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Test
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24.10.2017

Praxis

Bei mir steht ein Live-Auftritt bevor und ich entscheide mich spontan, das KeyLab Essential in mein Setup einzubinden. Hier brauche ich vor allem Flächen-Sounds. Bereits bei der Vorbereitung dann die Erkenntnis : Ohne Expression-Pedal-Anschluss ist beim Arturianer die Flexibilität gerade in Sachen Volume-Swells stark begrenzt beziehungsweise nur mithilfe der Fader möglich. Da diese Funktion bei komplexeren Live-Setups häufig essentiell ist, bin ich doch etwas enttäuscht.

 

MIDI-Funktionen und Software

Im Bereich der reinen Midi-Kompatiblität macht der Controller jedoch eine wunderbare Figur. Alle meine DAW's erkennen das Gerät, ohne einen Treiber dafür zu benötigen. Das manuelle Mapping funktioniert reibungslos, sofern einem die Workflows für entsprechende Einstellungen innerhalb der DAW bekannt sind. Gespannt wähle ich im Controller die „DAW“-Map aus und schaue, wie Cubase darauf reagiert. Zunächst nichts. Dann, einige Klicks und Google-Suchaktionen später funktionieren die Basis-Buttons wie Play, Record, Loop oder Stop. Ich gehe sämtliche Einstellungsmöglichkeiten durch, die Cubase mir bezüglich des Mackie/Hui-Protkolls anbietet. Bis zum Ende reagiert das Programm nicht auf Buttons des Controllers wie Save, Undo, Metronom On/Off. Ähnliche Erfahrungen mache ich bei Ableton und Logic. Es mag möglich sein, via manuellem Midi-Mapping diese Funktionen zum Laufen zu kriegen. Der Workflow des „DAW Command Centers“ läuft jedoch insgesamt nicht nach dem erwarteten „Plug and Play“-Prinzip.

Etwas enttäuscht starte ich das „Analog Lab 2“ und werde zunächst von einer schicken visuellen Ansammlung feinster Vintage-Keyboards begrüßt. Arturia ist ja bekannt für die gute Abstimmung seiner Controller auf die hauseigene Software. Das hat sich auch beim „Key Lab Essential“ nicht geändert. Das automatische Mapping funktioniert sofort und ohne Probleme. Die Preset-Navigation via Jogwheel und LCD-Display läuft sehr bequem und reibungslos. Die Sounds von „Analog Lab“ klingen, wie man es Arturia gewohnt ist, realistisch, druckvoll und detailgetreu dem Original nachempfunden. Möchte man in eben diesen Details allerdings noch kleine Änderungen vornehmen, wird man schnell gebremst : Zwar sind insgesamt über fünftausend Presets-Sounds an Bord, jedoch lassen sich diese nur zu einem gewissen Grad editieren oder mit Effekten kombinieren. Wer die volle Parameter-Kontrolle haben möchte, muss zum entsprechenden Instrument die Standalone-Version von Arturia erworben haben, die jeweils nochmal extra kostet. Auf dieser Ebene wirkt „Analog Lab 2“ also im Endeffekt eher wie eine „Lite-Version“ der größeren „Arturia V Collection“. Aus Sicht der reinen Bedienung funktioniert das Zusammenspiel aus Software und Controller allerdings fabelhaft.

 

Zusatz-Features

Schließlich sollte noch die inspirierende „Chord“-Funktion des „Essentials“ erwähnt werden, die sich auch in jüngeren Arturia-Geräten wie etwa dem „Keystep“ wiederfindet und an alte Vintage-Klassiker wie Korg's Polysix oder den Oberheim OB-6 erinnert. Man spielt im Chord-Modus einen beliebigen Akkord. Der Controller merkt sich die Akkordstruktur und legt sie auf jeden einzelnen Ton, der nun gespielt wird. So können im Handumdrehen harmonische Verbindungen entstehen, auf die man auf anderem Wege womöglich nie gekommen wäre. Dieser Kreativitäts-Boost ist ein kleiner Wermutstropfen dafür, dass dem „Essential“ leider weder ein Arpeggiator, noch ein Sequenzer spendiert wurde.

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