Test
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02.05.2020

Faderfox EC4 Test

Universeller DJ und DAW MIDI-Controller auch für iOS

Fuchs ohne Fader, aber mit 4.096 Reglern

„EC4“ steht für „Encoder Controller“. Tatsächlich ist dieser „Fuchs ohne Fader“ ein wahrer Allrounder. Er dient zum Steuern jedweder MIDI-controllierbarer Hard- und Software und kommt zusätzlich mit Ableton-Integration. Über 4.000 Parameter lassen sich steuern und das alles von nur einem einzigen Gerät. Kompakter wird’s nicht mehr!

Details

Der EC4 ist ein universeller Controller zur Parameterkontrolle für alle Arten von MIDI-steuerbarer Hard- und Software. Die empfangenden Geräte können per USB (z. B. Computer) oder MIDI angeschlossen werden. Auf der Rückseite befinden sich dafür eine USB-B-Buchse, die auch als Stromversorgung dient und zwei 3,5 mm Miniklinkenanschlüsse, die zum Anschluss an Geräte mit MIDI-DIN-Buchsen noch einen Adapter benötigen. Davon liegt einer dem Gerät bei.

Weiterhin gehört zum Lieferumfang noch eine kurze und informative deutschsprachige Bedienungsanleitung. EC4 ist class-compliant unter macOS und kann sogar Software auf einem iPad oder iPhone steuern, ohne extra Strom zu benötigen. 16 Push-Encoder-Potis mit angenehm gummierter Oberfläche dienen dem Anwählen von 16 Setups mit 16 Gruppen und somit dem Kontrollieren von bis zu 4.096 Parametern. Wer soll da noch den Überblick behalten?

4-Letter-Words

Was den EC4 von anderen Controllern so fundamental unterscheidet, ist sein sehr kompaktes Faderfox-typisches Gehäuse und sein 52 x 21 mm großer OLED-Screen. Kontrastreich sind hier gelb auf schwarz 16 Parameter-Labels abzulesen. Die 16 Einträge korrespondieren mit den 16 Endlos-Push-Encodern auf der Oberfläche. Der Clou: Jeder der Parameter kann nach Belieben mit je vier Zeichen benannt werden, z. B. DekA, Stem, CutO, Reso, Vol1 und so weiter. Einem seiner Vorgänger, dem Faderfox PC4, lagen seinerzeit noch Aufkleber bei, um die einzelnen Parameter auch beschriften zu können.

Beim EC4 erfolgt die Beschriftung sozusagen „direkt ins Gerät“. Auch die Setups und die Groups können benannt werden, so dass man nie den Überblick verliert, selbst wenn ein Setup vor langer Zeit programmiert wurde.

Am Beispiel vom Setup 16 mit dem Namen „Live“ – einer dedizierten Ableton Live Oberfläche – bedeutet das: Group 1 (Vol) verwaltet die ersten 16 Ableton Volume-Regler, Group 2 (Pan) die Panorama-Regler, bei Gruppe 3 (Rack) steuern die ersten acht Regler das angewählte Rack, die übrigen die Lautstärke der ersten acht Kanäle, in Gruppe 4 (Rack) wieder die acht Rack-Regler und die Lautstärke der Kanäle 9 bis 16.

Die Gruppen fünf bis acht (SndA, SndB, SndC und SndD) kümmern sich um die Sends A  bis D der ersten 16 Ableton Kanäle, die Gruppen neun bis zwölf sind mit T1.., T5.., T9.. und T13. beschriftet und stellen für jeweils vier Kanäle wie bei einem kleinen Mischpult oben Send A und B, dann Panorama und ganz unten den Volume-Regler zur Verfügung.

Die Gruppen 13 bis 16 sind unbelegt und können frei zugewiesen werden. Mit einem Klick auf den jeweiligen Push-Regler kann man also zwischen diesen 16 Ableton Controller-Gruppen umschalten und hat 256 Kontrollmöglichkeiten zur Verfügung. Dabei ist jeder Parameter benannt, beim Drehen wird der jeweilige Wert auf Wunsch numerisch angezeigt, für noch mehr graphisches Überblick kann man in die Bar- oder Num-Übersicht wechseln, welche die aktuellen Parameterstände als Balken oder Zahl zwischen 000 und 127 anzeigen. 

Klein, aber oho!

Der zweite große Unterschied des EC4 zu anderen Controllern ist die Vielseitigkeit auf kleinstem Raum. Auf 175 x 105 mm Fläche hat man Zugriff auf  die DAW, Traktor DJ, auf externe Hardware-Synthesizer, kurzum auf alles, was die MIDI-Sprache versteht. In den übrigen 15 Setups steht genug Platz zum Programmieren des EC4 als universellem Controller zur Verfügung. Alle Encoder senden Standard-CC-Befehle mit 7 Bit Auflösung. Dabei entspricht in der Grundeinstellung der MIDI-Kanal jedes Setups der Setup-Nummer.  Das kann natürlich pro Encoder geändert werden.  

Auf der System-Page werden administrative Aufgaben wie das Kopieren und Einfügen von Groups, die Display-Helligkeit und das Verhalten beim Drücken eines Encoders („Push“) verwaltet. Schließlich gibt es noch eine simple, aber durchaus hilfreiche MIDI-Monitor-Page. All diese Funktionen werden mit sieben Faderfox-typischen runden Schaltern schnell und unkompliziert bedient, denn auch die 16 Encoder werden mit ihrer Push-Funktion intelligent in den Editier-Flow mit einbezogen.  

Wer Hardware lieber am Computer als am Gerät selbst programmiert, kann das im Browser-basierten Editor tun, der ausschließlich in Google Chrome läuft. Dazu wird entweder der Inhalt des angewählten oder der aller Setups per Sysex-Dump in den Computer gesendet und kann dort weitreichend im Browser-Editor bearbeitet und wieder zurückgesendet werden.  

Soweit zur grauen Theorie. Aber wie bewährt sich der EC4 in der Praxis?

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