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Test
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19.03.2019

Blackstar Studio 10 6L6 Test

Röhrencombo für E-Gitarre

Kompakter Könner

Der Blackstar Studio10 6L6 Vollröhren-Amp ist Teil einer aus drei Combos bestehenden Serie, die pünktlich zum zehnjährigen Firmenjubiläum der britischen Verstärkermanufaktur das Licht der Welt erblickte. Wie der Name schon erahnen lässt, liefert unser Testkandidat wie die beiden anderen Combos 10 Watt, die allerdings bei den drei Versionen jeweils aus unterschiedlichen Endstufenröhren generiert werden.

Zur Auswahl stehen ein Combo mit einer EL34-Röhre, die den klassischen britischen Ton repräsentiert, ein KT88-Exemplar für flexible Töne in beide Richtungen und unser Testkandidat mit einer 6L6 Röhre, der laut Hersteller die amerikanische Abteilung mit brillanten Cleansounds genau so abdecken soll wie mit durchsetzungsstarken Leads. Nach den Tests der beiden Seriengeschwistern Blackstar Studio 10 EL34 und Studio 10 KT88 wollen wir uns heute den Blackstar Studio 10 6L6 einmal genauer anschauen.

Details

Sicher verpackt erreicht mich der handliche, 473 x 421 x 251 mm messende Combo-Verstärker in halboffener Bauweise, der 15,4 kg auf die Waage bringt und in cremefarbenem Tolex steckt. Um die drei Verstärker voneinander unterscheiden zu können, hat Blackstar sie in unterschiedlich gefärbtes Tolex gehüllt, wobei unser heutiger Testamp definitiv aus der Reihe tanzt. Während die beiden anderen dunkelgrün (KT88) und schwarz (EL34) tragen, zeigt die 6L6-Version zum hellen Bezug auch noch eine rote Lautsprecherbespannung. Im Inneren bereitet übrigens wie bei den beiden anderen Combos eine ECC83 Vorstufenröhre das Signal auf, in unserem Fall ist dann besagte 6L6-Röhre für die Endstufe zuständig.

Der Transport wird durch einen an der Oberseite befestigten Tragegriff erleichtert, und einmal abgesetzt, steht der Amp sicher auf vier dicken Gummifüßen. Was die Verarbeitung anbetrifft, kann ich bei dem in China gefertigten Verstärker nichts Negatives finden, daher schaue ich mir die Rückseite einmal genauer an.

Die Anschlussmöglichkeiten sind kopfüber angebracht, und um diese ohne Verrenkungen leichter orten zu können, hat der Hersteller eine beschriftete Metallplatte angebracht, die Auskunft über die Positionierung der Klinkenbuchsen gibt. Eine sehr gute Idee!

Das mitgelieferte Stromkabel findet seinen Gegenpart auf der linken Seite, gefolgt von drei Klinkenbuchsen, die dem Anschluss von Lautsprechern dienen, wobei eine natürlich belegt ist und den eingebauten Celestion Seventy 80 12" Speaker versorgt. Die folgende Tabelle zeigt die korrekten Anschlussbelegungen:

Der Blick wandert weiter nach rechts und entdeckt eine Emulated-Output- und Headphone-Buchse. Hier steht ein frequenzkorrigiertes Signal zum Abhören mit einem Kopfhörer oder auch zum Aufnehmen bereit. Das werde ich im Praxisteil natürlich genauer untersuchen. Blackstar weist darauf hin, dass diese Buchse nur mit einer Stereoklinke verwendet werden kann, was beim Anschluss eines Kopfhörers natürlich Sinn macht. Umgekehrt ist der Einsatz einer Mono-Klinke beispielsweise für eine Aufnahme nicht möglich. Auch an einen Effekt-Einschleifweg wurde gedacht, der dank eines kleinen Schalters zwischen +4dBV und -10dBV justiert werden kann. Somit lassen sich nicht nur Pedale, sondern auch Studioprozessoren einbinden.

Mit dem Amp kommt ein Fußschalter, der den Drive aktiviert, und auch dessen Anschluss findet sich hier an der Rückseite. Er ist vollständig aus Metall gefertigt und macht einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Beim Betätigen aktiviert er eine rote LED, die anzeigt, ob der Drive aktiv ist oder nicht. Insgesamt vier Meter lang ist sein Anschlusskabel, was für die meisten Anwendungen ausreichen sollte. Wer den Hall, mit dem der Amp ebenfalls ausgestattet ist, fernsteuern möchte, kann optional den FS-8 Fußschalter verwenden, der neben dem Fernschalten des Drives auch diese Möglichkeit bietet.

Die Oberseite des Amps zeigt sich recht übersichtlich und dank der weißen Schrift auf schwarzem Grund lassen sich die Bedienelemente gut ablesen. Sämtliche Potis besitzen beigefarbene Chickenhead-Knöpfe mit weißem Skalenstrich, was die Übersicht ebenfalls deutlich erhöht. Ganz links befindet sich die Eingangsbuchse zum Anschluss der Gitarre, rechts daneben der Gain-Regler, der den Zerrgrad bestimmt. Weiter geht es mit dem bereits erwähnten Drive-Schalter, der sich auch mit dem oben erwähnten Fußschalter fernbedienen lässt. Dazu sollte der Schalter am Amp übrigens aktiviert sein.

Mit dem Tone-Regler werden nach links gedreht die Bässe angehoben und die Höhen abgesenkt, logischerweise nach rechts gedreht die Bässe abgesenkt und die Höhen in den Vordergrund geschoben. Einen Reverb besitzt der kleine Combo auch, der sich ebenfalls in seiner Intensität regulieren lässt, und auch ein Master-Regler darf nicht fehlen, der die Gesamtlautstärke bestimmt. Zum Glück, denn trotz nur 10 Watt weiß der Kleine, wie man sich effektiv in Szene setzt und liefert genügend Pegel, um auch kleine Gigs locker bestehen zu können.

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