Test
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20.02.2017

Praxis

Library

Zur Auswahl stehen Instrumente aus den vier Abteilungen Effects, Kits, Orchestra und Synth sowie eine stattliche Zahl an Bonus Presets.

 

Ich nehme mir zuerst das Orchester vor und bin unangenehm überrascht. Klanglich fühle ich mich von Streichern und Blechbläsern direkt in die Achtziger zurückversetzt. Bilder von Arnold Schwarzenegger und in die Jahre gekommenen visuellen Effekten ziehen vor meinem inneren Auge vorbei. Für mich klingt alles nach Pads, die ich so oder so ähnlich schon unzählige Male gehört habe. An sich finde ich das nicht tragisch, es gibt unzählige andere Libraries die sich dem Naturalismus verschrieben haben, warum nicht einmal eine prozessierte Variante? Was mich stört, ist, dass der Plan, dem Naturalismus etwas entgegenzusetzen, nicht zu etwas Neuartigem und Interessantem geführt hat.

Holzbläser und Percussion klingen etwas natürlicher, wobei die Betonung auf „etwas“ liegt. Neu oder frisch sind auch sie nicht.

 

Als nächstes widme ich mich den Effekten des Tools. Hier finden sich übliche Verdächtige wie Whooshes, Downers, Strikes und weiteren, aber auch nicht ganz so Übliches wie Doppler oder ein Patch namens Exmachine, das ein bisschen nach zerstörtem Cembalo klingt. Die Effekte klingen großartig, haben allerdings alle einen Hang zu Distortion/Bitcrushing. Schön ist auch der Stack Modus, der es mir erlaubt, verschiedene Patches zu koppeln und so neuartige Sounds zu bauen.

Am besten gefällt mir jedoch, dass es durch den Sequencer ein Leichtes ist, mit diesen Geräuschen interessante Beats und Loops zu bauen. Einfach nach Belieben an den Controls rumspielen, abwechselnd zwei, drei, vier Tasten gedrückt halten und schon hört man etwas, das man sich unmöglich vorher hätte ausdenken können.

Über die Kits gibt es nicht viel zu sagen. Es stehen zehn Patches zur Auswahl, die sich in meinen Ohren klanglich alle sehr ähnlich sind. Die Klangfarbe ist nicht uninteressant, eine Mischung aus Industrial und den Achtzigern, und kann im richtigen Kontext bestimmt gut funktionieren.

 

Schlusslicht bilden die Synths, unterteilt in Bass, Cinematic Leads, Sequenced und Tonal Noise. Die Namen sind Programm. Meine Meinung zu dieser Abteilung ist gespalten. Bei den Bässen habe ich wieder das Gefühl das alles schon einmal so oder so ähnlich gehört zu haben. Bei den Cinematic Leads hält sich dieser Eindruck die Waage mit Sounds, die ich originell finde. Sequenced bietet verzerrte oder anderweitig zerstörte Sequenzen. Wenn man so was mal braucht, ist man hier sehr gut bedient – die Dinger klingen super. Tonal Noise bietet padartiges mit solidem Geräuschanteil. Auch hier, wie überall, der Hang zu Bitcrushing und Distortion. Und wieder ist es in meinen Ohren eine 50/50-Mischung aus Vertrautem und Originellem.

Aber auch hier lässt sich bei allzu gängigen Sounds mit dem Stack Mode gegensteuern.

Effekte

Die Effekte verhalten sich genauso wie vermutet; ihre Möglichkeiten zur Bearbeitung sind zwar eher sparsam, der Klang ist aber solide. Am reizvollsten sind hier natürlich die Dinge, denen man nicht so oft begegnet, wie der Degrader und der Transformer. Den Transformer habe ich ja schon weiter oben beschrieben. Funktional passiert eigentlich immer dasselbe, nämlich Layering. Dennoch macht es Laune sich durch die verschiedenen Presets zu arbeiten und zu beobachten, was mit dem Ausgangsmaterial passiert. Beim Degrader gefällt mir besonders gut, dass manche Presets dynamisch und nicht statisch sind. Die Knobs bewegen sich leicht, was den Eindruck von Lebendigkeit erweckt.

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