Test
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15.09.2021

Dixon PP-P1D und PP-P2D Doppelpedale Test

Fußmaschinen

Ganz in Silber

Für DrummerInnen, die sich eine neue Doppelfußmaschine zulegen, dafür aber weder die hohen Preise für die Topmodelle ausgeben, noch die ganz günstigen Eigenmarken der Händler kaufen möchten, gibt es eine große Auswahl an Modellen – zum Beispiel unsere heutigen beiden Testmaschinen der Firma Dixon Drums. Bei der PP-P1D handelt es sich um eine leichte Standardmaschine ohne Schnörkel, die etwas teurere PP-P2D kommt hingegen mit zwei Bodenplatten und Doppelketten. Aufwendige Detaillösungen und komplexe Einstellmöglichkeiten darf man hier wie dort nicht erwarten, gute Laufeigenschaften und Funktionalität jedoch schon. Ob die Pedale mit der Konkurrenz mithalten können, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Die Pedale unterscheiden sich deutlich voneinander

Nachdem ich die Testpedale von ihren Verpackungen befreit habe, wird schnell klar, dass wir es hier mit Standardmodellen ohne jegliche Spezialitäten zu tun haben. Anders als bei den Precision Coil Topversionen, hat man sich bei den PP-P1D und PP-P2D Fußmaschinen eher auf herkömmliche Zutaten in klarem Design beschränkt. So kommen beide Modelle komplett in Silber daher, hier und da abgesetzt durch blaue Akzente, auf die ich später noch eingehen werde. Auffällig sind die dünnen, nahezu ganz glatten Trittplatten, welche ein schnelles Spiel ermöglichen sollen. Identisch sind auch die Rahmen, auf der Mainpedal-Seite jeweils ausgestattet mit seitlichen Spannreifenklemmungen, die – leider etwas umständlich – mit dem mitgelieferten Stimmschlüssel bedient werden müssen. In zwei Punkten unterscheiden sich die Kandidaten jedoch deutlich voneinander. So besitzt das günstigere PP-P1D Modell nur auf der Slave-Seite eine Bodenplatte, das Mainpedal wird mit einem Drahtbügel stabilisiert. Aufgrund dieses Umstands gibt es – anders als bei der Schwestermaschine – keinen Stimmschlüsselhalter. 

Aber auch in Sachen Antrieb gibt es Unterschiede zu vermelden, denn das PP-P1D überträgt die Trittkraft über Einzelketten, während die massivere PP-P2D auf Doppelketten samt breiterer Cams zurückgreift. Weitere Detailunterschiede betreffen die Federaufhängungen, welche im Fall der PP-P2D kugelgelagert sind. Wer seine Maschinen auch beim Beaterwinkel und Trittplattenwinkel an seine Spielgewohnheiten anpassen möchte, wird bei der PP-P1D enttäuscht, eine Verstellung dieser Parameter ist nicht möglich. Die größere PP-P2D bietet die Verstellung zumindest in Abhängigkeit voneinander. Auch die Kardanwellen sind unterschiedlich aufgebaut, jene der PP-P1D kommt verchromt daher und ist nur einseitig ausziehbar. Dafür gibt es bei der teureren PP-P2D blau eingefärbte Deckel für die Lagergehäuse an der Hauptmaschine. Ob sich die auch auf das Innenleben auswirken, konnte ich nicht feststellen, ich vermute jedoch nicht, denn auf der Slave-Seite fehlen sie. Weitere blaue Akzente finden sich noch an den Beatern beider Pedale, welche über eine Filz- und eine Kunststoffseite verfügen. 

Die PP-P1D ist insgesamt leichter, die PP-P2D läuft stabiler

Im Einsatz zeigt sich, dass die PP-P1D nicht nur leichter ist, sondern – aufgrund des Drahtbügels – auch kleiner zusammengelegt werden kann. Damit empfiehlt sie sich für KollegInnen, die zwar ein Doppelpedal verwenden, dieses auf Reisen jedoch möglichst kompakt verstauen wollen. Bei den Laufeigenschaften hat sie jedoch im Vergleich das Nachsehen, denn die Bodenplatte der teureren PP-P2D verleiht der Maschine eine deutlich höhere Stabilität und Verwindungssteifigkeit, was sich wiederum in geringerem Kraftverlust äußert. Sehr angenehm fällt auch der leise und leichte Lauf der PP-P2D auf, was in Verbindung mit den gut geformten, widerstandsarmen Trittplatten zu einem sehr ausgewogenen Spielgefühl beiträgt. Fans erweiterter Justiermöglichkeiten kommen bei der PP-P2D allerdings recht schnell an ihre Grenzen, bei der kleineren Maschine gibt es sie praktisch gar nicht. Wer also die Werks-Setups von Beater und Trittplatte an der PP-P1D nicht mag, sollte sich direkt woanders umsehen. Nicht optimal finde ich auch die Spannreifenklemmung per Stimmschlüssel statt per fest installierter Flügelschraube. Die funktioniert beispielsweise auf Festivals mit Hektik und schlechten Lichtverhältnissen deutlich besser. 

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