Gitarre Hersteller_Fender
Test
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15.03.2018

Fender American Professional Series Strat MN SNG Test

E-Gitarre

Neues von der Twang-Front

Die Fender American Professional Stratocaster ist eine Neuauflage des seit 1954 gefertigten Klassikers und Teil der insgesamt 92 Instrumente umfassenden American Professional Serie. Dort ist allerdings nicht nur unsere Kandidatin beheimatet, sondern auch Klassiker wie die Telecaster, Jaguar, Jazzmaster, Precision- und Jazz-Bass zuhause.

Diese Linie folgt auf die seit 1987 erhältlichen Instrumente der American Standard Serie mit einer ganzen Armada an aktuellen Versionen und Farbvarianten. Wir wollen schauen, was in unserem Fall die Stratocaster tatsächlich Neues zu bieten hat und ob sich der etwas tiefere Griff in den Geldbeutel lohnt.

Details

In einem professionellen, schwarzen Elite Molded Hartschalenkoffer findet die American Pro Strat eine sichere Transportbehausung, zusammen mit den wichtigsten Werkzeugen zum Einstellen und einer Bedienungsanleitung, die dazu die entsprechenden Tipps parat hat.

Schick schaut sie aus, die American Professional Stratocaster! Die deckende "Sonic Gray" Lackierung verleiht dem Instrument eine edle Note und ist eine willkommene Alternative zu den traditionellen Farbgebungen. Das Auftragen des Hochglanz-Polyurethan-Lacks wurde professionell bewerkstelligt und gibt keinen Anlass zur Kritik. Wem die Farbe nicht zusagt, erhält die Strat aber auch in einem 3-Color-Sunburst, Antique Olive, Schwarz, Candy Apple Red, einem Naturfinish, Olympic White oder in Sienna Sunburst.

Korpus:

Die Gitarre besitzt einen Erle-Korpus mit sämtlichen Ausfräsungen, wie man sie von einer Stratocaster erwartet und die das Bespielen und das Handling erleichtern. Dazu gehört die abgeflachte Armauflage auf der Oberseite und die als "Rippenspoiler" bekannte Ausfräsung an der Rückseite.

Die erste Neuerung findet sich in den Tonabnehmern, denn die drei Einspuler wurden von Tim Shaw entwickelt und tragen die Bezeichnung V-Mod Single-Coil. Der gute Mann ist kein Unbekannter, denn er zeichnete bereits in den frühen 80er Jahren für die neu aufgelegten PAF-Humbucker von Gibson verantwortlich. Manchen dürfte sein Name aber auch vom in diversen Strats verbauten Shawbucker ein Begriff sein. Einen Test mit einem solchen Humbucker kann man hier nachlesen.

Die Pickups sind wie üblich in ein dreilagiges, weißes Schlagbrett geschraubt und lassen sich mittels zweier Schrauben in der Höhe justieren. Alle drei V-Mod-Tonabnehmer sind mit Alnico Magneten bestückt und je nach Position individuell abgestimmt. Angepriesen werden sie mit viel Output, Vintage-Wärme und einem klaren Gesamtklang, allesamt Punkte, die ich im Praxisteil näher untersuchen werde.

Die Tonabnehmerkombinationen werden mit einem Fünfwegschalter nach bewährtem Muster angewählt:

  • Position 1: Steg-Pickup
  • Position 2: Steg- und Mittel-Pickup
  • Position 3: Mittel-Pickup
  • Position 4: Mittel- und Hals-Pickup
  • Position 5. Hals-Pickup

Aber auch die Elektrik wurde optimiert. Bei der von Fender "Treble Bleed" genannten Schaltung bleiben die Höhen auch beim Herunterregeln der Lautstärke erhalten.

Natürlich dürfen auch die beiden Tone-Regler nicht fehlen, wobei sich der erste um den Hals- und den Mittel-Pickup, und der zweite ausschließlich um das Höhenbild des Steg-Pickups kümmert. Auch die Knöpfe der drei Potis sind passend zu den Pickup-Kappen in Altweiß gehalten.

Die Saiten werden von der Rückseite in das 2-Point Synchronized Tremolo eingefädelt, wozu die hintere Tremolofach-Abdeckung nicht abgeschraubt werden muss, da sich an besagter Stelle eine Öffnung befindet. Der aufgezogene Fender 250L NPS 009.- 0.42 Satz läuft weiter über sechs individuell einstellbare und gebogene Saitenreiter aus Stahl.

Das Tremolo wurde schwebend eingestellt und erlaubt ein Hochziehen der Saiten um ziemlich genau zwei Halbtonschritte. Der mitgelieferte Tremolohebel wird gesteckt, bleibt in der Position und schlackert nicht wie die geschraubte Variante, sehr gut!

Die Klinkenbuchse sitzt an traditioneller Stelle und die Gurtpins sind mit weißen Filzscheiben unterlegt, um Beschädigungen des Lacks zu minimieren.

Hals:

Der Ahornhals ist mit vier Schrauben fest mit dem Korpus verbunden und sitzt perfekt und spielfrei in der Halstasche. In das Ahorngriffbrett wurden 22 Narrow-Tall-Bünde eingelassen, die perfekt bearbeitet sind. Diese etwas höheren und schmaleren Bundstäbchen sollen Bendings leichter machen. Das kann nicht schaden, denn der Halsradius ist mit seinem 9,5" Radius eher klassisch ausgefallen und auch das Modern Deep C liegt satter in der Hand.

Schwarze Punkte im Griffbrett und in der Halskante helfen bei der Orientierung, und muss der Hals einmal nachgestellt werden, lässt sich dies problemlos mit dem mitgelieferten Schlüssel bewerkstelligen. Der auf der satinierten Halsrückseite eingelassene Bi-Flex Halsspannstab ist mit einem dunkelbraunen Streifen verschlossen, dem sogenannten Skunk Stripe. Der Zugang zum Halsspannstab befindet sich direkt hinter dem 42,8 mm breiten Knochensattel, der die Saiten spielfrei in Richtung geschlossene Mechaniken führt.

Die Mechanikschäfte werden von der tiefsten zur höchsten Saite kürzer, dadurch werden die Saiten auf geringerer Höhe eingefädelt und der Druck auf den Sattel erhöht sich. Trotzdem hat Fender zusätzlich noch einen Saitenniederhalter verbaut, der die hohe E-und H-Saite zusätzlich herunterdrückt. Übrigens besitzt auch unsere Testgitarre eine Mensur von 648 mm, wie es sich für eine Strat gehört.

Die in den USA gefertigte Gitarre bringt übrigens 3441 Gramm auf die Waage, womit sie sich gewichtsmäßig im gesunden Mittelfeld befindet.

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