Test
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28.04.2010

Xone:DX ist ein eindrucksvoller selbstkonfigurierender All-in-One Controller für Serato Itch mit effizientem Layout und hohen Spaßfaktor. Der Digi-Mischer ist sehr gut verarbeitet, die Bedienelemente legen die bewährte Allen & Heath-Qualität an den Tag: Weiche Fader, sanfte Potis, genaue Encoder und Buttons, die Meinungen spalten. Die leicht schleifgefährdeten Jogdials sind ihrem Verwendungszweck entsprechend klein, handlich und präzise. Das 24 Bit/ 96 kHz-Soundinterface überzeugt, denn sein Sound ist glasklar und druckvoll, nur der Kopfhörerausgang ist ein wenig zu leise. Hier schafft Software-Overdrive Abhilfe, ohne das Gehörte nennenswert zu verzerren. Xone DX bildet die beigefügte Software Serato Itch mustergültig ab. Dedizierte Cue-, Transport-, Loop- und Effektsektionen sorgen für einen klasse Workflow. Der kompakte Brite hat quasi für jedes Feature den passenden Regler parat und bringt so auf zwei Layern reichhaltig Kreativität und Leben in den effektgeladenen Vier-Deck-Itch-Mix. Die Hotstarts könnten jedoch durchaus zahlreicher und größer sein und auch die Pitch-Anzeige ist etwas unklar und zudem sprunghaft. Xone mixt aber nicht nur Seratos Software-Player, sondern auch angeschlossene Plattenspieler oder CD-Player mit der vollen Bandbreite des 3-Band-EQs und der Effekte. Dazu bietet er redseligen Zeitgenossen einen transparenten und ebenso „befeuerbaren“ Mikrofoneingang. Bei Unterbrechung der Rechnerverbindung oder der Stromzufuhr kann ein anliegender MP3-Player über Direct-Input als Notfallhilfe dienen. Ein Standalone-Betrieb, wie beim analogen Mischpult ist allerdings nicht möglich. Der S-Bahn taugliche, plattentaschengroße Dancefloor-Kontrolletti setzt auf Standard-MIDI-Kompatibilität. Das schätzt man sehr, denn so rappelts auch mit alternativer Software ordentlich im Karton.

Itch 1.6 hat featuremäßig ordentlich zugelegt, allen voran das neue Beatgrid, die umfangreiche anwenderfreundliche und zum Teil schon recht gut klingende Effektsektion. Und natürlich zwei zusätzliche Software-Player. Toll ist auch die Tatsache, dass es out-of-the-box läuft. Zu meinem Bedauern gibt es leider noch viele Baustellen, zum Beispiel in Form von Systemabstürzen während der File-Analyse. Dazu kommen partielle Grafikbugs, Glitches, zeitweilige Performanceprobleme oder Monosound auf dem Kopfhörer, die den Spielspaß trüben und Nerven kosten. Bis zur nächsten Software-Revision würde ich daher bei einem Live-Einsatz vor Publikum zuvor ausführliche Testfahrten unternehmen. Fehlende Cue-Quantisierung und versatzgefährdete Autoloops sind vielleicht eine Frage der Philosophie, aber erzeugen während einer Vierdeck-Akrobatik kein sicheres Gefühl. Weiterhin vermisse ich neben einem visuellem Softwaremixer ein Bewertungssystem in der Trackverwaltung. Dedicated Controller steht auf der Fahne, so soll es dann auch sein. Vier Sterne bekommt DX, Dreieinhalb updatefähige gibt’s für Itch. Das macht aufgerundet knappe vier Zacken. Der Preis scheint mir mit 1200 Euro insgesamt etwas hoch angesetzt, einen dreistelligen Betrag empfände ich passender. Wenn alle Bugs beseitigt sind, dann heißt es für die Konkurrenten nicht zu Unrecht: Aufgepasst!

  • Pro
  • „All in One“-Konzept
  • Reichhaltige Ausstattung
  • Hochwertige Bedienelemente
  • Volle MIDI-Kompatibilität
  • Gute Verarbeitung und Portabilität
  • Autonomer Notfall-Eingang
  • Durchdachtes Layout
  • DJ-Software im Lieferumfang
  • Contra
  • Kein Standalone-Betrieb (Hardware)
  • Etwas leiser Kopfhörerausgang (Hardware)
  • Teilweise kleine Buttons (Hardware)
  • Unpräzise und sprunghafte Pitch-Anzeige (Hardware)
  • Softwarebugs und Abstürze (Software)
  • Kein visueller Softwaremixer (Software)
  • Kein Bewertungssystem (Software)
  • Nicht kompatibel mit SSL2 (Software)
  • Features
  • Plug'n'Play DJ Controller
  • Entwickelt in Zusammenarbeit mit Serato
  • 4-Kanal Layout mit LED-Metern
  • 2 Effektunits
  • Dual-Layer-Deck Simulator mit je 2 Deck-Ebenen
  • 20-Kanal USB 2.0 Soundkarte
  • 24-Bit/ 96 kHz Audio System
  • Mikrofoneingang mit 2-Band-EQ
  • Direct Input bei Stromunterbrechung
  • Zwei Kopfhöreranschlüsse
  • 27 Drehregler,
  • 5 Fader,
  • 4 Switches,
  • 7 Push-Encoder,
  • 2 Jogdials
  • 65 Buttons
  • 168 MIDI-Befehle
  • Line/ Phono Eingänge für externe Decks
  • 4 Paar Cinch Eingänge
  • 2 XLR und 4 paar Cinch Ausgänge
  • Separater Monitor-Ausgang
  • 2-farbige Layer LED-Anzeige
  • Tastenbeschriftungen, die UV-Licht empfindlich sind
  • Inkl. Serato ITCH Software
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