Test
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16.05.2018

Ahead 10“ Single Sided, Double Sided, Snare und Corps Pads Test

Practice Pads

Alles im Griff

Die Firma Ahead ist vor allem für Drumsticks aus Aluminium und Kunststoff seit vielen Jahren ein Begriff, darüber hinaus ist man aber auch im sonstigen Drummer-Zubehörmarkt alles andere als untätig. Für diesen Test bekamen wir vom Vertrieb Musik Wein insgesamt vier zehn Zoll große Practice Pads geschickt, wovon einige etwas vom Standardmuster bekannter Einspielhilfen abweichen.

Details & Praxis

Dreimal mit Griff, einmal ohne

Drei der Pads sehen auf den ersten Blick nahezu identisch aus. Das liegt eindeutig am Griff, der im oberen Ende der schwarz lackierten Holzfaserplatte eingelassen ist. Und auch die graue Gummi-Spielfläche ist auf den Oberseiten von Single Sided, Double Sided und Snare Pad identisch. Sie bietet einen mittelharten Widerstand und ist fünf Millimeter stark. Dreht man die drei Pads in die Bauchlage, kommen die Unterschiede zum Vorschein. Das Single Sided Pad hat eine rutschfeste Beschichtung und ein Gewinde für 8-Millimeter Beckenstative, beim Double Sided Snare Pad ist stattdessen eine zweite, wesentlich härtere Spielfläche aufgebracht. Das Snare Pad hat auf der Unterseite ebenfalls eine rutschfeste Beschichtung, in deren Zentrum eine Metallbox eingelassen ist. Darin verbirgt sich eine Füllung, die für ein Snare-artiges Rascheln sorgt.

Das Corps Pad

Im Gegensatz zu den drei Mitstreitern besteht die Oberfläche des Corps Pad aus einer ganzflächigen, hauchdünnen Spielfläche aus weißem Fiberglas, die auf eine etwa fünf Millimeter starke Gummifläche aufgeklebt ist. Das Corps Pad soll, wie der Name schon sagt, eine Marchingsnare-ähnliche Spielfläche simulieren. Dazu ist, wie beim Snare Pad, eine Metallbox mit Raschel-Effekt in der Unterseite eingelassen. Ich bin gespannt, wie sich dieses Pad auch im Vergleich zu den Gummi-Schlagflächen spielt.

Für einen Aufpreis kommt man sogar in den Genuss eines Snare-Effekts

Die dritte Ausführung, das 10“ Snare Pad, kostet 19 Euro mehr und beherbergt dafür auf der Unterseite eine kleine Metallbox mit Füllmaterial. Hier addiert sich zum Pad-Geräusch noch ein dezentes Rascheln. Das ist durchaus hörbar, wird aber erst bei etwas lauteren Schlägen deutlich wahrnehmbar. Mit einer ganz anderen, wesentlich präziseren Artikulation kann da der zweite Vertreter, das Corps Pad, auftrumpfen. Interessanterweise spielt sich dieses Pad vom Rebound her wesentlich natürlicher und angenehmer, als man bei einer Beschichtung aus Fiberglas im ersten Moment vermuten würde. Minimalste Unsauberkeiten werden durch das präzise Geräusch gnadenlos aufgedeckt. Hier macht das Training richtig Spaß! Konstruktionsbedingt es ist allerdings um einiges lauter (die Unterseite des Double Sided Pads ausgenommen) als die Gummi-Oberfläche der anderen drei Pads. 

Was mir bei allen Pads direkt auffällt, ist, dass sie fast keinen Eigengeruch verströmen. Hier hat man bei einigen Konkurrenten nach dem Auspacken oft mit starken chemischen Gerüchen zu kämpfen, die sich oft erst nach einer ganzen Weile verflüchtigen. Das Single Sided Pad, die Standard-Ausführung im Gespann, spielt sich sehr angenehm, wobei der Widerstand der Gummi-Schlagfläche minimal härter ausfällt als bei der Konkurrenz von Vic Firth und Evans HQ. Das Gewinde auf der Unterseite ist natürlich praktisch, um das Pad auch mal auf einem Stativ zu befestigen, es hält aber auch sehr gut auf einer Tischplatte und hat zudem genug Eigengewicht, um, auf einer Snare aufgelegt, beim Spielen nicht zu verrutschen. Für den identischen Preis bekommt man statt des Gewindes beim Double Sided Pad eine zweite Spielfläche. Diese ist allerdings sehr hart, hat für mein Gefühl ein eher gewöhnungsbedürftiges Rebound-Verhalten und ist für den Einsatz in den heimischen vier Wänden fast penetrant laut.

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