Gitarre Hersteller_Blackstar
Test
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12.09.2020

Praxis

Der Fly 3 Acoustic kommt ganz ohne Zubehör. Das Paneel erschließt sich selbsterklärend, sodass man den "Beipackzettel" nicht benötigt. Die Batterien sind bereits eingelegt, sodass man den Combo nur noch einzuschalten braucht. Zunächst fällt auf, dass der Fly 3 Acoustic (bei Zimmerlautstärke) relativ geräuschlos arbeitet.
Einen volltönenden voluminösen Sound generiert das kleine Gehäuse erwartungsgemäß nicht. Die Mitten und tiefen Mitten dominieren, wenn der Bassregler voll aufgedreht ist. Einen Hochtöner hat der Combo nicht an Bord. Die Klanganteile im oberen Frequenzbereich reichen aber aus. Er ist nicht unbedingt ein Schönfärber und kann natürlich auch nicht die Schwächen unterschiedlicher Tonabnehmersysteme kaschieren.

Lohnt sich die Investition für einen Gitarrenakustiker? Das Natursignal einer Vollakustikgitarre kommt in der guten Stube in der Regel auch ohne Verstärkung aus. Ein Akustikverstärker dürfte erst dann ins Spiel kommen, wenn einerseits die Performance an ein Auditorium adressiert wird und andererseits das Natursignal der Akustikgitarre zu schwach/zu leise oder/und Effekte essentieller Bestandteil dieser Performance sind.
Der Fly 3 Acoustic erreicht zum Glück ein Lautstärkeniveau, dass das einer Akustikgitarre leicht toppt. Eine saubere Wiedergabe ist dann nur bis zu einer Auslastung von 60-70 % möglich, dann antwortet der Lautsprecher mit Verzerrungen.

Dennoch gibt es auch Argumente, die für eine Investition sprechen. Soloakustiker, die im Ensemble (unplugged) nicht untergehen wollen, bekommen die Unterstützung, die den Unterschied ausmacht. Andererseits kann der Lautsprecher so ausgerichtet werden, dass sich der Klang ausgewogen im Raum ausbreitet.

Bei den folgenden Audiobeispielen habe ich ein TLM 103 bei einem Abstand von ca. 5 cm auf den Speaker gerichtet ist. Die Raumakustik soll den Klang des Lautsprechers nicht beeinflussen. Ich benutze eine Taylor Jumbo 615 mit einem Fishman-Piezo.

Obwohl der Lautsprecher einen leicht nasalen Sound produziert, klingt die Gitarre unter Studiobedingungen erstaunlich gut. Die tiefen Frequenzen kommen überraschend gut zur Geltung, dasselbe gilt auch für die Höhen. Man muss aber auch bedenken, dass die Basswiedergabe auch durch den Nahbesprechungseffekt (bei Studiomikrofonen) beeinflusst wird. Rhythmen werden doch stark komprimiert wiedergegeben.

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