Gitarre Hersteller_Charvel
Test
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10.03.2020

Praxis

Wenn man noch nie auf einer siebensaitigen Gitarre gespielt hat, braucht man eine gewisse Eingewöhnungszeit. Das liegt zum einen am breiteren Hals und zum anderen an der zusätzlichen tiefen Saite, die einen anfangs immer wieder aus dem Konzept bringt. Die Bespielbarkeit erweist sich nach einiger Zeit als sehr gut und die Gitarre bietet einen guten und stabilen Primärklang mit einem anständigen Sustain. Die Tonabnehmer sind sehr kräftig mit einer leichten Betonung der oberen Mitten. Obwohl die Gitarre nicht wirklich für cleane Sounds konstruiert wurde, möchte ich euch den unverzerrten Klang nicht vorenthalten. Im ersten Soundbeispiel hört ihr alle Einstellungen des Fünfwegschalters, beginnend mit dem Bridge-Pickup.

Die Reihenfolge:

Steg-Humbucker
Beide Pickups gesplittet (nur die inneren Spulen)
Steg & Hals im Humbucker-Modus
Hals-Humbucker (beide Spulen parallel geschaltet)
Hals-Humbucker

Kommen wir zur eigentlichen Bestimmung der Gitarre, dem High-Gain-Bereich. Hier kann sie zeigen, wo der Hammer hängt. Die hohe Ausgangsleistung und die fette Kompression sorgen für einen sehr stabilen Ton, der über dem gesamten Griffbrett erhalten bleibt.

Die Zwischenposition der beiden innenliegenden und gesplitteten Spulen erinnert entfernt an den Sound einer Telecaster, wobei der gesplittete Humbucker wegen seines glasigen Sounds nicht an die Offenheit wirklicher Singlecoils heranreicht.

Die dritte Schalterstellung bietet einen fetten Ton mit hohem Ausgangspegel, denn schließlich arbeiten die beiden Hochleistungspickups hier im Humbucker-Modus. Der Ton ist zwar kräftig, aber bei weitem nicht so fokussiert wie die beiden separaten Einstellungen.

Zum Schluss stelle ich euch noch die beiden Positionen 4 und 5 vor. Beide Sounds beziehen sich auf den Halstonabnehmer und unterscheiden sich gewaltig voneinander. Wenn beide Spulen parallelgeschaltet werden, erhält man einen klareren Sound mit weniger Mittenanteilen und einem etwas geringeren Output als im seriellen bzw. in der Standard-Humbuckerschaltung. Der Sound tendiert zwar in Richtung Splitsound, ist jedoch nicht so glasig und brummt nicht, weil der Humbucker-Effekt, bzw. die Rauschunterdrückung, erhalten bleibt. Im Humbuckermodus hat der Ton dann mehr Fülle und weniger Attack.

Zum Schluss gibt es noch ein solistisches Soundbeispiel mit noch mehr Gain. Hier kann die Gitarre ebenfalls punkten, denn egal, wieviel Verzerrung man benutzt, der Ton bleibt knackig und unvermatscht.

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