Test
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03.12.2019

Fluid Audio FX50 Test

Aktive, koaxiale Desktopboxen

Kleine und ausgewogen klingende Abhöre für den Schreibtisch

Die F-Serie der Boxen-Reihe von Fluid Audio wurde um die modernisierten, koaxialen FX50 und FX80 erweitert. Nicht nur äußerlich, sondern auch unter der Chassis-Haube hat sich einiges im Vergleich zum bisherigen Lautsprecher-Sortiment von Fluid Audio verändert. Was macht die kleinere der beiden neuen F-Modelle – die FX50 – interessant, und für wen eignet sie sich? 

Details & Praxis

Merkmale und Besonderheiten

Bei der Fluid Audio FX50 handelt es sich um eine aktive Abhöre mit Koaxial-Lautsprecher. Verbaut wurden ein 5-Zoll-Speaker und ein 1-Zoll-Hochtöner in der sogenannten Koaxial-Anordnung. Bei der Koaxial-Technik werden Mitten- und Hochton-Lautsprecher hintereinander auf der selben akustischen Achse positioniert. Die gesamte Audiobandbreite wird dadurch von einem Punkt heraus abgestrahlt, was eine besonders präzise Abbildung und Ortungsschärfe zur Folge hat. Für das Gehäuse der FX50 wurde Vinyl-laminiertes MDF-Holz verwendet. Optisch sticht die Front mit ihrer außergewöhnlichen Form hervor, deren speziellen Rundungen für ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten sorgen sollen.

Die kleine Box mit dem 5-Zoll-Tieftöner und dem koaxial angeordneten 1-Zoll-Tweeter beherbergt neben dem auffälligen Coax-Speaker und der außergewöhnlichen Frontplatte nun erstmals eine digitale Endstufe. Class-D-Amps sind eine Neuerung im Hause Fluid Audio, die nicht nur eine höhere Effizienz beim Stromverbrauch und geringere Hitzeentwicklung ermöglichen: Digitale Amps ermöglichen noch zusätzlich den Einsatz von DSP-Funktionen. Mit den Gehäusemaßen 23 x 17,6 x 23,4 cm (T/B/H) und dem relativ geringen Gewicht von 3,8 Kilogramm ist die Abhöre sehr handlich und eignet sich hervorragend zum Betrieb in unmittelbarer Nähe auf dem Schreibtisch oder der Konsole.

Rückseitig befinden sich sämtliche Bedienelemente und Anschlüsse der FX50. Die bei Fluid-Audio-Boxen traditionelle Lautstärkeregelung an der Boxen-Vorderseite wurde bei den FX-Modellen nun auf die Rückseite verbannt. Über diesen Volume-Regler lässt sich die Gesamtlautstärke der Abhöre von -23 dB bis +6 dB justieren. Das relativ hohe Grundrauschen der Box zeigt sich davon nicht beeinflusst und bleibt konstant laut, selbst bei einer Absenkung der Boxenlautstärke. Mit drei Eingangsbuchsen ist die kleine Fluid Audio FX50 üppig ausgestattet. Neben symmetrischer XLR- und Klinkebuchse findet man auch noch einen unsymmetrischen Cincheingang.

DSP-Funktionen wurden der kleinen Aktivbox ebenfalls spendiert. High-Shelf, Mid-EQ, Acoustic-Space und ein Low-Cut lassen sich per Mäuseklavier hinzuschalten und ermöglichen eine differenzierte Anpassung der Abhöre an ihre akustische Umgebung. Zur Wandmontage befinden sich praktischerweise zwei Gewinde-Bohrungen mittig auf der Rückseite der Box. Um die Gehäuse auf einer Oberfläche hinzustellen, werden vier kleine, selbstklebende Gumminoppen mitgeliefert.

Klang

Bis auf die mitgelieferten, kleinen Gummi-Klebepads bleibt man bei der Aufstellung der Box auf einer Oberfläche auf sich selbst gestellt. Mit Hilfe der kleinen, schwarzen Klebe-Gummis lässt sich die Abhöre zwar von der Unterlage leicht entkoppeln, ein verstellbarer Fuß oder andere Hilfskonstruktionen zum Anwinkeln des Gehäuses werden aber nicht mitgeliefert. Nachdem die beiden Boxen mit einer Behelfskonstruktion aus eigenen Akustikpads für den Praxistest auf dem Schreibtisch thronen, beschicke ich die beiden mit einer Reihe oft gehörter Songs und staune nicht schlecht. Die kleine Fluid Audio FX50 klingt im Rahmen ihrer Möglichkeiten recht ausgewogen und präzise. Mit Hilfe der Koaxial-Anordnung liefert die Abhöre ein sehr klares und homogenes Klangbild. Selbstverständlich gelangen so gut wie keine Tiefbässe unterhalb von 60 Hertz bis ans Trommelfell. Was ich aber oberhalb dessen höre, erstaunt mich. Der Frequenzgang ist nahezu frei von störenden Mittenresonanzen, was sehr ungewöhnlich für solch kleine Boxengehäuse ist. Die Höhen würde ich generell mit sanftklingend umschreiben. Sie liefern eher erst oberhalb von 10 kHz stärker ab, und sind zwischen 5 und 10 kHz fast ein bisschen leise. Trotz der anscheinend weich klingenden Höhen empfinde ich die FX50 als etwas S-anfällig. Die bei Sprache und Gesang auftretenden S-Laute XLINKX kommen bei den kleinen Abhören stark zur Geltung. Wer die Boxen bei Mischungen verwendet, wird dies als hilfreich empfinden. Zum reinen Hörgenuss würde man aber lieber auf die starken S-Laut-Abbildungen verzichten wollen.

Sehr hoch ist die Abbildungs-Genauigkeit der Fluid-Audio FX50. Selten habe ich solch ein präzises Stereobild, und noch seltener eine solch klare und genau Ortung einzelner Klänge hören dürfen. In Sachen Lautstärke überrascht mich die Box ebenfalls ein wenig, denn man muss schon nahe an die Schmerzgrenze heranpegeln bis die FX50 per Limiting die Lautstärke zügelt. Das Ganze klappt übrigens bis zur höchsten Lautstärke ohne unangenehme Verzerrungen.

Sonstiges

Im Lieferumfang der Fluid Audio FX50 befinden sich neben außer der Box ein Stromkabel, vier kleine, selbstklebende Gummiunterlagen und eine Bedienungsanleitung.

Fazit

Fluid Audio liefert mit ihrer kleinen Abhöre FX50 ein ideales Abhör-Werkzeug für die Arbeitsumgebung im Heim- oder im Profi-Studio. Die Präzision der Audiowiedergabe hilft beim genauen Einschätzen von Mischungsverhältnissen. Die Koaxial-Abhöre klingt sehr ausgewogen und deckt dabei trotzdem mit Leichtigkeit zu starke S-Laute auf, was die Box meiner Meinung nach zum idealen Monitor für allerlei Tontechnik-Dienstleistungen qualifiziert. Zum schönfärberischen Schwelgen würde ich mir die FX50 nicht auf den Schreibtisch stellen; dafür fehlen mir Bauart-bedingt ein wenig die tiefen Bässe unterhalb 60 Hertz. Zur Arbeit an Film-, TV- und Musikmischungen halte ich die Fluid Audio FX50 für ideal. Mit gerade mal € 159,- pro Box (Straßenpreis am 29.11.2019) keine teure, sondern eine gute Investition.

  • Pro
  • handlich, klein und leicht
  • drei Anschluss-Varianten (Cinch, Klinke und XLR)
  • DSP-Features per DIP-Schalter
  • ausgewogener Klang mit sanften Höhen, aber deutlichen S-Wiedergabe
  • äußerst präzise Abbildung und Ortung im Stereofeld
  • hohe Lautstärke möglich
  • Contra
  • keine Aufstellhilfe zum Anwinkeln vorhanden
  • recht deutliches Grundrauschen
  • Features und Spezifikationen
  • aktiver Nahfeldmonitor
  • Class-D-Verstärker, Low-Speaker 50 Watt / High-Speaker 40 Watt
  • Basstreiber: 5 Zoll
  • Hochtöner: 1 Zoll
  • Bassreflex-Öffnung vorderseitig
  • Frequenzgang: 49 Hz - 22 kHz (+/- 3 dB)
  • Übergangsfrequenz: 2,9 kHz
  • max. SPL: 89 dB @ 1 m
  • unsymmetrischer Eingang: Cinch (RCA) -10 dBV
  • symmetrische Eingänge: Klinke & XLR jeweils +4 dBu
  • DSP-Funktionen:
  • HF Shelf: -2 dB, -1 dB, 0 dB, +1 dB
  • Mid EQ: -2 dB, -1 dB, 0 dB, +1 dB
  • Acoustic Space: 0 dB, -1 dB, -2 dB, -4 dB
  • LF Cut: Flat, 60 Hz, 80 Hz, 100 Hz
  • Maße: 23 x 17,6 x 23,4 cm (T x B x H)
  • Gewicht: 3,8 kg
  • Preis: € 159,– (Straßenpreis am 29.11.2019)

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