Gitarre Hersteller_Epiphone
Test
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24.09.2016

Praxis

Sound/Bespielbarkeit:

Mit dem Hals hat man definitiv einiges in der Hand. Wer auf fette Vintage-Maße steht, der kommt hier sicherlich auf seine Kosten. Lässt man sich auf ihn ein, merkt man schnell, dass das Bespielen ausgesprochen leicht fällt, Bendings leicht von der Hand gehen und das Instrument schlicht und ergreifend mehr resoniert. Logisch, denn mehr Masse bedeutet auch mehr Schwingung. Die Gitarre lässt sich ausgewogen im Sitzen und auch am Gurt bespielen, sie neigt nicht zur Kopflastigkeit und liefert trocken angespielt einen satten, mit schönen Höhen und klar definierten Mitten versehenen Ton. Die Werkseinstellung ist hervorragend, ein Nachjustieren ist an keiner Ecke notwendig und mit dem aufgezogenen10-46 Saitensatz lässt sich unsere Testkandidatin wunderbar bespielen.

Natürlich bin ich gespannt, wie sich die Epiphone am Amp macht, daher aktiviere ich meinen Marshall JVM 410, der eine mit Vintage 30 Speakern bestückte 2 x 12" Box antreibt. Abgenommen wird mit einem SM57 und natürlich findet keine Klangbearbeitung statt.

Los geht es wie immer mit dem cleanen Kanal des Amps, und ich schalte pro Durchgang alle drei Pickup-Kombinationen durch, beginnend mit dem Halstonabnehmer.

Die Epiphone liefert in der Halsposition einen leicht nasalen, dicken Ton. Die Mittelstellung geht schön drahtig zur Sache und am Steg mischt sich eine ordentliche Portion Mitten ins Klanggeschehen. Alle drei Positionen zeigen sich ausgesprochen antrittsschnell und knackig.

Weiter geht es mit einer Rhythmusfigur, auch hier schalte ich alle drei Positionen durch.

Der Sound lässt sich für meinen Geschmack am besten mit Vintage beschreiben, denn das Höhenbild ist nicht zu prominent, dafür kommen wunderbare Mitten aus den Speakern, die sämtliche Anschläge ausgesprochen schön in Szene setzen, toll!

Ich schalte nun in den Crunch-Kanal des Amps und spiele wieder alle drei Positionen durch, wobei diesmal jede ein eigenes Audiofile erhält.

Der nasale Klang kommt hier naturgemäß stärker zur Geltung und gefällt mir sehr gut. Auch jetzt ist es ein Vintage-Sound, der von vielen aktuellen Gitarren schlicht nicht bedient wird, erst recht nicht in dieser Preisklasse. Alle drei Positionen lassen sich gleichwertig einsetzen.

Es folgt ein Beispiel am stark zerrenden Amp, diesmal aber nur mit dem Steg-Pickup.

Der P-90 am Steg zeigt Zähne und kann auch in dieser Disziplin gefallen. Natürlich ist so kein moderner Breitwandsound möglich, trotzdem, oder besser gesagt, genau deshalb werden diese Pickups gern für Hardrock- und Heavy-Aufnahmen verwendet, da sie das Gespielte wesentlich differenzierter herausarbeiten und in Verbindung mit Humbuckergitarren den gewünschten Sound liefern.

Abschließend folgt ein kleiner Song, die cleane Gitarre wurde mit der Mittelstellung, die Leadgitarre in der zweiten Hälfte dann mit dem P-90 am Steg aufgenommen.

Ich denke, dass dieses Beispiel ganz gut aufzeigt, wo die Stärken der Epiphone liegen, denn sie liefert sehr authentische, knackige Sounds, die zum Spielen einladen.

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