Gitarre Hersteller_Cort
Test
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18.06.2021

Praxis

Für die Soundfiles spiele ich zunächst direkt in ein 73er Fender Bassman Top und gehe von dort in die Faltung eines 4x12" Celestion PreRola Greenbacks.
Beim trockenen Anspielen entfaltet die Gitarre eine tolle Schwingungsfreudigkeit und zeigt sich äußerst spritzig. Das Werks-Setup ist in puncto Halsneigung und Oktavreinheit einwandfrei, auch wenn man die Saitenlage noch etwas tiefer legen könnte. Das Spielgefühl ist sofort sehr vertraut und der erste haptische Eindruck spottet dem Preis.
Clean zeigt die Gitarre einen klaren und präsenten, tendenziell höhenreichen Sound und die Abstimmung der beiden Pickups ist sehr glücklich gewählt, denn sie ergänzen sich klanglich perfekt. Bauartbedingt sind die Pickup-Positionen 1,3 und 5 lauter als die beiden Split-Stellungen, die eher für glasige Pickings und funky Riffings einsetzbar sind.

Für dieses Audio schalte ich einen Wampler Tumnus als Verzerrer vor den Bassman. Angezerrte Crunchsounds gelingen sehr überzeugend und durchsetzungsfähig, wobei ich vor allem vom Hals-Pickup überrascht bin, der erstaunlich klar wirkt und überhaupt nicht mulmt. Wenn es um stratigere Lowgain- und Break Up-Sounds geht, sind die Zwischenpositionen erste Wahl, auch wenn sich hier die Lautstärke deutlich reduziert.

Nun geht es eine Gainstufe weiter und ich parke die Cort vor einen Marshall Plexi. Der Trembucker in der Stegposition liefert einen kraftvollen und aggressiven Sound, der sich durch jeden Mix beißt. Klanglich ist die Gitarre extrem flexibel, denn wie wir oben gesehen haben, kommen jazzige und funky Sounds genauso gut wie Crunch und Rockbretter. Der Halstonabnehmer lässt in Kombination mit dem Plexi Hendrix-mäßige Riffings zu und erneut bin ich über die Klarheit im Bassbereich erstaunt.

Betrachten wir nun die Potis. Dynamisches Arbeiten mit dem Volume-Poti ohne Höhenklau beim Zurückdrehen ist überhaupt kein Problem. Die Gitarre reagiert sehr feinfühlig auf nuanciertes Spiel und der Regelweg ist super ausgelegt. Auch das Tone-Poti erledigt seinen Job funktional und bedämpft die Höhen sehr effektiv, wobei auch extreme Stellungen durchaus brauchbare Sounds zur Verfügung stellen.

Zum Abschluss stöpsele ich die Gitarre in einen Peavey 5150 und höre mir die High-Gain-Fraktion an. Erneut liefert die Cort sehr klare und aufgeräumte Powerchords, ohne im Bassbereich zu matschen. Alles wirkt sehr transparent und punchy. Solosounds gehen wie Butter von der Hand, denn die Jumbo-Bünde und der Hals verleihen ein extrem sportliches Spielgefühl.

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