Gitarre Hersteller_Fender
Test
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09.04.2018

Praxis

Sound

Die American Professional Telecaster kommt in einem Elite Molded Hartschalenkoffer, der das gute Stück beim Transport sehr gut schützt. Trocken angespielt macht sie einen recht knackigen Eindruck, der Ton ist sofort da und die tiefen Saiten zeigen sich recht drahtig. Ab Werk ist das Instrument mit 009er Saiten bespannt, wobei die Saitenlage schon sehr flach ist, sodass es bei mittlerem Anschlag bereits hörbar schnarrt. Meines Erachtens keine gute Kombination, denn erschwerend kommt hinzu, dass in Kombination mit den Narrow Tall Frets schon ein mittlerer Druck auf die Saiten ausreicht, den Ton einen Hauch zu hoch klingen zu lassen. Nach einigem Spielen entschloss ich mich dazu, 010er Saiten aufzuziehen und am Sattel mit etwas Graphit dafür zu sorgen, dass die G-Saite nicht hängen bleibt, und schon fing die Tele an, richtig Spaß zu machen. Der Hals liegt dabei sehr komfortabel in der Hand und ist eine gute Alternative zum traditionellen Tele-Prügel, hat aber immer noch genug Holz für einen satten Ton.

Um einen ersten Eindruck vom Grundsound der Pickups zu erhalten, sind hier erst einmal alle drei Kombinationen mit unverzerrtem Sound vom Fender Twin Reverb.

Der Hals-Pickup kommt mit einem recht warmen und ausgewogenen Klang, der Steg-Pickup tönt erwartungsgemäß spitzer und mit einem Hauch mehr Output. Im Vergleich zur American Original 50s Tele liefert die American Professional generell etwas mehr tiefe Mitten. Die typischen Eigenschaften des knackigen Tele-Sounds werden auch von der American Professional Tele gut ausgespielt, mit dem Tone-Poti kann der Klang bei Bedarf in den Höhen gezügelt werden. Hier sind drei Beispiele mit Cleansound.

Nun wird zum Overdrive gewechselt, der Vox AC15 steht bereit und auch hier macht die Tele eine gute Figur. Die Tonabnehmer übertragen viele Feinheiten. Haut man zum Beispiel hart in die Saiten, kommt der typische bissige Tele-Ton mit viel Twang aus den Speakern. Besonders beim Steg-Pickup ist das recht ausgeprägt. Dadurch hat man allein mit Pickup-Anwahl und Anschlagstärke ein amtliches Spektrum an Klangvarianten zur Verfügung. Beim ersten Beispiel ist das recht gut zu hören.

Mit Volume- und Tone-Poti kann dann noch weiter ins Geschehen eingegriffen werden. Das Tone-Poti räumt recht großflächig auf und senkt die Höhen stark, wenn man den Regler komplett zurücknimmt. Mit einem Mid-Gain-Zerrsounds sind in dieser Einstellung recht interessante Klänge machbar, die weitläufig an ein fest eingestelltes Wah-Pedal erinnern.

Mit dem Volume-Regler der Gitarre lässt sich die Verzerrung sehr gut zügeln und in Verbindung mit der Treble-Bleed Schaltung hat man quasi einen Gainregler an der Gitarre, was mir sehr gut gefällt. Ihr hört zuerst den Hals-Pickup mit zurückgenommenem Volume, dann voll aufgedreht. Danach wird auf den Steg-Pickup umgeschaltet.

Zum Abschluss könnt ihr die American Professional Telecaster noch im Bandkontext hören, alle Gitarrenspuren wurden mit der Tele eingespielt.

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