Keyboards
Test
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09.07.2021

Praxis

Die 303 ist kein moderner Performance-Synth. So müssen etwa Noten sowie Timing-Informationen nach wie vor getrennt programmiert werden. Live wird es zudem schwierig, neue Noten zu setzten, da die 303 für einen wichtigen Wechsel der Modes gestoppt werden muss. Erst einmal raffen muss man außerdem, dass es diese drei Modes überhaupt gibt und dass die Taster teils sehr unterschiedliche Funktionen bekommen. 

Mit alleinigem Draufgucken erklärt sich das hier jedenfalls leider nicht, und schon gar nicht von selbst. Schön also, dass es das Internet gibt und Leute sich die Mühe gemacht haben, es auch Laien zu verklickern – auf Behringer Gebrauchsanweisungen ist ja ohnehin kaum Verlass.

Patterns können zu Songs verbunden werden, was aber selten jemand macht. Normalerweise arbeitet man sich kontinuierlich an einem Pattern ab, was letzten Endes hypnotisch wird, weil nur die Performance der Regler das ausdrucksstarke Spiel ausmacht. Es entsteht das typische Filter-Blubbern, und das sollten wir uns spätestens jetzt auch mal anhören!

Das Overdrive wird sehr dick, unten in den letzten Millimetern des Regelwegs. Es gefällt mir grundsätzlich gut – aber es geht immer noch besser, wie ich mit meinem SSL VHD oben drauf beweise. Klanggestalterisch ist es geil, dass es so mehr an Bass im Overdrive gibt – im Club bekommt man es hingegen mit der Angst zu tun.

Let‘s talk Politics

Behringers Strategie ist klar: Kopieren, gegebenenfalls minimal verbessern und deutlich günstiger anbieten. Damit sind sie für all diejenigen eine direkte Bereicherung auf dem Markt, die ein begrenztes Budget zur Verfügung haben. Karma hin oder her, im Grunde profitieren aber ausnahmslos alle von vom regen Treiben des Music Tribes – sogar die Snobs, welche die Marke „aus Prinzip“ verschmähen: Wo Preisdruck entsteht, müssen „etablierte“ Marken zwangsweise mehr Features abliefern, um nach wie vor einen höheren Preis rechtfertigen zu können.

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