Test
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17.10.2018

Praxis

Drawmer CMC3 Test: Kleines Gehäuse, aber großer Platzbedarf

Die alte Krux mit Monitorcontrollern: Entweder man hat eine kleine Fernbedienung oder ein Gerät mit allen Kabeln daran angeschlossen vor sich stehen. Beim Drawmer CMC3 gibt es keine Breakout-Box oder ähnliches mit dem die Anschlüsse ausgelagert würden, und so werden alle ein- und ausgehenden Verbindungen horizontal an die Vorder- und Rückseite angeschlossen. Dies bedeutet, dass man mindestens zehn Zentimeter Platz für die Verkabelung vor und hinter dem Gehäuse mit einplanen und frei halten sollte.

Nachdem ich meine Abhören und drei Zuspieler verkabelt habe verschaffe ich mir den ersten Eindruck über den Drawmer CMC3. Das Einschalten mit Hilfe des Powerbuttons erfolgt knack- und störgeräuschfrei. Eine dedizierte Verzögerungsschaltung verhindert, dass etwaige Geräusche, wie sie beim Einschalten üblicherweise induziert werden, auf den Audioweg übertragen werden. Ein schönes Feature, das die wenigsten der Konkurrenz-Controller beherrschen, und leider auch nicht mein zum Vergleich antretendes Mackie Big Knob Studio Command System.

Ein wenig unpraktisch finde ich, dass die Beschriftung der Druckknöpfe oberhalb selbiger angebracht wurde, sodass ich mich während des Tests immer wieder zum Gerät hin bewegen muss, um die Funktion der Knöpfe ablesen zu können. Klar, mit der Zeit kennt man irgendwann die Belegung auswendig, aber dennoch hätte man die Position der Beschriftung mit der der LEDs tauschen können.

Vor und zurück wippend schalte ich durch die verschieden Quellen und probiere alle Mix-Check-Funktionen. Funktioniert alles tadellos und ohne Störgeräusche beim Umschalten.

Der Klang des Drawmer CMC3 ist über alle Zweifel erhaben

Mit dem CMC3 im Signalweg zwischen meiner DAW und der Abhöre höre ich keinerlei Klangverschlechterung heraus. Wo bei günstigen, aktiven Monitorcontrollern gerne mal der Klang verfälscht wird, Bässe weicher werden oder Rauschen hinzukommt, bleibt das Signal aus dem CMC3 völlig sauber. Hier hat man sich laut Herstellerangaben bei den Schaltungen des MC2.1 bedient und erzielt damit eine hervorragende Neutralität und Unverfälschtheit. Auch bei Einsatz des Dim-Schalters oder der Mono-Funktion kann ich dem CMC3 keine auffällige Verfärbung entlocken. Beim schnellen Umverkabeln zu meinem Mackie Big Knob kann ich keine Klangunterschiede ausmachen.

Auf der Unterseite des Drawmer CMC3 gibt es eine Überraschung

Da der Master-Lautstärkeregler in meinem Setup bereits auf 9-Uhr-Position eine für mich angenehm laute Abhörlautstärke liefert, steht mir zunächst nicht viel Reglerweg zur Absenkung der Lautstärke zur Verfügung. Auch daran hat man bei Drawmer gedacht und den Speaker-Ausgängen zwei Trimregler an der Unterseite des Gehäuses spendiert. Per Schraubendreher lassen sich hier alle Lautsprecherausgänge des CMC3 gemeinsam um bis zu 24 Dezibel absenken. Das gibt mir einen größeren Reglerweg für den Master-Volume-Regler in leiseren Lautstärken. Mit abgesenkten Speaker-Trims kann ich nun mittig, auf 12-Uhr-Position, mit einer für mich angenehmen Lautstärke abhören. Allerdings sollte man beachten, dass man auf diese Art den möglichen Maximalpegel ebenfalls um den gleichen Wert absenkt. Wer mit extrem lauten Pegeln abhören möchte, wird die Trimregler also wahrscheinlich auf Maximalpegel stehen lassen wollen.

Die Kopfhörerausgänge des Drawmer CMC3 klingen nicht nur sehr gut, sondern liefern an all meinen Kopfhörern eine sehr hohe Lautstärke. Selbstverständlich hängt die Lautstärke von den Impedanzen der Kopfhörer ab, aber die Amps des CMC3 liefern genügend Pegel, um auch hochohmige Kopfhörer ohrenbetäubend laut machen zu können.

Beim Phasencheck mit dem Drawmer CMC3 den Fehler entdeckt

Der Phasen-Umkehrschalter des CMC3 hat sich bei mir im Praxistest als nützlich erwiesen. Bei einem der angeschlossenen Lautsprecher-Paare hatte ich versehentlich die symmetrische Stereoklinke des rechten Kanals nicht richtig angeschlossen. Durch Drücken des Reverse-Schalters klang jene Abhöre wesentlich schmaler und dichter, und mit deaktiviertem Reverse breit und undifferenziert, sodass es sich folglich um ein falsch angeschlossenes Kabel handeln konnte. So war es auch. Kabel richtig eingesteckt, nochmal den Phase-Reverse gedrückt, und alles verhielt sich wieder wie erwartet.

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