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Test
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12.03.2009

Der Fender Cyber Twin SE Test

Vom andern Stern?

Leo Fender, Gründer und Namensgeber der Fender Musical Instruments, war ein Pionier in Sachen elektrische Gitarren und deren Verstärkung. 1948 war er der Erste, der mit der Broadcaster - später Telecaster - eine Solidbody-Gitarre herausbrachte. Schon zwei Jahre zuvor hatte er mit drei Gitarrenverstärkern für Aufsehen gesorgt: dem Princeton mit einem 8“ Speaker, dem Deluxe mit einem 10“, und dem Pro, dem er sogar einen fetten 15“ mitgegeben hatte. In den 50ern folgten Champ und Bassman, letzterer ebenfalls mit einem 15“, ab 1955 aber mit vier 10“ Speakern. Viele halten ihn bis heute für Fenders besten Verstärker und für den Vater aller großen Röhrenamps. Seine Geschwister in dieser Zeit trugen Namen wie Bandmaster, Tremolux oder Twin Amp, viele davon ausgestattet mit einem Tremolo-Effekt, einem Feature, das lange Zeit kennzeichnend und typisch für zahlreiche Verstärker mit dem Fender-Schriftzug war.

 


1963 erblickten einige Klassiker das Licht der Welt, die später noch Musikgeschichte schreiben sollten: Vibrolux (Stevie Ray Vaughans Lieblings-Werkzeug), Twin Reverb (der Referenzamp für Clean Sounds), Deluxe Reverb (der Studio-Clean-Amp in den USA) und Super Reverb. Diese Amps aus der sogenannten Pre-CBS-Ära - Leo Fender verkaufte seine Firma 1965 an den Branchenriesen CBS - sind heute absolut begehrte Sammlerstücke. Und das nicht nur, weil es Raritäten aus einer goldenen Entwicklerzeit sind, sondern weil es sich ganz einfach um hervorragende Amps handelt.

 

Nachdem William C. Schultz, bis dahin leitender Angestellter des Konzerns, 1985 Fender von CBS zurückgekauft hatte, besann man sich wieder auf traditionelle Werte und brachte in den 90ern ein paar Reissues der Klassiker heraus. Doch 2001 holten die Entwickler zum großen Rundumschlag aus und stellten mit dem Cyber Twin einen Verstärker vor, dem sie alle diese Klassiker in simulierter Form einverleibt hatten. Zwar erregte das Teil einiges Aufsehen, aber es sollte noch einmal drei Jahre dauern, in denen die Techniker mit der Erfahrung von Musikern und mithilfe der eigenen Forschungen den Verstärker weiter entwickelten und schließlich s2004 die zweite Version herausbrachten. Diesen Cyber Twin SE - SE steht für Second Edition - haben wir für bonedo auf Herz und Nieren geprüft. Was er so alles kann und welche Amps genau drinstecken, das erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

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