Test
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11.01.2016

Praxis

Das Duell „Metall gegen alte Socke“ gewinnt Metall

Gut sieht er aus, der Aspen Pittman PFM+. Hatte ich das schon erwähnt? Nein? Im Ernst, der Metallpoppschutz macht trotz geringen Preises wirklich was her. Ich bin kein großer Freund von der Optik der typischen K&M-Filter mit ihrem Stoff, der mich immer an eine Teesocke erinnert. Allerdings geht es in der Tontechnik ja in erster Linie um Ton. 

Pluspunkte für Plus

Wenn jemand überlegen sollte, auf den Schwanenhals verzichten zu können und die preiswertere PFM-Variante ohne Schwanenhals zu kaufen, dann will ich hier mal ordentlich „dagegen argumentieren“: An vielen Mikrofonen ist man mit dieser kleinen Magnetlösung aufgeschmissen. Meine beiden Lieblings-Vocalmikros zeigen es deutlich: Am Mojave MA-201FET findet sich an der Spinne keine stabile Position, denn die nach Neumann-Manier gebaute Metallspinne besteht aus runden Metallprofilen, an denen die Magnete nicht genug Kontaktfläche finden und verrutschen. Blöd. Mein Microtech Gefell UM 92.1S ist schlichtweg zu lang. Außerdem gibt es viele Mikros ohne Spinnen, mit Plastikspinnen wie bei AKG und, und, und… Die Aussage sollte klar sein: PFM ohne Plus – nicht kaufen. 

Besser als kein Poppschutz

Die Arbeit mit dem Pittman-Poppschutz und die dabei entstandenen Audiofiles sprechen eine deutliche Sprache: Der Metallpoppschutz ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem gänzlichen Verzicht auf ein Poppfilter. Aber: Der stoffbespannte Poppschutz funktioniert merklich besser. Ob dies nun der Flexibilität des Materials geschuldet ist, welches dadurch die Energie besser aufnehmen kann, der stärkeren Feinporigkeit oder was auch immer: Dass ein Poppschutz aus Metall die etwas schlechteren Ergebnisse erzielt, bestätigt nicht nur meinen Erfahrungsschatz, sondern den vieler Techniker. Bei Mikrofonen mit generell sehr geringer Poppanfälligkeit (Druckempfänger und Mikros mit gutem Kapselschutz) könnte der PFM+ jedoch ausreichen. Außerdem ist die Notwendigkeit für einen Poppfilter vom Besprechungsabstand, der Mikrofonposition und der Artikulation des Sängers abhängig: Bei einem breiten Mund während der Generierung eines P- oder B-Lautes ist die Gefahr, einen extremen, fokussierten Luftstoß zu verursachen, sehr gering.

Klingelingeling

Es ist nicht jeder begeistert von der Idee, nah vor der Membran gleichmäßige, akustisch relevante Strukturen zu verwenden. So verwenden Myrinx aus der Schweiz für ihre Tunings spezielle unregelmäßige Strukturen statt der typischen Metallgitter, Aston aus England schwören auf ein flexibles Material, welches dank einer dynamisch aussehenden Wabenstruktur nur wenige wiederkehrende, gleich große Abstände zueinander hat. Und tatsächlich kann man im Signal nach Verwendung des AP PFM+ eine leichte Verschiebung in den Höhen ausmachen, ein leichtes Phasen und Klingeln. Dass schon in den Mitten Veränderungen zu beobachten sind, lässt darauf schließen, dass auch die leicht gebogene Metallstruktur des gesamten Poppschutzes für einen leicht resonierenden Eindruck sorgt. 

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