Hersteller_Apogee
Test
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23.04.2015

Praxis

Simple Installation

Die Installation und Inbetriebnahme des Apogee Ensemble Thunderbolt gestaltete sich grundsätzlich unkompliziert. Wissen sollte man nur, dass ohne Treiber kein Ton aus dem Interface zu bekommen ist, da es hier keinen Class-Compliant-Mode wie bei USB gibt. Die globale Latenz ist ebenfalls auf einem wirklich guten, geringen Niveau – allerdings ließen sich auf meinem MacBook Air mit Ableton Live keine 32 Samples knackfrei betreiben. Auf meinem Mac Pro („Mülltonne“) sah die Sache allerdings schon wieder anders aus, was ich auf den etwas neueren Thundebolt Chipsatz schieben würde. Nichtsdestotrotz schafft RME mit USB ähnlich gute Werte (RME Fireface 802: 4,15 ms / 32 Samples bei 44,1).

Einfache Bedienmöglichkeiten

Wer einmal mit einem Apogee Interface gearbeitet hat, wird sich am Ensemble Thunderbolt sofort zurechtfinden, da die Steuersoftware Maestro 2 wirklich einfach intuitiv zu bedienen ist und – das muss ich als RME-Nutzer wirklich zugeben – einfach schick aussieht. Zwar ist Apogee traditionell Mac-only, dafür integriert es sich allerdings auch hervorragend in OS X und seine Audiogerätesteuerung. Weiterhin lassen sich mit Maestro 2 bis zu vier unterschiedliche Submixes erstellen, wodurch das Künstler-Monitoring ein Leichtes wird. Auch die Zuweisung und das Handling der I/Os ist hier über zwei Matrizen sehr einfach und übersichtlich gelöst. Vor allem bei Pro-Tools-Nutzern sollten sich Heimatgefühle einstellen.

Monitor-Controller

Weiterhin ist die Bedienung mit den Gummitastern und den Encodern am Gerät komfortabel gelöst. Dank der freien Belegbarkeit der ABCD Tastern kann man sich hier seine wichtigsten Befehle in den direkten Hardwarezugriff holen. Als Manko empfinde ich den Umstand, dass man softwareseitig auf drei Paar Speaker begrenzt ist und diese am Gerät nur umschalten, jedoch nicht zuschalten kann. So kann man einen Subwoofer nicht über das Gerät zuschalten.

Sicherlich mögen den meisten Usern auch drei Paar Speaker ausreichen, jedoch wird einem so die Möglichkeit verwehrt, mit einem vierten Paar auch den Aufnahmeraum zu beschallen. Aber auch hierfür fehlt dann die Möglichkeit zuzuschalten, anstatt umzuschalten. Ich gebe zu, bei RME ist das auch (noch) nicht besser gelöst, trotzdem bleibt es unangenehm. Über die Software und mit gedrückt gehaltener CMD-Taste ist Zuschalten beim Apogee dennoch möglich, schön wäre es jedoch, diese Funktion auch im Hardwarezugriff zu haben. Vielleicht bessert hier ein Firmware Update noch nach. 

Was ich in dem Zusammenhang Monitorcontroller allerdings extrem ungünstig gelöst finde, ist das Knacken und Poltern auf den Audioleitungen, wenn man das Gerät ein- und ausschaltet – für ein Audiointerface, dass auch Monitor-Controller sein will, ist das nicht sehr schön. Und ja: Ich weiß, in welcher Reihenfolge man Geräte einschalten sollte – machen tue ich es trotzdem nicht immer.

Talkback-Mikrofon

Das eingebaute Talkback-Mikro des Apogee Ensemble Thunderbolt ist bestenfalls eine nette Geste, da die Qualität wirklich zu wünschen übrig lässt. Aber auch dagegen gibt es eine Lösung, weil man ein anderes Mikrofon an einen der acht Preamps anschließen kann und diesen dann als Talkback-Kanal definieren kann. Auf Nachfrage beim Vertreib wurde mir versichert, dass mein Testgerät zur ersten Charge gehört, bei denen es wohl Probleme mit dem Talkback gegeben haben soll. In der zweiten Charge wurden die Mikros wohl verbessert.

Saubere, kräftige Preamps

Viel wichtiger ist jedoch der Klang der Preamps, wobei es hier keine Auffälligkeiten zu vermelden gibt. Mit bis zu 75 dB Gain verstärken sie ordentlich und sollten jedem noch so schwachen Mikro auf die Beine helfen. Hinzukommt die praktische Soft-Limit-Funktion, die ich allerdings spärlich einsetzte würde und stattdessen lieber konservativer pegeln würde. Konkret: Das Brauner VM-1 und das AKG C-414 können ihren Charakter voll entfalten und liefern ein überzeugendes Bild der Akustikgitarre, transparent und mit einer Menge Details. Der Shaker wiederum soll den Beweis liefern, wie schnell die Preamp-Wandler-Kombi auflöst, was sie in der Tat mit Überzeugung tut. Aber auch der Bass am DI-Eingang wird unverfälscht eingefangen und ist damit schön punchy und direkt.

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