Gitarre Hersteller_Pushking_Pedals
Test
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13.08.2019

Praxis

Einen Verzerrer mit nachgeschaltetem EQ auszustatten, halte ich für eine hervorragende Idee. So ist man nicht mehr auf Gedeih und Verderb auf die klangliche Färbung des verwendeten Gitarrenamps angewiesen. Leute wie David Gilmour benutzen aus diesem Grunde schon seit langem kaskadierte Pedale, um der Verzerrung eine spezielle Färbung mit auf den Weg zu geben. Allerdings ist ein nachgeschalteter EQ nicht alles, denn er beeinflusst weder die Zerrstruktur noch den Sättigungsgrad der Verzerrung. So lässt sich auch beim Ironfinger die Art der Verzerrung und das damit verbundene Spielgefühl nicht verändern. Aber das ist auch garnicht gewollt, denn hier geht es nicht um die eierlegende Wollmilchsau, sondern um beinharten Rock. Bevor wir zu den eigentlichen Audiobeispielen kommen, gibt es zuerst einmal ein Referenz-File. Der verwendete Amp ist mein alter 100 Watt Marshall JMP in der cleanen Einstellung.

Im Folgenden hört ihr das Pedal in seiner "cleansten" Einstellung, die im Gegensatz zu vielen anderen Verzerrern bereits eine beachtliche Verzerrung hervorbringt. Der EQ steht hier in der 12-Uhr-Position, wobei er den Sound unbeeinflusst passieren lässt.

Was beim Einschalten des Pedals sofort auffällt, ist der nasale geprägte Grundsound, der an ein vorgeschaltetes Wah-Wah erinnert. Das Ganze macht durchaus Sinn, denn die Befeuerung der Bratstufe prägt schließlich den gesamten Sound der Verzerrung. Auch wenn der Sound nicht jedermanns Geschmack ist, so hat er doch etwas ganz Eigenes, das besonders für Freunde von 80er Heavy/Metal im Stil von Iron Maiden und Judas Priest interessant sein könnte. Hier das Pedal mit dem Gainregler auf 12 Uhr.

Mit dem Gainregler auf 16 Uhr bringt das Pedal eine massive Verzerrung, die dank der schlank gehaltenen Eingangsstufe nie mulmig klingt. Auch wenn der Zerrgrad für meinen Geschmack zu hoch ist, setzt sich der Sound immer noch sehr gut durch. Die Dynamik ist in dieser hohen Einstellung zwar etwas eingeschränkter als bei Mediumgain, was aber in der Natur der Sache liegt. Schließich bedeutet ein Mehr an Verzerrung auch immer eine höhere Kompression.

Kommen wir zur Wirkungsweise des Equalizers, mit dem man den Sound des Pedals gut an jeden Amp anpassen kann. Im folgenden Beispiel demonstriere ich euch zuerst einmal die Wirkungsweise des Bassreglers. Zu hören sind insgesamt fünf Einstellungen, beginnend bei 9 Uhr bis hin zur Maximalstellung. Hier gefällt mir besonders gut, dass der Sound in keiner Einstellung unbrauchbar klingt. Selbst auf Rechtsanschlag wummert nichts. Stattdessen erhält man einen angenehm fetten Ton.

Der Treble-Regler ist ebenfalls gut auf die Bratabteilung des Pedals abgestimmt. Nur in der maximalen Einstellung wird der Ton etwas zu harsch, was aber völlig in Ordnung ist, denn schließlich muss man den Regler ja nicht komplett aufreißen. Das Audiobeispiel besteht auch wieder aus fünf Teilen und beginnt bei 9 Uhr, es folgen 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr und Maximalstellung.

Während bei Treble- und Bassregler die Frequenzen festgelegt sind, lässt sich der Mittenbereich individuell einstellen. Man ist hier also völlig frei und kann den Sound individuell gestalten. Dabei sollte man sich anfangs jedoch etwas Zeit nehmen, denn vor lauter Möglichkeiten ist es gar nicht so einfach, seinen persönlichen Sweetspot zu finden.

Aus diesem Grunde habe ich die Wirkungsweise des Mittenreglers grob in zwei Soundbeispiele verpackt. Im ersten Soundbeispiel steht der Mid-Regler auf Rechtsanschlag und im zweiten Audiofile auf Linksanschlag. Was dann jeweils folgt, ist ein einfaches Herumprobieren mit Freq. und Q-Faktor, wobei die Ergebnisse teilweise drastisch ausfallen. Dabei klingt es aber nie künstlich aufgeblasen, sondern warm und organisch. Bei den Soundfiles stehen die Bass-, Treble- und Gainregler in der 12-Uhr-Position.

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