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Test
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30.05.2013

AKG K267 Tiesto Test

DJ/Studio-Kopfhörer

Stage, Club und Studio - Ein Kopfhörer für alle Fälle?

AKG K267 Tiesto im Test: Gelingt es dem Traditionshersteller AKG, mit perfider Ü-Ei-Taktik die Ohren und Herzen von DJs und Produzenten zu erobern? 

Als drittes und teuerstes Exemplar der Tiesto-Baureihe von AKG bietet der geschlossene Kopfhörer K267 einige interessante Features, u.a. die Möglichkeit, den Bassbereich direkt am Gerät dem Einsatzzweck entsprechend einzustellen. Eine recht exotische Funktion, die man vielleicht eher von einem „Consumer-Gerät“ erwarten würde, sich aber anscheinend in ähnlicher Form beim Teamkollegen AKG K181DJ bewährt hat. Welche weiteren Features den satten Aufpreis gegenüber den Modellen K67 und dem hier bereits getesteten K167 rechtfertigen - oder nicht (?) -  und für welche Kopfhörer-Anwendungen sich der K267 eignet, lest ihr im nachfolgenden Testbericht.

Details

Mein allererster Gedanke, nachdem ich das Testobjekt aus seiner Verpackung befreit habe, galt dem relativ hohen Gewicht. Mit 330 Gramm (ohne Kabel) gehört der AKG K267 Tiesto definitiv zu den Schwergewichten unter den Kopfhörern. Gewiss ein Tribut an die robuste Bauweise des dynamischen Kopfhörers mit diversen eloxierten Aluminium-Komponenten, die hoffentlich der Langlebigkeit des 3D-Faltmechanismus dienen. Derartige mechanische Gimmicks erzeugen in mir diesbezüglich manchmal einen Hauch von Skepsis. Dennoch: Diese Funktion ist einfach der Clou! Die Frage „wohin mit dem sperrigen Kopfhörer?“ muss sich der mobile DJ oder Producer nicht mehr stellen.

Lieferumfang

Die aufmerksame Betrachtung von folgender Abbildung lässt ein weiteres tolles Feature erahnen: In beiden Ohrmuscheln befindet sich jeweils ein dreipoliger Mini-XLR-Anschluss, der eine Kabelführung links oder rechts ermöglicht. This is f... awesome! Was musste ich schon für Kämpfe mit mir im Weg liegenden/baumelnden Kopfhörerkabeln austragen, daher ein äußerst sinnvolles Feature. Als Cocktailkirsche auf der Sahne liefert AKG alternativ zum glatten Kabel (3m) ein Spiralkabel (1,2 bis 5,5m) mit dem K267 aus. Damit dürften kabelseitig alle Bedürfnisse abgedeckt sein. Nur schade, dass sich AKG dieses Plus an Flexibilität immer recht teuer bezahlen lässt, wie man anhand der Modelle K701/702/712 sieht. Für den vergoldeten 3,5mm Stereo-Klinkenstecker beider Kabel wird EIN schraubbarer Adapter auf 6,3mm mitgeliefert, also gut drauf aufpassen! 

Verarbeitung

Mein Testexemplar macht einen sehr robusten und sauber verarbeiteten Eindruck. Die Materialien wirken insgesamt wertig und stabil. Das Einrasten des Kopfbandes zur Anpassung auf die Kopfgröße ist auf angenehme Weise schwergängig und verspricht festen Sitz. Die Auflagefläche der ohrumschließenden Ohrpolster umschmeicheln mit weichem Kunstleder unsere Lauscher. Wie auch mein bonedo-Testkollege Maik Scheuer (AKG K167 Tiesto) konnte ich nirgends einen Hinweis auf deren Austauschbarkeit entdecken, nach einer kurzen Rückfrage beim Vertrieb war ich allerdings schlauer: Ja man kann! Das Kopfband ist angenehm weich gepolstert, was bei dem hohen Gewicht aber auch notwendig ist. Das Ganze wird gekrönt von einem leicht überdimensionierten, scheinbar unzerstörbaren Stück Leder, wohl um den K267 optisch von seinen „kleineren“ Geschwistern abzugrenzen. Das Design wirkt für meinen Geschmack dennoch insgesamt stimmig, wobei ich persönlich auf die Tiesto-Vögel und die silbernen Punkte verzichten könnte - ich war halt schon immer mehr der schlichte Typ.


Technik

Der Durchmesser des Schallwandlers von 50mm ist eine deutliche technische Abgrenzung zum 40mm-Wandler der Tiesto-Modelle K67/167. Analog zu herkömmlichen Lautsprechern begünstigt die tiefere Eigenresonanz des Wandlers Wiedergabe und Pegel tiefer Bässe. In Verbindung mit den Bass-Boost-Einstellungen „Studio“, „Club“ und „Stage“ lässt sich die Basswiedergabe den Gegebenheiten oder auch dem persönlichen Geschmack anpassen. Laut Hersteller wird die Anpassung des Bassbereichs nicht auf elektronischem Wege, sondern durch akustische Elemente bewerkstelligt. Konkretere Hintergrundinformationen, wie dies technisch umgesetzt wird, bleibt man schuldig. Laut Hersteller wird unter 150Hz angehoben, ich würde sagen, gefühlte 50 Hz sind die tatsächliche Einsatzfrequenz.

Als Übertragungsbereich werden 5 bis 30.000 Hz angegeben, also nach oben sowie unten genügend Reserven, die über unseren Hörbereich hinausgehen - schön, aber eine Aussage bezüglich der Linearität sucht man wie allzu oft bei Kopfhörern vergeblich. Hallo Brüssel, wann gibt es endlich EU-reglementierte Angaben für Audiogeräte? Des Weiteren werden eine Nennbelastbarkeit von 3500 mW und ein Schalldruckpegel von 112 dB angegeben. Beides Werte, die der Praxis mehr als gerecht werden. Die Impedanz von 32 Ohm sorgt dafür, dass der AKG K267 Tiesto nicht nur am Mixer, sondern auch an iPod und Co. eine gute und laute Figur macht.

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