Gitarre Hersteller_Fender
Test
1
05.04.2018

Fender Santa Ana Overdrive & Pugilist Distortion Test

Overdrive- und Distortion-Pedal für E-Gitarre

Selig oder Knockout

Mit dem Fender Santa Ana Overdrive und dem Fender Pugilist Distortion stellt die Traditionsmarke zwei neue Verzerrer vor, die zu einer neuen, sechs Pedale umfassenden Effektserie gehören. Während im Santa Ana Pedal ein FET-basierter Overdrive steckt, soll das Pugilist Distortion Pedal klanglich in eine andere Richtung gehen und eine große Bandbreite an Distortionsounds abdecken.

Mit interessanten Features sind laut Produkttext beide ausgestattet. Der Overdrive soll sehr dynamisch auf den Anschlag und den Volume-Regler der Gitarre reagieren, von leicht angeraut bis zum singenden Leadsound, und der Distortion mit seinen beiden Gainstufen alles das abdecken, was in das Aufgabengebiet eines solchen hochwertigen Pedals fällt. Wir sind gespannt.

Details

Optik/Verarbeitung:

Stan Cotey, seines Zeichens Chefkonstrukteur bei Fender, zeichnet für die Entwicklung der neuen Pedalserie verantwortlich, und eines vorweg: Der gute Mann hat einige sehr interessante und vor allem nützliche Ideen einfließen lassen!

Unsere beiden Testkandidaten besitzen ein 126 mm x 95 mm x 63 mm (L x B x T) großes, eloxiertes Aluminiumgehäuse, das einen ausgesprochen wertigen Eindruck vermittelt. Der Santa Ana Overdrive bringt dabei 633 Gramm und der Pugilist Distortion mit 582 Gramm etwas weniger Gewicht auf die Waage.

Ein- und Ausgangsbuchsen sind an den Gehäuseseiten verschraubt, und sollen die Pedale mit einem Netzteil betrieben werden, kann dieses über die entsprechende Buchse an der Stirnseite angeschlossen werden. Allerdings ist ein solcher Energiespender nicht Teil des Lieferumfangs, aber ein Standard-Boss-9-Volt-Gleichstromnetzteil oder eine zentrale Spannungsversorgung sind vollkommen ausreichend. Wer Batteriebetrieb bevorzugt, wird über das leicht zu öffnenden Batteriefach erfreut sein. Das befindet sich an der Rückseite und wird von einem Magneten gehalten. Eine sehr gute Idee, denn wer hat schon Lust, Schrauben an der Unterseite zu lösen, um in das Innere des Pedals zu gelangen?!

Weitere Gemeinsamkeiten beider Pedale sind die beleuchteten Potis, die die jeweiligen Stellungen auch in absoluter Dunkelheit deutlich anzeigen. Diese LEDs lassen sich mit einem Kippschalter an der Stirnseite abschalten.

So weit die Gemeinsamkeiten. Seitens der Bedienelemente gibt es aber Unterschiede, auf die ich jetzt näher eingehen möchte.

Santa Ana Overdrive:

Das Santa Ana Overdrive Pedal besitzt in der oberen Reihe der Bedienelemente eine Dreiband-Klangregelung, bestehend aus Bass, Middle und Treble; auch ein Presence-Regler ist mit von der Partie. Mittig platziert befindet sich ein Kippschalter, der zwischen Voice A und B wählt und damit offenbart, dass hier zwei Overdrive-Klangfarben im Angebot sind, auf die ich im Praxisteil näher eingehen werde.

Interessanterweise verfügt das Pedal aber auch über einen Booster, der sich per Fuß an- und ausschalten lässt. Zudem kann zwischen einem Level- und einem Drive-Boost gewählt werden - zu diesem Zweck steht ein kleiner Schiebeschalter mit der Beschriftung FS Select an der Stirnseite des Santa Ana Overdrives bereit. Die beiden entsprechenden Regler Level und Drive funktionieren ohne Boost ganz traditionell, bei aktiviertem Boost und je nach Stellung des FS-Select-Schalters werden sie vom Booster in Anspruch genommen und sorgen zusammen mit diesem wahlweise für mehr Verzerrung (Drive), oder für mehr Ausgangslautstärke (Level). Welcher der beiden Modi aktiv ist, zeigen zwei rote LEDs neben den beiden Potis.

Erzeugt wird der Sound laut Fender durch eine moderne FET-Schaltung, die den Sound von Vintage-Amps erzeugen soll, ohne deren typischen Schwachstellen und Nebengeräusche.

"Reactive" ist zurzeit ein sehr beliebter Ausdruck, der von vielen Herstellern verwendet wird und auch bei unserem Testkandidaten darf der Zusatz nicht fehlen. Mit einem reaktiven Eingangssignal bezeichnet Fender die Fähigkeit des Pedals, dynamisch auf das Signal der Gitarre zu reagieren. Wird der Volume-Regler an der Gitarre heruntergedreht und/oder sanfter in die Saiten gelangt, soll auch der Ton cleaner werden, bei härterem Zupacken soll er entsprechend stärker zerren.

Pugilist Distortion:

Das Pugilist Distortion Pedal verfolgt ein anderes Konzept als das Santa Overdrive und besitzt zwei Gain-Engines mit jeweils eigenen Gain- und Tone-Reglern. Ein Level-Poti regelt die Ausgangslautstärke und ein Bass-Boost soll für den nötigen Schub im Frequenzkeller vor allem bei cleaneren Sounds sorgen. Beide Gain-Engines lassen sich mithilfe des Series/Blend-Kippschalters auf zwei verschiedene Weisen betreiben. Im Series-Modus hat der Blend-Regler keine Funktion, denn die beiden Gain-Engines werden hintereinander geschaltet, im Blend-Modus bestimmt er das Mischungsverhältnis der beiden.

Die in China gefertigten Pedale machen, wie bereits erwähnt, einen hochwertigen Eindruck und können dank der sinnvollen Ideen wie den beleuchteten Reglern oder dem Batteriefach gefallen.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare