Test
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31.01.2018

Earthworks SV33 Test

Studio-Gesangsmikrofon

In fast jeglicher Hinsicht wunderschön

Earthworks ist ein Hersteller von sehr hochwertigen Kondensatormikrofonen. Nierenmikrofone wie das SR25, aber auch Druckempfänger-Kugeln der QTC-Serie genießen einen sehr guten Ruf – in den heimischen USA etwas mehr als in der hiesigen Schoeps-, Neumann-, DPA- und Sennheiser-Landschaft. Mit dem Earthworks SV33 ist nun ein hochwertiges, spezialisiertes Studiomikrofon auf dem Markt. Die Hochwertigkeit drückt sich schon durch den Preis von deutlich über zweitausend Euro aus. Die Spezialisierung bezieht sich auf die Aufnahme von Gesangsstimmen, das SV33 ist also ein ausgewiesenes Vocal-Mic.  

Details

Groß oder klein?

Dem aufmerksamen Leser ist nicht entgangen, dass in der zweiten Überschrift zu diesem Artikel „Kleinmembran-Kondensatormikrofon“ zu lesen ist. Von außen betrachtet, scheint die Lage klar: Studiomikrofon für Gesang, von ordentlicher Statur, großer Korb – das wird wohl ein Großmembran-Mikrofon sein. Doch man kann sich täuschen! Genauso, wie ein Audio-Technica AT5045 ein Großmembran ist, aber nicht so aussieht und das EV RE20 wie auch das Shure SM7 B nach Großmembran-Kondensern aussehen, aber Tauchspulenmikrofone sind, sind Mikrofone wie ein Neumann M 150 Tube und das Earthworks SV33 eben Kleinmembranmikrofone. Zum Beweis (zum Beispiel nach einer eventuell durchgeführten Wette) lässt sich der große Mikrofonkorb des SV33 abdrehen und offenbart den Blick auf die Kapselkonstruktion. Das sieht aus, als hätte jemand ein Earthworks-Stäbchenmikrofon zersägt und in einem großen Gehäuse untergebracht. Die Nierenkapsel misst 1,4 cm im Durchmesser, der schwingende Membrandurchmesser ist ein paar Millimeter kleiner. Spätestens beim Blick auf das geöffnete Mikrofon sollte klar sein: Das SV33 ist ein „front fire“ zu betreibendes Mikrofon, wird also nicht wie fast alle Studio-Großmembraner von der Seite besprochen!

 

Frequenzgangangabe mit +/2 dB Toleranz statt mit üblichen +/-3 dB!

Es ist der guten Qualität, aber eben auch der Abstimmung von Kapsel und Elektronik anzurechnen, dass die Werte des Earthworks geradezu idealtypisch wirken. So ist der Frequenzgang mit 30 Hz bis 33 kHz angegeben – und zwar sogar mit Abweichungen von +/-2 dB, nicht +/-3 dB, wie es sonst üblich ist. Der maximale Schalldruckpegel wird mit 145 dB(SPL) angegeben, Self Noise nach A-Filterung mit 15 dB. Das Mikro gibt 10 Millivolt pro Pascal aus und zeigt sich gegenüber Preamps unprätentiös: Seine Ausgangsimpedanz liegt bei 65 Ohm, die Phantomspeisung kann auch nur 24 Volt betragen. Geliefert wird das Schmuckstück in einer standesgemäßen Holzschatulle.

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