Hersteller_Alto_Professional
Test
8
31.01.2014

Alto Stealth Wireless Test

Kompaktes Funkübertragungssystem

Drahtlose Audioverbindungen leicht gemacht

Mit dem Alto Stealth Wireless liefert die amerikanische Firma Alto aus Florida ein kompaktes Funkübertragungssystem für aktive Lautsprecher, PA-, Delay- und Surround-Systeme mit einer Reichweite von maximal 60 Meter. Die Signalübertragung erfolgt in Mono oder Stereo mit einem UHF-Sender und den beiden mitgelieferten Pocket-Receivern auf 16 frei wählbaren Kanälen und kann im Bedarfsfall mit zusätzlichen Empfängern auf bis zu zehn aktive Speaker erweitert werden.

Das Paket „Alto Stealth Wireless“ ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 439,99 Euro im gut sortierten Fachhandel erhältlich, das „Expansion Kit“ mit zwei weiteren Single-Channel-Receivern ruft 239 Euro (UVP) auf. Wir haben dem kompakten Audiozulieferer im nachfolgenden Test mal kräftig auf den Zahn gefühlt.

Details

Zum Lieferumfang des Alto Stealth Wireless gehören ein Stereosender und zwei getrennte Empfänger sowie drei identische Schaltnetzteile mit handelsüblichen 5,5-Millimeter-Niedervoltsteckern, welche die Komponenten mit Betriebsspannung versorgen. Ferner finde ich im Paket zwei kurze XLR-Kabel und einen Satz Schrauben nebst Passringen. Ein deutschsprachiges Handbuch, das Anwendungsbeispiele zeigt und einen umfangreichen Fehlerkatalog beinhaltet, ist ebenfalls mit von der Partie. Alle technischen Komponenten sitzen in bruchfesten schwarzen Kunststoffgehäusen und sind als kompakt und leicht einzustufen. Ein Hinweisschild auf der Rückseite gibt Aufschluss, dass der genutzte Sendebereich je nach Kanal zwischen 863 und 865 MHz liegt. Die verwendete Sendetechnik wird von Alto als PLL (Phase Lock Loop) bezeichnet. Diese elektronische Schaltungstechnik sorgt für eine phasenneutrale und sichere Übertragung des Signals.

Sender

Der Sender wird über einen Einschalttaster auf der Frontplatte in Betrieb genommen. Halte ich diesen Taster länger als fünf Sekunden gedrückt, schaltet sich der Stealth Wireless ab. Daneben wählt ein Schiebeschalter namens „Mode“ den Mono- oder Stereo-Sendebetrieb aus. Eine rote LED-Anzeige in der Mitte zeigt die Betriebsbereitschaft und den momentan ausgewählten Sendekanal an. Ein weiterer Taster rechts daneben ermöglicht mir, schrittweise zu einem anderen Funkkanal (1-16/Steplogic) zu wechseln, dessen Nummer auf der hellen zweistelligen Digitalanzeige dargestellt wird. Jeder Step erhöht die Kanalnummer um +1 und die Anzeige blinkt bei Nichtbetätigung fünf Sekunden, bevor sie dann den zuletzt gewählten Channel übernimmt. Zwei separate Drehpotis auf der rechten Seite bestimmen den Pegel der jeweiligen Signalgröße, wobei eine kleine rote Peak-LED neben dem jeweiligen Regler einen zu hohen Eingangspegel kennzeichnet, indem sie bei -4dB unterhalb des Spitzwertes zu blinken beginnt und bei Übersteuerung dauerhaft leuchtet.

Auf der Rückseite des Senders befinden sich zwei Eingänge, ausgeführt als XLR/Klinke-Kombobuchsen mit zusätzlicher Verriegelung. Symmetrische Eingangssignale werden über die XLRs geführt, nicht symmetrische über die Klinkenbuchsen - allerdings verlangen beide Anschlussmöglichkeiten nach einem ein Line-Signal, weshalb ein Mikrofon nicht direkt übertragen werden kann.

Rechts neben den Inputs blicke ich auf eine Niedervoltspannungsbuchse, die mit dem externen Netzteil verbunden wird. Über einen angeschraubten Winkel sichere ich das Stromversorgungskabel gegen versehentliches Herausziehen ab, gleichzeitig ist eine Zugentlastung gewährleistet. Ferner sind an der Rückseite links und rechts die beiden circa 9,5 Zentimeter langen Stabantennen zur Signalübertragung montiert. Sie lassen sich um jeweils 90 Grad nach oben oder unten verstellen. An der Unterseite des Kunststoffgehäuses garantieren vier Gummifüße einen sicheren Stand, zum Beispiel auf der hinteren Pult-Ablage oder auf einem Siderack.

Empfänger

Die beiden mitgelieferten Empfänger sind bautechnisch identisch und fallen etwas größer als eine Zigarettenschachtel aus. Auf der Frontseite ist rechts ein schwarzer Taster verbaut, der das Gerät in Betrieb nimmt und durch erneutes Betätigen über einen Zeitraum von fünf Sekunden wieder ausschaltet. Ein zweistelliges Nummerndisplay visualisiert den aktuellen Empfangskanal, der über den Channel-Taster rechts neben dem Display gewechselt wird. Gleiches Prozedere: Sollte ich die Kanalnummer innerhalb von fünf Sekunden nicht mehr verändern, verwendet das System ebenso wie beim Sender die zuletzt gewählte Einstellung. Zwei grüne LED-Lämpchen sind links neben der Kanalanzeige untergebracht. Die Obere trägt die Bezeichnung RF (Radio Frequenz) und bestätigt den Empfang einer Sendefrequenz, während die untere AF-Anzeige (Audio Frequenz) den Empfang eines Audiostroms signalisiert.

Eine große Öffnung oben auf der Frontplatte ermöglicht die Festmontage des Senders, zum Beispiel an eine Aktivbox, wobei positiv Erwähnung finden sollte, dass die benötigten Schrauben zur Grundausrüstung des Systems gehören. Alternativ bietet sich natürlich das gute, alte Klettband an. Bei der Ansteuerung von Alto-Equipment lässt sich der Empfänger mittels einer M10-Schraube direkt an die Rigging-Buchse der Aktivbox anschrauben, und für kleinere Schrauben liefert Alto bereits schwarze Kunststoffringe mit. Auf der linken Oberseite des Receivers sitzt die Antenne, die zur Optimierung des Empfangs um 90 Grad nach links oder rechts bewegt werden kann.

Ein symmetrischer XLR-Ausgang mit Goldkontakten befindet sich unten am Empfangsgerät und wird mittels (beigelegtem) XLR-Kabel an die Aktivbox oder einen Verstärker angeschlossen, um diesen mit einem Audiosignal zu speisen. Direkt neben dem Ausgang residiert die Netzteilbuchse - ebenfalls durch einen Winkel zugentlastet und gegen unerwünschtes Herausfallen des Steckers abgesichert.

An der rechten Geräteseite gibt es noch zwei versenkt angebrachte, mechanische Schiebeschalter, die das Gerät vor ungewollten Einstellungsveränderungen schützen. Der obere Schalter entscheidet, ob hier das linke oder das rechte Signal aus der Funkinformation abgegriffen wird, wohingegen der untere, mit „SQ“ für Squelch bezeichnete Schalter drei Stellungen kennt. Er bestimmt in drei festgelegten Stufen die „Störresistenz“ gegenüber Fremdsignalen auf der gleichen Übertragungsfrequenz. Man muss sich das wie ein eingebautes Noise-Gate für Hochfrequenz-Signale vorstellen.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare