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31.07.2020

2Box DrumIt Five MK II Modul Test

Universelles E-Drum-Modul

Ein Drum-Brain für Tüftler

Mit dem DrumIt Five MkII kombiniert der schwedische Hersteller 2Box das ursprüngliche DrumIt Five mit den erweiterten Funktionen des kleineren DrumIt Three und einigen nützlichen Zusatzfeatures. Wesentliche Alleinstellungsmerkmale sind das universelle Trigger-Interface zur Nutzung von Pads unterschiedlicher Hersteller, die offene Soundarchitektur zum Import von Multilayer-Samples und ein von vielen Anwendern seit langem ersehnter Slot für eine SD-Card, der die bisherigen Speichergrenzen aufhebt.

Schon alleine diese drei zentralen Features machen eine klare Aussage zum DrumIt Five MkII: Es handelt sich hier definitiv um ein Modul für erfahrene E-Drummer, die ein bestehendes Set aufwerten oder ihr eigenes Custom Kit zusammenstellen wollen und bereit sind, tiefer in die Materie einzutauchen, als das beim Kauf eines E-Sets „von der Stange“ nötig ist. Wer die Zeit zum Kennenlernen des Systems und zum Abstimmen von Modul und Pads investiert und einige etwas exzentrische Eigenarten bzw. Workarounds in Kauf nimmt, wird mit nahezu endlosen klanglichen Möglichkeiten und ausgesprochen realistischen Sounds belohnt.

Details

Zweckmäßigkeit in Reinkultur

Auf den ersten Blick sieht das DrumIt Five MkII dem kleineren DrumIt Three sehr ähnlich. Ein grundsolides, dunkelgraues Metallgehäuse mit einem minimalistischen, blau beleuchteten Monochrom-LCD und Beschriftung im für 2Box typischen Orange. Das Modul versucht weder besonders schick auszusehen noch mit dem letzten Schrei des Zeitgeists zu gehen und beispielsweise einen Touchscreen anzubieten, sondern hält mit seinem Design ganz plakativ die Fahne der Zweckmäßigkeit hoch.

Beim genaueren Betrachten des Bedienpanels fallen einige begrüßenswerte Unterschiede zum kleineren DrumIt Three auf. Die Anzahl der Bedienelemente hat zugenommen, und genau wie beim ursprünglichen DrumIt Five gibt es nun wieder separate Triggerbuttons für alle zehn Padkanäle. Dies ist vor allem hilfreich, wenn man ohne angeschlossene Pads an den Einstellungen des Moduls schraubt. Und auch im Bereich des LCDs sind (ebenfalls so wie beim alten DrumIt Five) nun wieder drei separate Multifunktions-Encoder vorhanden, was den Arbeitsfluss im Vergleich zum einzelnen Encoder des DrumIt Three in vielen Situationen beschleunigt.

Universelles Trigger-Interface und Kompatibilität

Ein zentrales Feature des DrumIt Five MkII ist das universelle Trigger-Interface, das es erlaubt, Pads von unterschiedlichen Herstellern zu verwenden. Die zugehörigen Anschlüsse für Kick, Snare, vier Toms, drei Becken und Hi-Hats finden sich in Form der gebräuchlichen 6,3er Klinkenbuchsen (für TRS-Stecker) auf der Rückseite, wobei es für Becken und Hi-Hats jeweils zwei Buchsen gibt, um Kompatibilität zu 3-Zonen-Pads und den teils sehr unterschiedlich gestalteten Systemen für Hi-Hats zu gewährleisten. 

Über ein MIDI-Interface mit klassischen DIN-Buchsen lassen sich bei Bedarf auch weitere Controller wie beispielsweise ein elektronisches Percussionpad anbinden. Wer Snare- und Tompads ohne Rim-Zonen verwendet, kann die dadurch freien Kanäle auf diesem Weg separat ansteuern, um Soundeffekte oder Loops abzufahren. Weiterhin finden sich auf der Rückseite ein Line-Eingang (z.B. für Wiedergabegeräte oder auch Monitorsignale), ein Kopfhörerausgang sowie sechs Line-Ausgänge, über die man einem FOH-Mischer separate Kanäle für unterschiedliche Instrumente anbieten kann (beim DrumIt Three sind es nur vier). Schade: Die Line-Outs lassen sich nicht stummschalten. Dies wäre vor allem hilfreich, wenn das DrumIt Five MkII mit einem PA-System verbunden ist und man zwischendurch an Sounds schrauben muss.

Das universelle Trigger-Interface des DrumIt Five MkII wurde vollständig vom DrumIt Three übernommen, welches wir in Hinblick auf die Kompatibilität zu Pads von Drittherstellern bereits ausgiebig getestet haben. Zusammengefasst waren die Ergebnisse größtenteils gut, vor allem im Bereich der Hi-Hats lief aber nicht immer alles vollständig reibungslos. Die stolzen fünf (theoretisch sogar bis zu zehn) Öffnungsgrade zwischen fest geschlossen und weit geöffnet, die das Modul verarbeiten kann, ließen sich oft nicht ganz zielgenau ansteuern, was aber durchaus auch damit zusammenhängt, dass viele Hi-Hat-Pads nicht für ein so differenziert arbeitendes Modul ausgelegt sind. Dies kann man also weder den Pads noch dem DrumIt Five MkII ernsthaft anlasten. In jedem Fall sollte man sich auf ein anfangs kompliziert wirkendes und ausgiebiges Schrauben an kryptisch benannten Parametern einstellen, um das Zusammenspiel aus Pads und Modul zu optimieren. Wer genauere Infos zu diesem Thema benötigt, der kann einen Blick auf die Kompatibilitätsliste zum DrumIt Three werfen, die auch für das DrumIt Five MkII gilt.

Card-Slot statt USB-Schnittstelle

Dass dem DrumIt Five MkII nun ein von außen zugänglicher Slot für eine SD-Card spendiert wurde, ist eine wirklich feine Sache. Auch die älteren Module des Herstellers verwenden SD-Cards mit einem Speicherplatz von 4 GB, die jedoch im Inneren des Gehäuses verborgen sind und sich nicht ganz einfach austauschen lassen. Der Hersteller betont jedoch auch im Fall des DrumIt Five MkII, dass bei der Verwendung anderer Karten Probleme mit der Performance entstehen können. Wer also mehrere Karten für unterschiedliche Anwendungsbereiche verwenden möchte, der setzt am besten auf eine Kingston Canvas Select Plus SDCS2-Karte mit 32 GB, wie sie auch in meinem Testgerät zu finden ist. Theoretisch werden Karten mit einer Größe von bis zu 64 GB unterstützt.

Auch wenn man sich wirklich sehr über den zugänglichen Card-Slot freuen darf, ist es meiner Meinung nach etwas bedauerlich, dass der Hersteller im Gegenzug den USB-Anschluss wegrationalisiert hat. Die Möglichkeit, sich mal eben mit dem Laptop an das Modul anzudocken, um neue Sounds zu übertragen oder auch MIDI über USB fällt damit leider weg. Der langsame USB-1.1-Port der Vorgänger war immer ein Kritikpunkt, beim DrumIt Five MkII würde ich ihn mir aber durchaus zurückwünschen. 

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