Bass Hersteller_Fender
Test
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29.02.2012

Fender Standard Precision BK2011 Test

P-Bass

Mexikanische “Precisions”-Arbeit

Mit der in Mexiko gefertigten Standard-Serie bietet Fender die zwei Klassiker und Topseller Jazz- und Precision-Bass zu einem ziemlich attraktiven Kurs an. Bereits für etwa die Hälfte des Preises eines Instruments aus US-amerikanischer Fertigung kommt man so in den Genuss des markanten und über Jahrzehnte bewährten Fender-Sounds.

Die Ausstattung der Mexikaner ist zwar etwas einfacher (auf Hi-Mass-Bridge und Graphitstäbe in den Hälsen muss man beispielsweise verzichten), ihre Verarbeitung aber inzwischen in der Regel tadellos. Und auch soundmäßig müssen sie sich nicht hinter ihren nordamerikanischen Brüdern verstecken. Mehr noch: Aufgrund ihrer simpleren Konstruktion klingen die in Mexiko gefertigten Versionen vielleicht sogar eine Spur authentischer. Für diesen bonedo-Test haben wir uns den Brot-und-Butter-Bass schlechthin ausgesucht: einen schwarzen Precision mit Palisandergriffbrett.

DETAILS

Viele Worte muss man über den P-Bass wohl nicht mehr verlieren. 2011 wurde dieses Modell 60 Jahre alt und ist für viele Bassisten aufgrund seines simplen aber universell funktionierenden Sounds immer noch die bevorzugte Wahl im Studio und auf der Bühne. Dabei hat sich an der Konstruktion des Instrumentes fast nichts getan. Zwar gab es über die Jahre hier und da geringfügige Veränderungen, doch im Wesentlichen orientiert sich der aktuelle P-Bass nach wie vor an den Vorgaben des Leo-Fender-Modells aus den späten 1950er Jahren. Da macht natürlich die mexikanische Variante keine Ausnahme: Der kompakte Korpus besteht aus mittelschwerem Erlenholz, der Ahornhals hat ein kräftiges C-Profil mit einem Griffbrett aus Palisander und 20 Bünden im Medium-Jumbo-Format.

Mein Testkandidat kommt in einem schwarzen Hochglanzfinish, für den farblichen Kontrast sorgt ein weißes, dreilagiges Parchment-Pickguard. Diese klassische Kombination sieht wirklich elegant aus, zumal die Lackierung keine Fehler aufweist: Selbst kleine Nasen oder sonstigen Unebenheiten sucht man vergeblich. Alles top! Gleiches gilt für das Finish am Hals. Hier hat Fender allerdings keinen Hochglanzlack verwendet, sondern ein seidiges Satinfinish mit angenehmer Haptik aufgebracht.

Ebenfalls auf hohem Niveau ist die Verarbeitung der Hölzer: Das Griffbrett ist plan und sehr sauber verschliffen, die Halsausfräsung passgenau,. sodass der Hals wirklich stramm sitzt und die Schwingung gut auf den Korpus übertragen kann. Und weil die Standard-Serie nun mal die Standard-Serie ist wird sie eben auch mit der Standard-Hardware aus dem Hause Fender bestückt – klar. Auf der Kopfplatte sitzen vier offene Stimm-Mechaniken mit großen Flügeln und ein Saitenniederhalter für die D-und G-Saite. Am Korpusende wurde der berühmt-berüchtigte Fender-Blechwinkel als Steg aufgeschraubt. Dieser Winkel ist beileibe kein Meisterstück der Ingenieurskunst, erfüllt aber alle Grundanforderungen an eine Bassbrücke. Man kann damit die Saitenlage und die Intonation einstellen, davon abgesehen trägt sie einen nicht unerheblichen Teil zum typischen Fendersound bei. Die gesamte Hardware erstrahlt selbstverständlich in Chrom, genauso wie der große, geriffelte Regler für die Lautstärke des Tonabnehmers und die Tonblende zum Absenken der hohen Frequenzen. Der einzige Tonabnehmer sitzt –wie soll es anders sein–in der P-Bass typischen Mittelposition und kommt im 1957 von Fender eingeführten Spilt-Coil-Design.

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