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31.03.2017

8dio Symphonic Shadows Test

Sample-Library

Ist das Kunst oder kann das weg?

8dios Symphonic Shadows ist eine symphonische FX Library mit atonalen, geräuschhaften, aleatorischen Effekte. „Aleatorik“ (alea=Würfel, Risiko, Zufall) bezeichnet Aktionen, die zu einem zufälligen Ergebnis führen. Das heißt, den Musikern werden bestimmte Rahmenbedingungen gegeben, die ein Maß an Freiheit beinhalten. 

Das kann eine Reihe von Noten ohne bestimmten Rhythmus sein mit der Angabe „in 10 Sekunden zu spielen“, oder Notation, die keine Notenköpfe verwendet, sondern stattdessen Balken verwendet, die einen Tonraum angeben. Wenn das mehrere Musiker spielen, entstehen im Detail unberechenbare Klanggebilde. Organisierte Unorganisiertheit sozusagen. Oft entsteht der Effekt von Spannung, Undefinierbarkeit und roher Kraft. Effekte, die für Film- und Gamekomponisten natürlich von immensem Wert sind. Ein eigenes Instrument nur für solche Sounds zu haben, ist daher sehr interessant. Also mal sehen, was 8dio da zusammengerührt hat.

Details

Download und Installation

Die Library zum Laufen zu kriegen ist einfach – wie immer bei 8dio. Downloader installieren, Seriennummer eingeben, Download starten, entpacken, fertig. Das Instrument kommt nicht als Kontakt-Library, sondern als Kontakt-Instrument.

Übersicht „Main“

Lobenswerterweise ist auch dieses 8dio Instrument grafisch sehr gut sortiert und es gibt nichts, was sich nicht spätestens auf den zweiten Blick von selbst erschließt.

Auffällig sind die LFO-Grafik und die zwei Effektsektionen. Es gibt offensichtlich einen starken Hybrid-Gedanken bei diesem Instrument. 

LFO-Kurve und obere Effektleiste bieten die Möglichkeit zum A/B Vergleich. Man fühlt sich geradezu aufgefordert, an irgendwelchen Reglern und Filtern zu spielen, um zu sehen was passiert.  Das Bild wird komplettiert von der Mikrofon-Sektion (Room, Spot 1, Spot 2) und einem Equalizer.

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Kategorien von Presets. Die einen sind relativ unbearbeitet und nach den Effekten benannt, die sie bieten („Longs“, „Risers“, „Shorts“, usw.).

Bei den anderen handelt es sich um hybride Instrumente, die auf so wohlklingende Namen wie „Alien Radio“, „Digirips“ oder „Hall of Madness“ hören. Diese basieren auf Effekten, sind aber bereits mit reichlich Bearbeitung versehen und tendieren zum Sounddesign.

Lädt man ein Preset, besteht dieses aus mehreren Cells, die sich einzeln aktivieren, aber auch miteinander verknüpfen lassen. Cells sind nach den Charakteristika der Effekte benannt, die sie anbieten („Chaotica“, „Chatter“, „Growling“, etc.). Je nach Cell beträgt das Soundangebot einen Umfang von einer halben bis zu vier Oktaven. Es handelt sich also um eine riesige Masse von Effekten.

Ansicht „Effects“

Das Effekt-Menü ist übersichtlich und neben den üblichen Verdächtigen (EQ, Delay, Reverb) auch mit einem Phaser und zwei gänzlich unüblichen Kandidaten ausgestattet, einem Degrader und einem Effekt, der sich Transform nennt. Transform klingt vielversprechend und nach neuen Welten. Derart angefixt widme ich mich der Praxis.

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