Hersteller_DaveSmith
Test
3
07.08.2018

Fazit
(4 / 5)

Der Dave Smith Instruments Sequential Prophet X ist ein mächtiger, polyphoner Hybridsynthesizer, der digitale Oszillatoren und Sample Player mit einem analogen Filter kombiniert. Die integrierte Sample Library stammt von 8Dio und ist mit 150 GB nicht nur üppig bemessen, sondern enthält auch viele charakterstarke und sehr gut klingende Samples. Der Schwerpunkt liegt dabei ausdrücklich auf dem kreativen Sounddesign und nicht auf „Brot-und-Butter-Sounds“ wie bei einer Workstation. Die Möglichkeiten zur Manipulation von Samples und Loops sind zwar nicht neu, aber mit dieser Form des direkten Zugriffs einzigartig. Samples und Oszillatoren lassen sich auf vielfältige Weisen kombinieren und miteinander verflechten. Das sehr gut klingende Filter, eine üppige Modulationsmatrix mit 16 Slots und die ebenfalls gut klingende und praxisgerechte Effektsektion runden die Klangerzeugung ab. Durch das gelungene Bedienkonzept ist der Prophet X trotz seiner Komplexität relativ einfach zu bedienen und macht auch auf der Bühne eine gute Figur. Seine große Stärke liegt jedoch im Sounddesign zum Beispiel für Filmkompositionen, wo er die Möglichkeiten der Samplemanipulation voll ausspielen kann. Leider tragen die Presets den Fähigkeiten des Prophet X nur ansatzweise Rechnung – wer den Synthesizer nur danach beurteilt, kratzt nur an der Oberfläche und wird sich eventuell enttäuscht abwenden. Wer sich aber vertieft, bekommt mit dem Prophet X ein inspirierendes Sounddesign-Werkzeug, das noch einmal deutlich an Attraktivität gewinnen wird, wenn in einigen Monaten die Software zum Import eigener Samples erscheint. Der Prophet X ist kein Allround-Synthesizer, sondern ein Spezialist für jene, die sich intensiv mit dem Thema Sounddesign beschäftigen. Auch sollte man das das nötige Kleingeld übrig haben, denn der Preis von beinahe 4000 Euro ist auch angesichts des Gebotenen ziemlich happig.

  • PRO
  • Sehr guter Gesamtklang
  • Klangerzeugung komplett in Stereo ausgelegt
  • Üppiger Samplespeicher (200 GB SSD, davon 150 GB mit 8Dio-Library gefüllt)
  • Gut durchdachtes Bedienkonzept mit viel direktem Zugriff
  • Echtzeitkontrolle über Sample-Start- und Endpunkte, Abspielrichtung und Loops
  • Umfangreiche Modulationsmatrix
  • Solide Verarbeitung, gute Tastatur
  • CONTRA
  • Sehr hoher Preis
  • Noch keine Unterstützung für Benutzer-Samples (Software in Entwicklung)
  • FEATURES
  • Klangerzeugung: hybrid (digitale Oszillatoren und Sample-Player, analoges Filter)
  • Bitimbral mit Split- und Stack-Modi
  • 2 Stereo-Sampleplayer pro Stimme
  • Multisamples in 48kHz/16bit
  • Echtzeitmodulation von Sample Start, End und Loops
  • 200 GB interner SSD-Speicher, davon 150 GB mit 8Dio Library gefüllt
  • Import eigener Samples in Planung
  • 2 digitale Oszillatoren pro Stimme (Sinus, Sägezahn, Rechteck, Super Saw)
  • Waveshaping
  • Sync
  • Analoges 24dB Stereo Tiefpassfilter mit Resonanz
  • 4 Envelopes (ADSR + Delay, loopbar)
  • 4 LFOs
  • Modulationsmatrix mit 16 Slots, 28 Quellen und 88 Zielen
  • Arpeggiator
  • Polyphoner Step Sequencer mit 64 Steps
  • 2 digitale Effektprozessoren mit 12 Effekten, je 3 Parameter regel- und modulierbar
  • Master Clock mit Tap Tempo und MIDI Sync
  • Tastatur: 61 leicht gewichtete Tasten mit Velocity und Channel Aftertouch
  • Räder für Pitch Bend und Modulation
  • 2 Touchstrips mit Latch-Funktion
  • Speicherplätze: 512 Presets (nicht überschreibbar), 512 User
  • Anschlüsse: Kopfhörer, 2x Stereo Line Out (L/R), 4 Pedale (Expression, Sustain, Volume, Sequencer), MIDI In/Out/Thru, USB MIDI, USB Memory (für Sample-Import)
  • Abmessungen (LxBxH): 97,6 x 34,3 x 10,9 cm
  • Gewicht: 10,9 kg
  • PREIS
  • DSI Sequential Prophet X: Ca. 3.855 € (Straßenpreis, Stand 07.08.2018)

Weitere Informationen zu diesem Produkt gibt es auf der Webseite des Herstellers.

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