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Test
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10.02.2015

Alto Live 802 Test

Achtkanal-Mischer mit USB-Interface und integriertem Effektgerät

Frisch aus dem Hause Alto

Die amerikanische Firma Alto aus Florida hat ihre Produktpalette um eine vier Modelle umfassende Mischpultserie namens „Live“ erweitert. Mein heutiger Testkandidat, das Alto Live 802, ist der kleinste und kostengünstigste Mixer dieser Baureihe. Er wartet mit sechs symmetrischen Mikrofoneingängen und Line-Inputs auf, die allesamt über eine Dreiband-Klangregelung verfügen. In den ersten beiden Kanälen sitzen Kompressoren, im Summenmodul steht ein grafischer Neunband-EQ zur Verfügung. Das integrierte Alesis-Effektgerät mit 100 Presets widmet sich der Klangveredelung.

Ferner hat das Pult ein USB-Audiointerface spendiert bekommen, durch das es in die Lage versetzt wird, den Gig oder eine Demo im Proberaum auf einem angeschlossenen Computer zu verewigen oder ein Audiosignal vom Rechner einzuspielen. Der Preis beträgt faire 269 Euro (UVP), und ob die gut investiert sind, verrät euch der folgende bonedo.de-Test.

Details

Das Live 802 ist ein neues Kleinmischpult aus dem Hause Alto, das, wie der Name schon erahnen lässt, Stage- und Live-Einsätze fokussiert. Mit bewährten Features für den täglichen Praxiseinsatz und einigen Goodies unter der Haube, möchte es sich kleinen Bands, Musikern und Lokalitäten empfehlen, die auf der Suche nach einem kompakten Allrounder zu einem überschaubaren Preis sind. Das Pultgehäuse ist komplett aus Metall gefertigt und schließt links und rechts mit zwei Kunststoffelementen nebst Griffmulde ab. Es ist akkurat und stabil gefertigt, die Bedienelemente sind logisch und übersichtlich strukturiert. Zum Lieferumfang des Alto Live 802 gehören eine ausführliche, verständliche, deutsche Bedienungsanleitung mit verschiedenen Anschlussbeispielen sowie eine Broschüre mit verschiedenen Sicherheitshinweisen.  

Alle physikalischen Eingänge sind oben auf dem Pultgehäuse untergebracht, während sich die Ausgänge an der Rückseite befinden. In den Kanalzügen 1-5 findet sich zuoberst ein elektrisch symmetrierter XLR-Mikrofonanschluss ein. Direkt darunter ist eine 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse mit Line-Empfindlichkeit verbaut, gefolgt von einem Insertpunkt im Stereo-Klinkenformat. Ihm schließen sich ein Gain-Regler mit einer roten Clip-LED und ein bei 75 Hz schaltbares Lowcut-Filter an. Im ersten und zweiten Bus ist unter dem Gain noch je ein Kompressor mit gelber Status-LED platziert.

Als Nächstes folgt in dieser Reihe (von oben nach unten) eine Dreiband-Klangregelung mit blau codierten, in der Mittelstellung einrastenden Drehreglern. Der Arbeitsbereich liegt in den Höhen bei 12 kHz ±15 dB, in den Mitten bei 2,5 kHz ±15 dB und im Bass bei 80 Hz ±15 dB. In dieser Anordnung arbeitet das Bass- und Höhenfilter mit einer Kuhschwanzcharakteristik, der Mittenregler besitzt eine Glockencharakteristik.

Zur besseren Kenntlichmachung der Aux-Regler weist die Faceplate in deren Bereich eine graue Lackierung auf. Die beiden Potis sind mit grünen Markierungen an den Kappen ausgestattet. Der obere Weg ist „pre“ beschaltet und wird über eine Monoklinke im Summenmodul herausgeführt. Aux 2 arbeitet nach dem Lautstärke-Fader „post“ und ist direkt mit dem internen Effektgenerator verbunden. Er kann bei Bedarf aber auch über eine Monoklinke im Summenmodul abgegriffen werden, um als zweiter Ausspielweg zur Verfügung zu stehen. Bei einer Beschaltung der Ausgangsbuchse wird die Verbindung zum internen Effektgenerator unterbrochen.

Der Panoramaregler ist weißgrau gehalten, und der darunterliegende Drucktaster schaltet den Kanal stumm. Ist dies der Fall, leuchtet rechts neben dem Taster eine rote LED auf. Jeder Kanal verfügt über einen 60 Millimeter langen, leichtgängigen Lautstärke-Fader, der von einer gut lesbaren Dezibel-Skala flankiert wird. Rechts unten leuchtet eine grüne LED auf, sobald ein Eingangssignal anliegt.

Im Kanalzug 1 und 2 sitzt unter den Gains der bereits erwähnte, ebenfalls grau hinterlegte Kompressor mit Ratio-Regler und einer gelben Status-LED, die im Rhythmus der eingestellten Begrenzung leuchtet. Kanal 5/6 ist weitestgehend wie die ersten vier Wege bestückt, jedoch fehlt der Insertpunkt zugunsten eines weiteren mono Line-Inputs. Der Channelstrip daneben trägt die Bezeichnung 7/8 und verzichtet auf die XLR-Eingangsbuchse. Stattdessen stehen hier „lediglich“ zwei 6,3-Millimeter-Monoklinken zur Verfügung. Der restliche Aufbau ist bis auf das Filter und den Kompressor identisch mit den anderen Kanalzügen.

Im rechten Drittel des Mixers ist das Summenmodul untergebracht. Oben links liegen zwei Aux-Returns als 6,3-Millimeter-Klinkenbuchsen, in der Mitte sind die Sends beheimatet und rechts oben ein Anschluss für einen Fußschalter platziert, um die Effektschiene komfortabel zu muten. Ein Standard-Kopfhöreranschluss ist ebenso zugegen. Ferner findet sich in dieser Baugruppe eine USB-Buchse (5V/1A) ein, die ein Telefon, einen Tablet-PC oder USB-Pultleuchte mit Strom versorgen kann.

Kommen wir nun zum grafischen „Neunbänder“. 40-Millimeter-Fader mit rastender Mittelstellung bearbeiten das Frequenzband mit ±15 dB. Die Eckfrequenzen der Filter liegen bei 60, 125, 250 und 800 Hz sowie bei 1, 2, 4, 8 und 18 kHz. Unter dem Equalizer sitzen zwei Taster. Der linke schaltet den EQ ein oder aus und der rechte routet ihn entweder in die Summe oder in den Monitorweg Aux 1. Links darunter befindet sich die Effektsektion, angetrieben von einem DSP „Marke Alesis“ und die haben gute Arbeit abgeliefert, wie wir später im Test noch hören werden.

Mittels Push-Encoder wähle das gewünschte Effekt-Preset aus, ablesbar an der zweistelligen, blau leuchtenden Nummernanzeige. Der Generator sitzt unter einer kleinen Plexiglasscheibe, auf der die verfügbaren Effekte (in 10 Gruppen unterteilt) deutlich aufgedruckt sind. Sie werden, sollte jemand weitere Informationen benötigen, in der Bedienungsanleitung noch etwas näher beschrieben werden. Das Repertoire umfasst:

  • 00 - 09 Delay
  • 10 - 19 Delay + Reverb
  • 20 - 29 Tremolo
  • 30 - 39 Plate
  • 40 - 49 Chorus
  • 50 – 59 Vocal
  • 70 - 79 Small Room
  • 80 - 89 Flanger + Reverb
  • 90 - 99 Large Hall.

Neben dem Endlosdrehregler gibt es einen Mute-Schalter zur Stummschaltung des ausgewählten Effekts in Begleitung einer roten LED - diese leuchtet ebenso auf, wenn der Eingang des Effektgerätes übersteuert wird. Das FX-Muting lässt sich optional über einen externen Fußschalter (de-)aktivieren. Nach der Plexiglasscheibe des Effektgenerators folgen drei kleine schwarze Schalter mit dedizierten Lautstärkereglern. Der linke schickt das Eingangssignal des 2-Track auf die Summe oder auf die Control-Room-Schiene. Der mittlere routet ein Audiosignal, das über den USB-Anschluss eingespielt wird, wahlweise auf den Master oder Control-Room, und der rechte Schalter wechselt den Abhörpunkt des Kopfhörers von Summe nach Kontrollraum.

Rechts außen auf dem Pult entdecke ich zwei LED-Ketten mit 12 Segmenten für den Summenpegel. Liegt dieser im Bereich bis 0 dB, so leuchtet die Kette grün, bis 9 dB wird gelb angezeigt und eine Übersteuerung signalisiert die rote Clip-LED. Etwas weiter nördlich aktiviert ein kleiner Schalter die Phantomspeisung für die Eingänge 1-5, optisch in Szene gesetzt von einem roten Lämpchen. Ein weiteres blaues Lämpchen signalisiert, dass der Mixer eingeschaltet ist. Letzte Bestandteile des Summenmoduls sind die vier obligatorischen FX-, Aux-, Monitor- und Main-Fader, ebenfalls 60 Millimeter lang und mit Mute-Schaltern ausgerüstet.

Mein Blick wandert nun zur Rückseite des Mischpultes und trifft links auf den Einschaltknopf und den Kaltgerätestecker für die Stromversorgung nebst einer leicht zugänglichen Gerätesicherung. Es schließt sich weiter rechts eine USB 2.0 Schnittstelle Typ B an, über deren Port das Stereo-Summensignal mit einem Computer aufgezeichnet werden darf. Ebenso lässt sich Audiomaterial über diesen Signalpfad in das Pult einspeisen. In der Mitte der Rückseite sind zwei 2-Track Cinch-I/Os platziert. Diese analogen Ausgänge liegen elektrisch hinter dem Fader, und die zugehörigen Eingänge laufen direkt auf den Regler „2-Track-In“ auf der Pultoberseite. Rechts folgen zwei übereinanderliegende Standard-Klinkenbuchsen, die ein Stereosignal für den Control-Room liefern, das mit dem Kopfhörersignal identisch ist und über den gleichen Lautstärkeregler bestimmt wird. Bleiben noch die Summenausgänge rechts außen, die mit je zwei Monoklinken und XLR-Buchsen bestückt sind.

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