Test
2
17.10.2018

Drawmer CMC3 Test

Aktiver Monitorcontroller

Reich an Features

Mit dem CMC3 bringt der britische Hersteller Drawmer einen weiteren Monitorcontroller auf den Markt. In einem kompakten Gehäuse untergebracht vereint der CMC3 viele Vorzüge seiner Geschwistermodelle MC2.1, MC3.1 und CMC2. Drawmer hat mit dem CMC3 einen gut ausgestatteten und vor allem gut klingenden Controller im Portfolio. Im folgenden Test wird der CMC3 durchleuchtet und auf den Bonedo-Prüfstand gestellt.

Details

Der Drawmer CMC3 ist der CMC2 in größer, besser und mit mehr Anschlussmöglichkeiten

Vom Gehäuse her sieht der Drawmer CMC3 aus wie ein vergrößerter CMC2. Mit seiner 27 mal 16 Zentimeter großen, rechteckigen Grundform und einer Höhe von gerade mal 4,5 Zentimetern benötigt der CMC3 nicht viel Platz auf der Arbeitsfläche. Das schwarze Metallgehäuse wirkt sehr stabil, die Drehpotis sind leichtgängig und stufenlos. Bei den Druckknöpfen hat man sich für einen Metallic-Look entschieden, was dem ganzen Erscheinungsbild einen hochwertigen Eindruck verleiht. Für jeden Druckknopf gibt es eine eigene Status-LED, sodass man im Eifer des Gefechts nicht den Überblick verlieren dürfte. Es lassen sich bis zu vier Stereoquellen anschließen (1 x S/PDIF, 2 x 2 symmetrische Klinken, 1 x unsymmetrische Miniklinke). Ausgangsseitig lassen sich drei Boxenpaare anschließen (symmetrisch), ein Monospeaker wie beispielsweise ein Subwoofer (symmetrisch) und zwei Kopfhörer. Außerdem verfügt der Drawmer CMC3 neben der internen Talkback-Funktion per eingebautem Mikro über die Möglichkeit, ein externes Mikro hierfür anzuschließen. Das interne oder ein externes Talkbackmikro steht als unsymmetrisches Ausgangssignal zum Abgriff per Monoklinke auf der Rückseite des Gehäuses zur Verfügung.

Ein Master-Volume-Regler mit Presetfunktion

In der Mitte der Oberfläche thront – wie nicht anders zu erwarten bei einem Monitorcontroller – der Hauptlautstärkeregler. Mit ihm regelt man, mit welcher Lautstärke die beiden symmetrischen Stereo-Eingänge auf die Boxenausgänge A,B,C und SUB/Mono gegeben werden. Auf die Lautstärken des Talkbacks und der Kopfhörerausgänge hat der Master-Volume-Regler keinen Einfluss. Gepegelt werden kann dank der aktiven Schaltung des CMC3 von minus unendlich bis +6 dB. Beschriftet ist der Drehregler zur leichteren Orientierung mit einer Skala von 0 bis 10. Als herausragende Besonderheit wurde unterhalb des Hauptlautstärkereglers ein Level-Preset-Button spendiert.

Mit Hilfe einer kleinen, versenkten Stellschraube an der schmalen Vorderseite des Gehäuses lässt sich hiermit eine Referenz-Abhörlautstärke einstellen, auf die man immer wieder per Knopfdruck auf den Preset-Button zurückgreifen kann. Obwohl man hier laut Handbuch einen Schraubendreher verwenden soll, lässt sich die Stellschraube auch problemlos mit dem Fingernagel justieren. Statt sich seine präferierte Lautstärkeeinstellung anhand der Skala des großen Drehreglers merken zu müssen, kann man auf die Weise die eigene Lieblingslautstärke per Preset-Knopfdruck abrufen. Sehr praktisch. Der Volumenregler und auch die kleine Stellschraube haben beide spezielle Quad-Potis zur Regelung spendiert bekommen, die auch im MC2.1 verwendet werden und eine hervorragende Klangqualität liefern sollen. Im Praxistest wird dies später unter die akustische Lupe genommen.

Die Oberfläche des Drawmer CMC3 ist übersichtlich und bietet die benötigten Bedienelemente in Gruppen um den Hauptdrehregler angeordnet. Über dem Master-Volume befinden sich die Buttons für die Speakerauswahl. Hier lassen sich, wenn man möchte, alle Knöpfe gleichzeitig aktivieren, sodass man auf bis zu drei Stereoabhören und einem Mono-Speaker (Subwoofer) gleichzeitig hören kann. Der eigentlich praktische Anwendungsfall besteht aber darin, einen angeschlossenen Subwoofer jeweils zusammen mit einem der drei Stereo-Ausgänge abhören zu können. Der Sub-Speaker-Button ist also als Ein/-Aus-Schalter für den Subwoofer zu sehen. Sehr praktisch und längst nicht selbstverständlich bei Monitorcontrollern.

Drawmer CMC3 mit Digitaleingängen

Links neben dem Hauptlautstärkeregler befinden sich die Source-Select-Buttons, die man übrigens in beliebiger Kombination, auch alle gleichzeitig, aktivieren kann. Als Besonderheit und schönes Feature wurde dem nahezu komplett analogen Signalweg des CMC3 ein digitaler S/PDIF-Eingang spendiert. Sobald dort ein gültiges Digitalsignal anliegt (bis 192 kHz/24 Bit) leuchtet die grüne Lock-LED oberhalb des Digi-Source-Buttons und bescheinigt Betriebsbereitschaft. Drawmer dürfte hierbei an PC-User gedacht haben, deren internen Soundkarten mittlerweile alle über einen entsprechenden digitalen Koaxialausgang verfügen und die auf diese Weise brummfrei – da galvanisch getrennt – in den Abhörweg eingeschleift werden können. 

An der Vorderseite des Drawmer CMC3 lässt sich ein weiteren Zuspieler per unsymmetrischer Stereo-Miniklinke anschließen. Ein MP3-Player oder ein Smartphone lassen sich somit beispielsweise leicht zugänglich in den Abhörweg einbinden. Die unsymmetrische Verbindung muss zwar nicht zwingend Probleme verursachen, ist aber bauartbedingt anfällig für Störgeräusche und Einstreuungen und deswegen ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Eine Anbindung solcher Zuspieler per Bluetooth wäre praktischer und zeitgemäßer, würde aber sicherlich den Preis weiter nach oben treiben.

Mix Check mit dem Drawmer CMC3

Die allgemein üblichen Abhörfunktionen von Monitorcontrollern wurden beim CMC3 unter dem Stichwort „Mix Check“ zusammengefasst. Im Handbuch gibt es übrigens lesenswerte Passage mit vielen guten Tips und Anregungen wie man Audiomaterial mit Hilfe der Mix-Check-Funktionen kontrollieren kann. Neben den verbreiteten Optionen wie Mute, Dim, Mono und Cut links/rechts steht dem Mix-Checker ein Phase-Reverse-Button zur Verfügung. Dies ist außergewöhnlich und selbst bei manch teurerem Controller nicht vorhanden. Aktiviert man diesen Reverse, so wird der linke Kanal aller Stereo-Ausgänge in seiner Phase gedreht, und zwar nicht nur auf den Abhören sondern auch an den Kopfhörerausgängen. Ein besonders praktisches Feature, da man damit nicht nur Probleme von Mischungen ausmachen kann, sondern auch etwaige Anschlussfehler durch defekte Kabel oder nicht vollständig eingesteckte symmetrische Stecker identifizieren kann.

CMC3: Da spricht doch einer!

Nicht ganz unwichtig bei Abhörcontrollern ist die sogenannte Talkback-Funktion. Um mit dem Gegenüber im Aufnahmeraum sprechen zu können, bietet der Drawmer CMC3 ein sehr anständig klingendes, internes Mikrofon. Es sitzt unterhalb des Master-Lautstärkereglers im Gehäuse verbaut und fällt bis auf ein paar kleinen Bohrungen zur ungehinderten Schallübertragung nicht weiter auf. Aktiviert wird es über einen nicht-rastenden Druckknopf namens „T'BACK“. Wenn noch für eine weitere Klinkenbuchse Platz am Gehäuse gewesen wäre und ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich mich über einen Talkback-Remote-Anschluss freuen. Manchmal finde ich es einfach praktisch einem Produzenten einen Talkback-Taster an die Hand geben zu können. Dies ist beim CMC3 nicht möglich.

Möchte man ein externes Talkback-Mikro verwenden, so lässt sich ein dynamisches Mikrofon per unsymmetrischer Klinke anschließen. Leider steht für ein externes Mikro keine Phantomspeisung zur Verfügung, sodass man hierbei keine Kondensatormikros benutzen kann. Praktischerweise bietet der CMC3 das Talkback-Signal auf einem dedizierten Ausgang an, um das Selbiges entweder in ein Pult zurückzuführen oder es neben den Kopfhörerwegen beispielsweise zusätzlich auf einen Lautsprecher im Aufnahmeraum legen zu können, falls der oder die Musiker mal keine Kopfhörer benutzen sollten.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare