 278 x 360 mm großen Boxen stemmen außerdem beachtliche 20 kg auf die Waage und sind in Bassreflexbauweise gefertigt. Dabei besitzt der Woofer einen Schlitz-förmigen Ausgang auf der Unterseite und der Mitteltöner seine eigenen Öffnungen in Form von zwei ovalen Ports. Die Gehäusekanten sind leicht abgerundet und alle Chassis mit auffälligen Innensechskant-Schrauben eingefasst. Ferner finden sich zwei Logos auf der Vorderseite sowie zwei LEDs. 

Eine davon dient als grüne Power-LED, welche im kurzzeitigen Überlastfall (Limiter) rot leuchtet, sowie eine weitere Focus-LED, die den 2-Way-Mode (Focus) mit grün quittiert und einen thermischen Überlast-Zustand mit rot anzeigt. Apropos Power: Ein Standby-Mode (0,5 Watt ) findet sich ebenfalls verbaut, sodass sich die Speaker erst bei anliegendem Audio-Signal vollständig einschalten.

Konventionelle Anschlüsse, pragmatische Filter

Schauen wir uns die Rückseite an. Hier findet sich der symmetrische XLR-Anschluss mit einer einstellbaren Eingangsempfindlichkeit von +4 dBu / -10 dBV. Weitere Eingänge oder eine stufenlose Pegelanpassung sind im Profisegment dieser Preisklasse absolut nicht notwendig und hier auch nicht vorhanden. 

Die beiden Klinkenbuchsen sind für den Anschluss eines Footswitches und der Weiterleitung an andere Speaker gedacht, um die Focus-Funktion (2-Way-Mode) zu aktivieren. Das integrierte Netzteil verträgt Spannungen von 230 Volt und 115 Volt – allerdings nur nach dem vorhergegangen Sicherungswechsel. 

Natürlich finden wir rückseitig auch Filter zur Raumentzerrung, die durchaus pragmatisch – allerdings nicht bemerkenswert umfangreich ausfallen. Und so finden wir einen Low-Shelf  (+/- 3dB von 35 bis 250Hz) und einen High-Shelf (+/- 3dB von 4.5 bis 40kHz). Schön ist der Low-Mid EQ, um den Frequenzgang mit Q=1 bei 160 Hz um +/- 3dB anpassen zu können. Ein Absenken in diesem Bereich ist besonders bei Tischnahen Aufstellungen bzw. Platzierungen auf der Meterbridge hilfreich, um den resultierenden Druckstau zu kompensieren. Warum man hier allerdings „boosten“ sollte, erschließt sich mir nicht ganz.

Verkauft werden die Speaker einzeln, sodass sich auch Surround-Setups aufbauen lassen. Die Lieferung erfolgt also in seperaten Kartons und mit aufwendigen Schutzgittern vor den Treibern. Diese sind keinesfalls als Staubschutz gedacht und sollten dringlichst entfernt werden - auch wenn das auf vielen Produktbilder fälschlicherweise anders dargestellt wird.

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