Gitarre Hersteller_Fender
Test
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26.09.2012

Fender Greta Test

Röhren Gitarren-Combo

Gretchenfrage

„Einmal Endstufenverzerrung in Wohnzimmerlautstärke bitte!“, so lautet der Wunsch vieler Gitarristen. Erfüllt wird dies durch Röhrenamps mit entsprechend geringer Wattzahl, und so hat nahezu jede Verstärkerfirma, die etwas auf sich hält, mittlerweile mindestens einen kleinen Amp mit weniger als 10 Watt im Programm. Dass Fenders Greta etwas mehr sein will als einfach nur ein weiterer Niedrigwatt-Vollröhrencombo, erkennt man gleich auf den ersten Blick. Ein knallroter Verstärker ganz im Stile eines 50er Jahre Tischradios mit Oldschool-VU, so etwas gab es bisher noch nicht im Musikalienhandel.

Das Traditionsunternehmen in Sachen Gitarren- und Amp-Bau hat sich selbst seit einiger Zeit eine firmeneigene Spielwiese namens Fender Pawn Shop gegönnt. Neben etwas abseitigen Gitarren finden sich dort auch zwei Vollröhrenverstärker, die beide einen interessanten,  verspielten LoFi-Ansatz verfolgen. Zu einem wahren Kampfpreis wird hier ein puristischer kleiner Röhrenamp im Super-Retrolook mit wenigen, aber interessanten Features angeboten.Ob die süße, kleine Greta neben ihren optischen Reizen auch mit klanglichen inneren Werten aufwarten kann, wird sich in diesem Test zeigen.

Details

Viele Details gibt es beim Greta nun wirklich nicht zu entdecken, denn der Amp ist sehr einfach aufgebaut, was ich aber als durchaus positiv werte. Bei dem Preis, der für den roten Nostalgiker aufgerufen wird, scheint mir das Fehlen vieler Features eher ein Zeichen dafür zu sein, dass man sich hier auf die wichtigeren Dinge beschränkt hat. Der Fender Greta ist ein kleiner zwei Watt Amp, bestückt mit einer 12AX7-Röhre für den Preamp und einer 12AT7 für die Endstufe. Die Vorder- und Rückseiten bestehen aus rot lackiertem Holz. Ummantelt wird der Amp von einer Metallplatte im Goldlook. Lediglich zwei Drehregler sind auf der Vorderseite zu finden - einer für das Volumen und einer für den Ton. Die Potikappen bestehen aus goldfarbenem Kunststoff und wirken nicht wirklich wertig. Sie haben drei identische Nasen, sodass man auf den ersten Blick nicht sonderlich gut erkennen kann, wie weit die Potis gerade aufgedreht sind. Gut, dass der Amp nur zwei Regler hat – die Gefahr, den Überblick zu verlieren, ist so doch eher gering.

Das VU-Meter über den Potis zeigt den Bereich zwischen Clean und Overload an. Wirklich nötig ist diese Anzeige keineswegs, sie rundet eher das Design ab und unterhält das Auge. Der eingebaute Fender Special Design Speaker misst gerade einmal vier Zoll und klingt, nun ja, auch etwas „speziell“. Auf der Rückseite des Verstärkers sind der Input für die Gitarre und ein Miniklinken Auxiliary-Input für einen MP3-Player oder einen ähnlichen Audioplayer zu finden. Beide Inputs können gleichzeitig zum Beispiel für Playalongs genutzt werden. Dieser Aux-In ist ein ganz nettes Gimmick und passt natürlich sehr gut zum Design des Amps. Ganz nach dem nostalgischen Motto: “Spiele deine Bluessammlung über diesen Amp ab und verschaffe dir einen Eindruck, wie es vor 60 Jahren in den Wohnzimmern geklungen hat.“ Entscheidender für uns bei bonedo sind die beiden Ausgänge des Amps. Es gibt natürlich die Möglichkeit, einen externen Speaker anzuschließen, denn wenn man nur auf den winzigen Spezialspeaker angewiesen wäre, würde man einiges verpassen. Der daneben liegende Line-Out bietet die Möglichkeit, den Greta als Preamp vor einem anderen Verstärker zu nutzen, was den Einsatz des Amps noch wesentlich flexibler macht. Eigentlich handelt es sich beim  Fender Greta also um einen Minicombo, ein Topteil und einen Preamp in Personalunion.

Wie diese drei Disziplinen gemeistert werden, und vor allem, wie sie klingen, erfahrt ihr im nachfolgenden Praxisteil.

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