2012_Jahresrueckblick Hersteller_Apogee
Test
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21.05.2012

Apogee Duet 2 Test

USB2-Audiointerface

Platz ist in der kleinsten Hütte!

In der Riege der durchaus hochpreisigen Premium-Interfaces ist der amerikanische Hersteller Apogee ein Dauergast, und während einige Hersteller exklusiv in den höheren Gewässern fischen, fängt Apogee seit geraumer Zeit auch kleinere Fische, da die bekanntlich bei hohen Verkaufszahlen, auch ganz gut schmecken. So kommt man auch als Normal-Sterblicher immer öfters in den Genuss hervorragender Wandlung bei „relativ“ geringen Einstiegskosten.

Preislich angefangen beim Apogee Jam, welches mit nur einem Instrumenten-Eingang ausgestattet ist und sich auch mit iOS-Geräten versteht, über das kleine Apogee One mit nur einem Eingang, Mic-Pre und Miniklinken-Ausgang, bis hin zum „alten“ Zweikanal-Audiointerface Apogee Duet, gab man sich bisweilen eher sehr puristisch. Unser heutiger Testkandidat Apogee Duet 2 möchte sich hingegen nun doch ein wenig vom selbst auferlegten Minimalismus-Diktat befreien. Na, und das schau ich mir gerne einmal genauer an – auf geht es zum Fact-Check!

DETAILS

Das Apogee Duet 2 ist ein 24Bit/192kHz Audiointerface für den Mac und offizieller Nachfolger des bereits eingestellten und älteren Duet Interfaces, welches noch über eine Firewire-Schnittstelle verfügte. Apogee Duet 2 jetzt also mit USB 2.0 – das kann man sich merken. Damit folgt Apogee dem Trend der Zeit und verabschiedet sich zunehmend gänzlich von der Firewire-Schnittstelle, denn schließlich hat Thunderbolt besonders beim Mac ja schon kräftig an die Türe geklopft – Apogee wird auch darauf sicherlich bald bei den größeren Interfaces reagieren.

Neben dem geändertem Design, ist das schicke OLED-Farbdisplay die erste offensichtliche Neuerung. Es befindet sich oberhalb und unter der schwarz-spiegelnden Kunststoff-Oberfläche des ansonsten in Alu gehaltenen Gehäuses. In Verbindung mit dem großen, bewährten Aluminium Push-Encoder lässt sich das Duet 2 nun auch umfangreicher am Gerät bedienen. Um dem versehentlichen Verrutschen des Gerätes beim Audio-Gefecht entgegenzuwirken, wurde die Unterseite mit einer massiven Gummioberfläche versehen. Schräg über dem Multi-Funktions-Drehgeber finden sich außerdem noch zwei Softtouch-Pads für frei-belegbare Kurzwahlbefehle, wie Mute, Dim, Toggle Source, Mono und so weiter.

Außerdem kann man nun auf insgesamt vier unabhängigen Audiokanälen ausspielen, was einem in der Praxis die getrennte Wiedergabe zweier individueller Stereo-Mixe ermöglicht. Dafür steht zum einen der unsymmetrische Kopfhörerausgang an der Vorderseite und zum anderen das symmetrische 6,35mm-Klinke-Pärchen der Kabelpeitsche zur Verfügung. Ein Umschalten der Bezugspegel in den Ausgängen ist indes leider nicht vorgesehen.

Die beiden Eingangskanäle hingegen wurden über XLR-Klinke-Combo-Buchsen realisiert und liegen ebenfalls an der proprietären und ca. einen halben Meter langen Kabelpeitsche an. Entsprechend nehmen sie entweder symmetrische Mikrofon- bzw. Line-Signale über XLR auf, oder aber eben Instrumenten-Signale über Klinke.

Angeschlossen wird die Peitsche, wie auch das USB-Kabel und die Stromversorgung an der schmalen Rückseite. Im Verpackungsinhalt befinden sich selbstverständlich alle der drei Kabel. Das Interface arbeitet Bus-Powered, spätestens beim Anschluss eines zweiten phantomgespeisten Mikrofons sollte man aber vorsichtshalber das mitgelieferte Netzteil bemühen. Demzufolge bietet sich Duet 2 auf Grund seines kompakten Abmessungen von 102x162x36 mm³ geradezu für das mobile Recording an – ein voll-geladener MacBook-Akku vorausgesetzt. Sollte es wider Erwarten dennoch zu USB-Saftmangel kommen, wird das Interface mit einer entsprechenden Display-Informationen Meldung machen und dann ggf. den Output des Kopfhörerausgangs reduzieren, anstatt die Phantom-Power im „perfekten Take“ zu unterbrechen. Sehr clever.

Mit dem eingebauten Vorverstärker können anliegende Mikrofon-Signale mit satten 75 dB Gain und Phantomspeisung versorgt werden, was selbst für die leisesten Quellen reichen sollte. Besonders sexy: beim Aktivieren der Instrumenten-Eingänge hört man die entsprechenden Relais im Inneren klacken. Eine Umschaltung mittels der Steuersoftware Maestro zwischen Line- und Instrument-In erfolgt demnach auch mit einer entsprechender Änderung der Eingangsimpedanz. In der Software kann sowohl ein Umschalten zwischen den üblichen Line-Pegeln „-10dBV“ und „+4dBU“ in den XLR-Eingängen vorgenommen werden, als auch die Aktivierung der legendären Apogee Soft-Limit Funktion vollzogen werden.

Im uniformen Apple-Schick zeigt sich die gesamte Software sehr komfortabel und übersichtlich, besonders die Systemintegration lässt mich in Anbetracht meiner „Windows-Möhre“ ein wenig traurig werden: Laut/Leise, Input-Gains, etc.: für solche Aktivitäten am Gerät gibt es nämlich entsprechende Meldungen im OSX-Systemlook. Fesch!

Selbstverständlich können die Eingänge mit ihren Gain-Settings auch gruppiert werden und den Ausgängen latenzfrei hinzugemischt werden, was sicherlich nicht nur Homer-Producer freuen wird. In Verbindung mit den zwei Standardausgängen und dem internen Submixer lässt sich so faktisch jedes Monitoring-Szenario realisieren. Aber auch Laptop-DJs kommen voll auf ihre Kosten, da der Kopfhörerausgang wirklich laut ausspielt.

Optional gibt es neben anderem netten Zubehör, wie Taschen, etc. aber auch noch Peitschen-Verlängerungen sowie eine nette Breakout-Box zu erstehen, mit derer im Besitz man nicht zwangsweise zwischen zwei Gitarren und Mics umstöpseln müsste, da dort beide Anschlüsse gleichzeitig vorhanden sind. Aber auch mit dem „normalen“ Breakout-Kabel bleibt der Arbeitsplatz schön aufgeräumt und „schickimicki“.

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