Gitarre Hersteller_AMT
Test
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20.06.2012

PRAXIS

Ich schalte in den Amp-Mode und nutze die Return-Buchse meines TSL 100 Marshalls. Der wiederum schickt das Signal in eine Marshall 2x12 Box, die ganz klassisch mit einem SM57 abgenommen wird. Um möglichst wenig zu „färben“, kommt zusätzlich ein Avalon M5 Mikrofon-Vorverstärker zum Einsatz.

Mit dem Hals-PU bekomme ich einen soliden Cleansound, der natürlich je nach Endstufe und Box etwas unterschiedlich ausfallen wird. Aber in unserem Fall zeigt sich das Klangbild ausgewogen und der SS-11 selbst geht sehr direkt zur Sache.

In den nächsten Beispielen habe ich eine Funk-Linie gespielt und zunächst den Toneswitch deaktiviert, im zweiten Soundfile ist er mit von der Partie.

Oha, der Schalter verbiegt aber ordentlich! Der Sound wird glasiger, fast schon grell, was manchmal durchaus gern genommen wird.

Jetzt geht’s in den Crunch-Kanal, und zwar ohne jegliche Nebengeräusche oder Knacken – sehr gut! Auch hier zuerst ohne Toneswitch, dann mit. Der Gainregler befindet sich bei ca.1/4 Regelweg.

Auch der Humbucker wird direkt und mit einer soliden Ansprache in die Endstufe gepumpt. Der Toneswitch erweist sich dabei als nützliches Helferlein, da er den Sound etwas ausdünnt und die oberen Mitten betont. So rückt die Gitarre ein ganzes Stück weiter nach vorne und die Anschläge wirken nuancierter, obwohl ich die Linie mit den Fingern spiele.

Nun etwas mehr Gain, Poti also genau in die Mitte und mit Plektrum gespielt.

Wirkt der Sound ohne den Toneswitch etwas behäbig, wird er mit seiner Hilfe tatsächlich leichtfüßiger und federt regelrecht beim Anschlag.

Natürlich warten wir gespannt auf die echte Reifeprüfung, deshalb ist jetzt auch Schluss mit lustig und es heißt Mitten raus, Bässe und Höhen rein, Gain auf Vollgas und los!

Auch hier gilt das zuvor Beschriebene: Der Toneswitch macht absolut Sinn und “entbasst“ den Sound auf eine nützliche Weise. Trotz alledem würde ich den Zerrer nicht unbedingt für diesen Einsatz verwenden, seine Stärken liegen klar in rockigen Gefilden.

Weiter geht es mit dem Lead-Kanal.

Den Gainregler habe ich wieder in die 9-Uhr-Position gebracht und den Hals-Singlecoil aktiviert.

Deutlich ist zu hören, was der Toneswitch mit dem Sound macht. Natürlich ist es Geschmackssache, aber im Bandkontext wird sich höchstwahrscheinlich das zweite Beispiel besser durchsetzen.

Abschließend wird der Gainregler in die 15-Uhr-Position gedreht und eine Achtelfigur gespielt.

Crunch- und Lead-Kanal sind in ihrem Gaingehalt recht ähnlich, lediglich der Lead-Kanal besitzt mehr Mittenanteile. Wird der Toneswitch umgelegt, ändern sich die Mitten auch hier und verjüngen den Sound gehörig.

Gespannt sind wir auf den frequenzkorrigierten Ausgang, der sein Signal über eine Avalon U5 DI-Box schicken darf. Von dort geht es dann direkt in den Wandler.

Hoppla, da brummt es aber gehörig! Trotz Umstellen des Ground-Lift-Schalters an der DI-Box ist leider nichts zu ändern. Das geht natürlich nicht und geht leider als fetter Minuspunkt in die Wertung ein.

Auch hier ist der Cleansound solide, für meinen Geschmack aber etwas zu harsch. Mit aktiviertem Toneswitch läuft er dann leider etwas aus dem Ruder. Ich habe natürlich wie immer die Klangregelung in der Mittelposition.

Und wie sieht es im Crunch Channel aus?

Nun ja, das ist leider gar nicht mein Fall. Der Sound ist zu schrebbelig und auch der Bassbereich ist nicht mein Ding. Sucht man jedoch Garbage-mäßige Industrial-Gitarren, ist man hier definitiv an der richtigen Adresse. Hat auch was. Aber mit realistischem Ampsound hat das nicht viel gemeinsam.

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