Hersteller_Electro-Harmonix Gitarre
Test
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25.02.2013

Praxis

Neugierig wie immer, habe ich mich dann auch gleich auf den 44 Magnum gestürzt und in weiser Voraussicht den Volume-Regler ganz langsam aufgedreht, denn schon bei 9 Uhr war nichts mehr mit Zimmerlautstärke. Was für ein Lärm! Vor allem, wenn man das Teil an eine große Box anschließt, geht so richtig die Post ab. Und zwar so, dass ich dem 44 Magnum sogar absolute Bühnentauglichkeit in einer Rockband bescheinigen kann. Aber auch sein kleinerer Bruder, der 22 Caliber, ist nicht zu verachten. Er bringt ebenfalls einen satten Schallruck aufs Podest, allerdings mit weniger Reserven. Vergleichen könnte man das mit zwei Autos unterschiedlicher Leistungsstärke. Beide schaffen 140 km/h, aber am Berg wird es knifflig, dort ist das mit der höheren Leistung klar im Vorteil. So sieht es auch bei den beiden Power Amps aus, der 22 Caliber muss bei höheren Lautstärken etwas mehr kämpfen. Ich persönlich würde sicherheitshalber den 44 Magnum bevorzugen. Beide Kandidaten sind in der Klangwiedergabe recht neutral und harmonieren gut mit den momentan angebotenen Preamps, Multieffekten und Zerrpedalen.

Für den Praxistest habe ich den 44 Magnum hinter ein Boss Power Stack-Pedal (ST-2) geschaltet und dann an eine 4x12 Marshall Box angeschlossen. Wir hören uns erst einmal beide Klangvariationen an, die der 44 Magnum zu bieten hat, nämlich ´Normal´ und ´Bright´. Volume steht bei beiden auf 11 Uhr.

Wenn ´Bright´ aktiviert ist, wird ein schöner Schuss Höhen hinzuaddiert, der meines Erachtens dem Gesamtsound sehr gut tut und vor allem für entsprechende Durchsetzungsfähigkeit sorgt. Hört man sich beide Schalterstellungen im Vergleich an, hat man das Gefühl, dass durch den Bright-Schalter das imaginäre Handtuch vor den Lautsprechern weggenommen wird.

Jetzt ist ein Deluxe-Reverb Pedal von Boss (FDR-1) an der Reihe, auch hier gibt es keine Beanstandungen. Der Volume-Regler des 44 Magnum ist beim ersten Beispiel auf 12 Uhr eingestellt, wobei das relative Lautstärke-Maximum erreicht ist, denn dreht man weiter auf, komprimiert das Signal immer mehr und die Verzerrung setzt ein. Wer auf schmatzige Endstufenzerre steht, der kann also auch die erzeugen. Zu hören ist das im zweiten Beispiel, bei dem ich den Volume-Regler auf 14 Uhr eingestellt habe. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit dem kleinen Bruder.

Wer das Pedal zu Aufnahmezwecken nutzen möchte, dem würde ich wiederum den 22 Caliber empfehlen, weil der sich natürlich noch bei humanen Lautstärken in die Endstufensättigung fahren lässt.

Als letzter Proband zum Vorschalten dient nun ein normales Overdrive-Pedal (Himmelstrutz Fetto) und wir simulieren quasi die Worst-Case-Gig-Situation: Der Amp ist abgeraucht, wir schalten das Pedalboard direkt vor den 44 Magnum, und von dort geht es ohne Umwege zur Box. Und auch das klappt ausgezeichnet. Es ist natürlich klar, dass unser Power Amp nicht das Klangergebnis eines Röhrenamps bieten kann, aber für den Notfall wird man froh sein, wenn man das Gerät noch in die Gitarrentasche gelegt hat.

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