Test
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19.08.2015

Denon DJ DS1 Test

USB-Audiointerface für Serato DJ

... auf den Leib geschneidert!

Seit der Ankündigung im Rahmen der Winter NAMM 2015 mit Spannung erwartet, ist das Serato DVS-Interface Denon DJ DS 1 nun im Handel erhältlich. Was die Sache so interessant macht: Es ist das erste USB-Audiointerface für Serato DJ, das nicht von Rane stammt. Ähnlich wie deren SL2 wird das DS1 mit Timecodes, Kabelsatz und Softwarelizenz ausgeliefert und bietet je zwei stereophone Ein- und Ausgänge zum Anschluss von Plattenspielern und CDs. Es arbeitet jedoch mit einer höheren Auflösung und ist dazu mit 419 € Listenpreis deutlich preiswerter als das Konkurrenzmodell (666 € UVP), was sich natürlich im Portemonnaie bemerkbar macht. Eine echte Kampfansage? Wir werden es herausfinden!

Details

Ich öffne die stylische Verpackung und zum Vorschein kommen das anthrazitfarbene, mit einer Größe von 118 x 90 x 24 Millimetern äußerst kompakte Interface, je zwei zeitcodierte CDs und Vinylscheiben, ferner ein USB- und vier Cinch-Kabel. Die Schallplatten enthalten auf ihrer Rückseite den Timecode und auf der A-Seite den Song „Funky Reggae Party“ von Bob Marley im Z-Trip Remix. Ebenfalls zum Paket gehören eine deutschsprachige Bedienungsanleitung, die obligatorischen Garantie- und Sicherheitshinweise und eine Download-Anleitung für Serato DJ.

Erster Eindruck

Das Gehäuse des DS1 ist aus stabilem Druckguss-Aluminium gefertigt und wirkt sehr widerstandsfähig. Die beiden sauber verschraubten Metallplatten des Anschluss-Panels machen eine gute Figur und die vergoldeten Cinch-Buchsen sitzen bombenfest im Chassis. Auch die Erdungsschraube, der Phono/Line-Umschalter und die USB-Buchse wirken nicht, als würden sie on-the-road schnell kapitulieren.

Aufgrund des handlichen Formfaktors und des relativ geringen Gewichts von lediglich 250 Gramm, macht sich das DS1 im Gigbag kaum bemerkbar – der ideale Reisebegleiter. In diesem Punkt ist unser Testkandidat gegenüber den durchgehend größeren Konkurrenzmodellen von Rane oder Native Instruments klar im Vorteil. Einen kleinen Punktabzug gibt es von mir, weil das Interface auf seiner Unterseite nicht über Gummifüße oder dergleichen verfügt.

Hardware

Das DS1 erlaubt via Cinch den Anschluss von zwei CD-Playern oder Plattenspielern, für deren Massekabel eine griffige, verchromte Schraube bereit steht. Der Wechsel zwischen Phono- und Line-Pegel erfolgt über einen robusten Metallschalter. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden die Ausgänge, die USB-Buchse und eine Power-LED untergebracht. An dieser Stelle möchte auch festhalten, dass die Wandler des DS1 eine Sampling-Rate von bis zu 96 kHz zulassen. Beim SL2 sind es höchstens 48 kHz. Beide Interfaces arbeiten mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit

Serato DJ & DS1 Firmware

Damit das Interface reibungslos arbeitet, lade ich mir den 2 MB „leichten“ Firmware-Updater für die DS1-Hardware von Denons Website herunter und im Handumdrehen ist die schwarze Box auf den aktuellen Stand gebracht (Version 1.0.1). Für das DS1 heißt es noch, mindestens auf Serato DJ 1.7.6. „upzudaten“ und nach dem Installationsvorgang und dem obligatorischen Neustart meines Computers kann es losgehen. Der im Test verwendete Rechner ist ein iMac mit 2,4 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und 4 GB Arbeitsspeicher. Mein Betriebssystem ist OSX 10.8.5.

Ich verbinde das USB-Kabel mit dem Interface, die blaue Power-LED leuchtet auf und nachdem Serato DJ hochgefahren ist, erkennt die Software wie gewünscht Denons Interface. Serato DJ stellt dem Nutzer je nach Hardware bis zu vier Decks zur Verfügung. Beim DS1 sind es demnach zwei Player mit farbigen Wellenformdarstellungen. Außerdem im Programm: je acht Hotcues, Auto-Sync, Keylock, Loops und ein Sample-Player. Ich möchte in diesem Artikel nicht auf sämtliche Serato-Funktionen eingehen, denn dies soll ja kein Software-Review werden, daher empfehle ich allen, die sich detailliert über Serato DJ informieren möchten, diesen Test meines Bondeo-Kollegen Peter Westermeier zu studieren.

Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass das Denon DS1 nicht mit Serato Scratch Live funktioniert, sondern ausschließlich mit Serato DJ. Wer also bis jetzt nicht „übergelaufen“ ist, muss dies spätestens mit dem Erwerb des DS1 nachholen.

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