Test
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03.03.2021

Audient EVO Start Recording Bundle Test

Einsteiger-Set

Homerecording, Podcasting und Streaming leicht gemacht

Beim EVO Start Recording Bundle handelt es sich um ein Einsteiger-Set des Herstellers Audient, das sich an alle richtet, die mit Homerecording oder Podcasting beginnen möchten oder auch einfach nur ein komfortables Streaming-Set für Gaming-Sessions suchen.

Für diese Zwecke finden sich hier alle Geräte wieder, die man für das Recording zuhause benötigt. Zusätzlich wartet das enthaltene Audio-Interface EVO 4 mit etlichen Features auf, die seine Bedienung vereinfachen sollen, so dass Einsteiger mit diesem Bundle im Handumdrehen erfolgreich Aufnahmen machen können. Da die Konkurrenz in diesem Gebiet aber enorm ist, dürfen wir gespannt sein, wie sich das EVO Start Recording Bundle unter Testbedingungen in der Praxis schlägt.

Details

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Bundles gehören das kleine Audio-Interface EVO 4, das Kondensator-Mikrofon EVO SR1 mitsamt Shockmount, der geschlossene Kopfhörer EVO SR2000 und ein Mikrofonkabel mit XLR-Steckern und einem USB-Kabel. Außerdem gibt es ein Softwarepaket, das Audient zum Download bereitstellt. Es besteht aus Cubase LE, der App Cubasis LE 2, verschiedenen virtuellen Synthesizern und Plugins sowie Zugriff auf über 2 GB Samples und drei Gratis-Kursen auf der Lernplattform Produce Like A Pro. Damit hat das Set wirklich alles an Bord, was man benötigt, um nach dem Auspacken sofort mit Recordings loslegen zu können. Dieser Lieferumfang gepaart mit dem günstigen Preis und einer drei Jahre umfassenden Herstellergarantie machen dieses Bundle eventuell zu einem No-Brainer… sofern es unter unseren Testbedingungen besteht.

Audio-Interface EVO 4

Das EVO 4 ist ein super-kompaktes Audio-Interface, das wirklich in jeden Rucksack passt. Mit seinem durchweg matt-schwarzen Finish ist das kleine Kistchen ein echter Hingucker. Zumal es nicht gleich auf den ersten Blick wie ein Interface, sondern mehr wie ein kleiner Controller wirkt. Das EVO 4 hat je zwei physikalische Ein- und Ausgänge. Seine beiden Mikrofon-Vorverstärker können auf der Geräterückseite per Combi-Buchsen mit Audiosignalen gespeist werden. Es spielt daher keine Rolle, ob das Interface mit Mikrofonsignalen per symmetrisch beschalteten XLR-Steckern oder mit Line-Signalen per unsymmetrischen Klinkensteckern gefüttert wird. Zwei 6,35mm-Klinkenbuchsen dienen als Lautsprecherausgänge für ein Paar aktiver Speaker. Außerdem ist eine USB-C-Buchse auf der Rückseite untergebracht, mit der sich das Interface an einen Rechner anschließen lässt.

An seiner Vorderseite befinden sich zwei weitere 6,35 mm-Klinkenbuchsen. Neben einem Stereo-Kopfhörerausgang mit 113 dBu Dynamikumfang auf der rechten Seite handelt es sich auf der linken Seite um einen Instrumenteneingang, der als diskreter JFET-Eingang ausgelegt ist und so für obertonreichen Klang sorgen soll. Er ist ebenfalls Preamp 1 zugeordnet und genießt Priorität. Steckt ein Instrumentenkabel in diesem unsymmetrischen DI-Eingang, wird der rückseitige Mikrofoneingang von Kanal 1 automatisch deaktiviert. Auf diese Weise arbeitet auch das „SmartMuting“-Feature des Kopfhörerausgangs. Wird ein Kopfhörer in die Frontbuchse eingesteckt, werden automatisch die rückseitigen Lautsprecherausgänge stummgeschaltet – ein Umstand, der im Testbericht des Audient EVO 4 bemängelt wird.

Die Bedienoberfläche des EVO 4 ist schlicht und funktional. Zentrales Element ist ein großer Multifunktions-Drehregler. Sein Lichtkranz aus 19 LEDs gibt je nach gewähltem Modus verschiedenste Auskünfte. Beim Panning des Monitormixes ziegt er die Panning-Position an, beim Justieren des Monitorings das Verhältnis von Eingangs- zu Playback-Signal. Eine gänzlich andere Funktion haben die LEDs während des Einpegelns der Eingangssignale. Dann dienen sie nämlich zum Metering der Signalstärke.

Seitlich befinden sich auf der Geräteoberfläche fünf Taster, die zur Auswahl von erstem oder zweitem Preamp, zum Ein-/Ausschalten der globalen Phantomspeisung sowie zum Wählen eines Mikrofoneingangs und zum Aktivieren des Smart-Gain-Features dienen. Letzterer ist der markanteste Taster. Er ist deutlich breiter und fällt durch seine grüne Farbe auf. Per Taster mit Fader-Symbol kann wahlweise der Monitor-Mix von Ausgang und Eingang justiert oder das Panning des Monitorsignals justiert werden. Wird der Button rechts unten auf der Bedienoberfläche aktiviert, so wird der große zentrale Regler des EVO 4 zum Lautstärke-Controller für angeschlossene Kopfhörer und Lautsprecher.

In Sachen Features ist das Audio-Interface gut aufgestellt. So bietet es beispielsweise einen Smart-Gain-Modus, der beim automatischen Einpegeln der Eingangssignale helfen soll. Außerdem ermöglicht es die Audio-Loopback-Funktion, Computer-Audio (ganz gleich ob Audio eines Video-Calls, Game-Sound oder ein Playback) zusammen mit den ans Audio-Interface angeschlossenen Soundquellen aufzuzeichnen.

Die beiden Preamps des Audio-Interfaces leisten eine Signalverstärkung von bis zu 58 dB Gain. Im Testaufbau wird es spannend sein zu hören, wie rauscharm diese immense Verstärkung in der Praxis vonstatten geht. Der vom Hersteller angegebene Signal-Rausch-Abstand von 100 dB deutet jedenfalls im Vorfeld auf eine brauchbare Signalqualität hin. Obwohl es sich um ein Interface handelt, das Bus-powered ist und somit ohne Netzteil auskommt, bietet es übrigens für den Einsatz von Kondensatormikrofonen eine 48V Phantomspeisung.

Die Signalauflösung des Geräts ist mit maximal 24Bit/96kHz auf Studio-Niveau und 113 dB Dynamikumfang der AD/DA-Wandler lassen für das aufgerufene Budget keine Wünsche offen. Das Interface ist USB 2.0-kompatibel und arbeitet sowohl mit Windows- als auch mit macOS-Rechnern. Auch an iOS-Geräten lässt es sich einsetzen. Das ist besonders praktisch, weil es ohne externes Netzteil auskommt und somit unabhängig vom Vorhandensein von Steckdosen überall eingesetzt werden kann.

Mikrofon EVO SR1

Das zum Set gehörende EVO SR1 ist ein Kondensatormikrofon mit 14 mm großer Membran. Die Supernieren-Richtcharakteristik des SR1 ist deutlich schmaler ausgelegt als es für viele Bundle-Mikrofone der Konkurrenz üblich ist. Aufgrund dieser Richtcharakteristik greift das Mikrofon weniger seitlichen Schall auf als ein Mikrofon mit Nierencharakteristik. Das ist ein Vorteil in geschäftigen Aufnahmeumgebungen oder Situationen mit deutlichen Nebengeräuschen, wie bei Interviewsituationen unterwegs, auf einer LAN-Party oder auch beim Aufnehmen von Podcasts im häuslichen Wohnzimmer. Der Body des schwarzen Mikrofons besteht aus Metall. Besonders markant ist sein großer Drahtgeflechtkorb, der die Membran vor äußeren mechanischen Einflüssen schützt. Ein großer Überrollbügel sorgt für seine Stabilität. Zusammen mit dem SR1 erhält der Käufer eine elastische Mikrofonhalterung aus Plastik dazu. Mit ihrer Hilfe ihr wird das Mikrofon akustisch entkoppelt. Ein innen gummierter Justierring sorgt dafür, dass keine Kratzer ans Mikrofon gelangen, wenn sein Fuß von ihm festgehalten wird.

Der Frequenzbereich des EVO SR1 umfasst 20 Hz bis 18 kHz und kann somit locker alle relevanten Frequenzen verarbeiten, die die menschliche Stimme ausmachen. Sein maximaler Schalldruckpegel von 134 dB SPL weist das SR1 auf dem Papier als robusten Schallwandler aus, der auch bei lautem Besprechen und Besingen nicht so schnell Verzerrungen liefern sollte. Nachdenklich macht mich im Vorfeld des Praxis-Checks aber der angegebene Dynamikbereich von lediglich 78 dB. Das ist in der Theorie ein relativ geringer Umfang. Deshalb bin ich gespannt, wie er sich praktisch auswirkt. Da die Werte zur Empfindlichkeit des Mikrofons einen Fehler zu enthalten scheinen, werde ich an dieser Stelle erst einmal auf eine Einordnung der Herstellerangabe verzichten und stattdessen im Testaufbau zur Einordnung dieses Aspekts auf mein Gehör vertrauen.

Kopfhörer EVO SR2000

Außerdem liegt dem Bundle der Over-Ear-Kopfhörer SR2000 bei. Der Kopfhörer passt mit seinem schwarz-silbernen Auftritt samt weißer Schrift perfekt zu den übrigen Bestandteilen des Sets und eignet sich aufgrund seiner geschlossenen Bauweise gut für Recording-Aufgaben. Denn während des Recordings lässt er kaum Signalanteile des abgehörten Audiosignals zurück in das Mikrofon gelangen. Der Kopfhörer hat ein einseitig geführtes, fest verbautes gerades Kabel. Sein Miniklinkenstecker ist ebenso zum Korrosionsschutz vergoldet wie der beiliegende Stereo-Schraubadapter auf große Klinke. Die aus Kunstleder bestehenden ohrumschließenden Ohrpolster sind mit einfachem Schaumstoff gefüllt. Dank seiner dreh- und schwenkbaren Hörschalen passt sich der Kopfhörer gut der Kopfform an. Außerdem merkt sich die gerasterte Größenverstellung des Kopfbandes nach dem Absetzen die gewählte Größe, so dass der Kopfhörer beim nächsten Aufsetzen sofort wieder optimal passt. Da die Hörschalen um 180 Grad drehbar sind, können diese Headphones auch als DJ-Kopfhörer gute Dienste leisten.

Technisch betrachtet werden die 40mm-Treiber des SR2000 mithilfe von Neodym-Magneten dynamisch in Schwingung versetzt und geben einen Frequenzbereich von 15 Hz bis 22 kHz wieder. Damit reicht sein Sound in den Bässen tiefer hinab und in den Höhen weiter hinauf als das menschliche Gehör typischerweise verarbeiten kann. Mit seinem maximalen Schalldruck von 105 dB SPL liefert er ausreichend Power. Und dank der geringen Impedanz von nur 32 Ohm eignet sich der SR2000 gut, um auch laut genug an solchen Kopfhörerausgängen zu sein, die lediglich eine geringe Spannung liefern. Mit seinen drei Metern Kabellänge kann der Kopfhörer im Homestudio auch jenseits des Regiesessels aufbehalten werden. Und das auch über einen längeren Zeitraum: Mit nur 233 g Gewicht inklusive Kabel steht unbeschwerten langen Kopfhörersessions nichts im Wege.

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