Hersteller_Ampeg
Test
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09.03.2009

Praxis

Man braucht sich in der Praxis nicht weiter über das SVT-VR Gewicht von 38 kg auszulassen. Das muss man bei diesem Topteil einfach als gegeben akzeptieren - ein Vollröhren-Top in dieser Bauweise und mit diesen Ausmaßen und dieser Ausgangsleistung ist auch sonstwo nicht viel leichter zu bekommen. Wer den Vergleich zu anderen Herstellern sucht, der wird dies bestätigt finden: Alles, was in der Leistung zwischen 200 und 400 Watt bei Bass-Topteilen im Vollröhrensektor existiert, hat nun mal ein hohes Gewicht.

Das Erfreuliche an diesem Verstärker ist seine eingangs bereits erwähnte Schlichtheit. Es dauert daher auch nicht lange, bis man einen guten Sound gefunden hat. Aber das ist nicht ganz richtig, denn eigentlich dauert es überhaupt nicht: Sobald der Bass angeschlossen und der Amp eingeschaltet und auf Betriebstemperatur ist, klingt er schon mal gut. Alle Regler auf Mitte und egal welcher Kanal und welcher Eingang, alles andere ist Geschmackssache. Aufgrund seiner Bauweise fährt der SVT-VR in der Vorstufe relativ früh in eine wohlige Sättigung mit harmonischen Verzerrungen, die wir so gerne mit Wärme beschreiben. Eine Eigenschaft, die ihn für die Liebhaber des harten Slap-Spieles nicht unbedingt zum Nonplusultra macht, wenngleich auch hier niemals nie gesagt werden sollte. Alle anderen Stilistiken bedient der SVT sehr gut.

Was allerdings unüberhörbar ist, noch bevor der erste Ton erklingt, ist der integrierte Lüfter. Hier hat sich leider nichts geändert, denn er ist noch exakt so laut wie bei allen Vorgängermodellen. Auf Bühnen vollkommen problemlos, in Proberäumen oder Studios mitunter jedoch extrem störend. Die Möglichkeit, den Lüfter temporär abschalten zu können, würde zugegebenermaßen das Risiko einer Überhitzung erhöhen, aber andererseits sollte der Amp bei geringerer Belastung auch eine Zeit lang ohne ihn auskommen können. Aber inzwischen sollte es doch technische Möglichkeiten geben, entweder gleich einen Low-Noise Lüfter zu integrieren oder ihm wenigstens eine Zwei-Stufenregelung zu gönnen.

Dennoch muss ich fairerweise sagen, dass es im Studio trotzdem gelang, ein verhältnismäßig störungsfreies Lautsprechersignal abzunehmen. Dabei stand der Verstärker etwa zwei Meter entfernt von Box und Mikrofonen hinter einer Trennwand. Ein surrendes Nebengeräusch aus dem DI-Ausgang konnte jedoch weder durch Betätigen des Polarity-Switches noch des Groundlift-Schalters eliminiert werden. Alleine wäre das DI-Signal hier nicht zu verwenden gewesen, in Kombination mit den Boxen-Signalen war es jedoch durchaus integrierbar. Auch in der Box konnte man ein leichtes Grundbrummen vernehmen, das ich aber im akzeptablen Normalbereich werte. Man sollte auch immer vor Augen haben, dass diese Nebengeräusche in der Tat belanglos sind, setzt man sie ins Verhältnis zu der möglichen Endlautstärke, mit der dieser Verstärker normalerweise gefahren wird. Möglich aber auch, dass die Röhrenarbeitspunkte eben nicht 100%ig korrekt justiert waren, trotz Bias Control Anzeige, wodurch ebenfalls Nebengeräusche entstehen können.

Die drei Soundbeispiele wurden mit einem Fender Precision Bass und einer Ampeg BXT 210 Box mit abgeschaltetem Hochtöner eingespielt. Dabei hört man eine Kombination aus drei Aufnahmesignalen:
DI-Out (Post Klangregelung), Shure SM57 direkt am Speaker und AKG C-414 in etwa 1,5 Meter Entfernung.

Die nun folgenden Clips dokumentieren die einzelnen Aufsplittungen des Signals aus Beispiel 1.

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