Gitarre Hersteller_Electro-Harmonix
Test
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31.03.2021

Praxis

Für den Praxischeck hängt das EHX Eddy vor einem Fender Silverface Bassman, dessen Signal über eine Universal Audio OX Box läuft. Ich hatte eingehend schon erwähnt, dass die Potis recht nach beieinanderstehen. Im Zusammenspiel mit dem gewissen Widerstand der Potis gestaltet sich das Einstellen dabei etwas mühselig.
Wir starten mit einer ersten Bestandsaufnahme des Klangcharakters. Dafür stehen alle Potis auf 12 Uhr. Zunächst hört ihr das Bypass-Signal, anschließend den Chorus-Modus und zu guter Letzt den Vibrato-Modus. Die Gitarre meiner Wahl ist eine Telecaster.

Und da ist er auch schon, der typisch eiernde Chorus-Sound, den man mit dieser Schaltung gemeinhin assoziiert. Insgesamt fällt das Signal mit dem Tone-Poti auf 12 Uhr etwas gedeckt aus, was aber durchaus charmant wirkt und sich im Vibrato-Modus mit ausgeblendetem Clean-Signal naturgemäß noch einmal verstärkt. Beim Einschalten des Effekts macht sich allerdings ein gewisser Anstieg des Rauschpegels bemerkbar. Ansonsten erlauben Rate- und Depth-Poti zum Justieren des grundlegenden Charakters eine Menge Schattierungen von weichen, hintergründigen Chorus-Sounds bis hin zu warmen und pulsierenden Texturen.
Wie sich das Tone-Poti im Detail verhält, gibts im nächsten Beispiel zu hören. Dafür drehe ich es in mehreren Schritten auf. Da der Sound allerdings schon in der 12-Uhr-Position recht dunkel erscheint, würde ich das Poti persönlich wohl nicht unterhalb der Mittelstellung ansetzen. Sorgt man für mehr Frische im Signal, wird das Eigenrauschen leider auch deutlich hörbarer.

Steht das Shape-Poti in Mittelstellung, arbeitet der LFO mit einer klassischen Sinuswelle. Dreht man das Poti aber nach links oder rechts, pulsiert das Signal deutlicher und bekommt dabei wahlweise eine härtere und abgehacktere Note oder beginnt noch mehr zu eiern. Dabei erlaubt diese Option einige Schattierungen. Im folgenden Beispiel drehe ich das Poti wieder in mehreren Schritten auf.

Beim Untersuchen der Envelope-Funktion bin ich zunächst etwas ratlos, weil der Effekt in keiner Einstellung auf meine Anschlagsintensität reagiert. Erst beim Wechsel auf den recht heiß ausgelegten Steg-Pickup meiner Telecaster gibt das Pedal eine Rückmeldung. Ist man also mit klassischen Singlecoils unterwegs, könnte es sein, dass man nicht richtig in den Genuss dieser Funktion kommt. Mit Humbuckern reagiert das Pedal dann aber zufriedenstellend auf meine Spielweise und auch mit etwas mehr Pegel, beispielsweise von einem Overdrive- oder Booster, dürfte man diese Funktion ebenfalls noch nutzen können. Da der Chorus aber häufig als Clean-Effekt eingesetzt wird, hätte man dieses Feature meines Erachtens dennoch besser abstimmen können. Hier kommen zwei Beispiele, bei denen ich zunächst die Effektgeschwindigkeit und anschließend die Effekttiefe per Anschlag steuere. Die Gitarre ist eine ES-335.

Wie man hören kann, erlaubt das Envelope-Feature auf jeden Fall sehr auffällige und ausdrucksstarke Spielweisen. Das gilt auch für die Steuerung per Expressionpedal. Im nachfolgenden Beispiel habe ich dabei die Effekttiefe des Chorus-Effekts mit dem Fuß an- und abschwellen lassen. Zum Einsatz kam erneut eine Telecaster.

Für einen umfassenderen Eindruck habe ich abschließend noch weitere Beispiele mit unterschiedlichen Gitarren aufgenommen. Dabei kam im letzten Beispiel auch ein Overdrive-Pedal vor dem Chorus zur Anwendung.

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