Hersteller_Alesis E-Drum_Test_Entry_Alesis_Debut
Test
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20.01.2021

Praxis

Das kleine Kit ist blitzschnell aufgebaut

Das komplette Debut Kit ist in einem 14 Kilogramm leichten Karton verpackt, den man sich fast unter den Arm klemmen kann. Im Vergleich dazu bringen es die zwei Kartons des Yamaha DTX6K3-X, welches ich parallel zum Test habe, auf fast 60 Kilogramm. Der Aufbau des Alesis Kits geht rasend schnell, da das Rack bereits fertig mit montierten Snare- und Tompads im Karton liegt. Lediglich die Hi-Hat- und Beckenpads mitsamt Haltern sowie das Modul müssen noch montiert werden, als letztes folgt die Verkabelung. Trotz seines geringen Gewichts ist das Rack ausreichend standfest und lässt sich – im wahrsten Sinne des Wortes – kinderleicht transportieren. Bei maximaler Aufbauhöhe beträgt der Abstand vom Boden bis zur Oberkante der Toms etwa 68 Zentimeter – passend für Kinder bis etwa zehn Jahren, definitiv zu klein für einen Erwachsenen... und hier stellt sich für mich die Frage nach dem Sinn eines E-Drumsets für Kinder. Schließlich lassen sich die herkömmlichen E-Drumsets der meisten Hersteller passend sowohl für Erwachsene als auch für Kinder einstellen. Wenn Papa sich also mal kurz ans Debut Kit des Sprösslings setzen will, sieht das schon ein bisschen ulkig aus.

Die Fuß-Controller trüben den Spielspaß

Die Pads des Debut Kits entsprechen in Größe und Bauweise den herkömmlichen Sets der unteren Preisklasse – wobei hier immerhin Meshhead- statt Gummipads für die Trommeln verwendet werden. Diese sprechen sensibel an und spielen sich gut, nachdem ich sie mit dem beiliegenden Stimmschlüssel auf eine etwas höhere Spannung gebracht habe. Alle Pads verfügen lediglich über eine Spielzone, das heißt dass beispielsweise Rimclicks oder Rimshotsounds hier nicht möglich sind. Auch die Beckenpads sind Single Zone Pads, welche dem Stock mit ihren Gummispielflächen einen guten Rückprall ermöglichen und ebenfalls bereits auf leise Anschläge reagieren. 

Was das Spielen allerdings definitiv erschwert, sind die winzigen Fuß-Controller für Hi-Hat und Bassdrum. Während das Öffnen und Schließen der Hi-Hat mit diesem Taster immerhin recht gut funktioniert, sind beispielsweise Doppelschläge oder komplexe Figuren mit der Bassdrum sehr schwer umzusetzen. Einerseits fehlt es an Genauigkeit, andererseits führt die gängige "Heel-Up"-Bassdrumtechnik (Vorderfuß berührt das Pedal, Ferse ist in der Luft) mit dem Taster zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Mit anderen Worten: eine korrekte Bassdrumtechnik kann man mit dem Debut Kit nicht erlernen. Zwar kann man statt des Tasters auch ein Bassdrumpad, kombiniert mit einer herkömmlichen Fußmaschine, verwenden, aber meine Versuche mit zwei verschiedenen Pads ergaben, dass leise Anschläge nicht registriert werden – ein Problem, dass sich nicht lösen lässt, da das Modul über keine Justierungsmöglichkeit der Triggereinstellungen verfügt.  

Sounds und Dynamik entsprechen der günstigen Preisklasse

Die Bedienung des Debut Kits erfordert, obwohl das Kit bezüglich seiner Funktionen recht überschauber ist, eine gewisse Eingewöhnung. Zum Aufrufen bestimmter Übungsfunktionen oder zum Ändern der Metronomeinstellungen beispielsweise ist ein Blick in die Anleitung unerlässlich. Einige andere von uns getestete E-Drumsets ließen sich jedenfalls intuitiver bedienen.

Aber wie gut klingt es denn nun, das Debut Kit? Für einen Soundeindruck folgen hier einige der Preset Kits, zuerst allerdings ein kleiner Dynamikcheck, bei dem alle Instrumente des Debut Kits in unterschiedlichen Lautstärken angeschlagen werden:

Das Dynamikverhalten weicht kaum von anderen Kits der unteren Preisklasse ab und ist insgesamt zufriedenstellend. Recht gut gefallen mir bei den akustischen Drumkits die Beckensounds, und obwohl es nur eine Triggerzone gibt, kann das Ridepad auch Kuppensounds erzeugen, indem es kräftiger angeschlagen wird. Die Hi-Hat-Sounds klingen ebenfalls passabel, allerdings gibt es als Abstufungen nur "offen" und "geschlossen" ohne Zwischenstufen. Typisch für ein Set dieser Preisklasse ist, dass die Sounds in unterschiedlichen Anschlagstärken klanglich kaum variieren.

Im folgenden Video gibt es alle zehn Preset Kits zu hören:

Kaum spürbare Latenz, vielseitige Play-Alongs  

Wie in unseren E-Drum-Tests üblich, musste auch das Alesis Debut Kit einen Latenzcheck über sich ergehen lassen. Die Latenz, also die zeitliche Verzögerung zwischen dem Anschlag und dem Erklingen des Sounds, beeinflusst entscheidend das Wohlbefinden beim Spielen, denn ist der Wert zu hoch, hat man permanent das Gefühl, dass man dem Beat hinterherläuft. Erfreulicherweise liegt der von uns gemessene Wert bei absolut akzeptablen acht Millisekunden. Die grafische Darstellung zeigt in der oberen Kurve den Anschlag auf dem Snarepad und darunter den daraufhin ausgelösten Sound. 

Die 30 Play-Along Songs kennt man bereits von anderen Alesis-Modulen. Sie sind im Tempo variabel, decken eine große stilistische Bandbreite ab und klingen zwar mitunter alles andere als modern, eignen sich aber trotzdem uneingeschränkt zum Üben. Wie fast alle heutzutage erhältlichen E-Drumsets lässt sich das Alesis Debut Kit auch nutzen, um Drumsounds aus dem Rechner anzusteuern. Teilweise werden preisgünstige, mit mäßigen Sounds ausgestattete E-Drumsets sogar ausschließlich zu diesem Zweck angeschafft. Bedenken sollte man hierbei aber eine etwas erhöhte Latenz. Ansonsten funktionierte die Verbindung mit dem Macbook Pro ohne Probleme: Das Modul wurde augenblicklich erkannt, und die Zuordnung der Garage Band Sounds zu den Triggerpads war einwandfrei. Übrigens funktioniert die USB-Verbindung auch umgekehrt, d.h. es können auch die internen Sounds des Alesis-Moduls beispielsweise von einem MIDI-Keyboard oder Multi-Drumpad angesteuert werden.

Einen Eindruck der Play-Along Songs könnt ihr euch im folgenden Soundfile verschaffen, danach gibt es noch ein vom Debut-Modul angesteuertes Garage Band Kit zu hören.

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