Hersteller_Denon
Test
8
01.11.2012
Test

Denon DN-700H Test

Professioneller Netzwerk-Audioplayer

Bestens gerüstet...

Der DN-700H möchte sich vor allem professionellen Anwendern als zentraler Audioplayer empfehlen. Er streamt Musik vom PC, MAC, Smartphone, Handheld oder Netzwerk-Festplatten, ist DLNA zertifiziert und beherrscht darüber hinaus Apples AirPlay-Technologie, um drahtlos und im Verbund Audiodateien mit weiteren Audiogerätschaften direkt vom iOS-Device oder iTunes abzuspielen. Das empfiehlt ihn sowohl für einfache als auch komplexe Multimedia-Umgebungen. Ferner ermöglicht das Gerät den Zugriff auf Musik-Online-Dienste und Internet-Radiostationen. 20.000 Webradios und Denons „vTuner“ sollen eine ausreichende Bandbreite zur musikalischen Berieselung diverser Lokalitäten abdecken.  

Durch die Möglichkeit, zusätzlich Wechselspeicher über den USB-Port einzubinden, sowie der direkten Anschlussmöglichkeit eines iPods, können die Beschallungsverantwortlichen, selbst wenn das Netzwerk einmal nicht zur Verfügung steht, flexibel auf unterschiedliche Anforderungsszenarien reagieren. Doch damit nicht genug, denn der DN-700H verfügt über einen UKW/MW-Tuner mit RDS für den analogen, terrestrischen Radioempfang. Ein frontaler Kopfhöreranschluss nebst Lautsprecher erlaubt, eine Audioquelle vorzuhören, bevor das Signal auf den Master-Ausgang geschaltet wird. In Sachen Bedienung ist der Player nicht auf die Gerätetasten fixiert, sondern er hat eine Fernbedienung im Gepäck. Zudem ist alternativ eine kostenlose App für iOS und Android erhältlich. Wie ihr seht, ist der Denon ein echtes Feature-Monster auf dem Papier. Jedoch: Ganz billig ist der Spaß nicht, denn immerhin muss der geneigte Käufer 589 Euro (UVP) auf den Tisch dafür legen.  

Dass mein heutiger Testkandidat durchaus ein Anwärter für öffentliche und kulturelle Einrichtungen oder für die Supermarktbeschallung geeignet sein könnte, möchte man ihm sicherlich nicht absprechen. Ganz im Gegenteil, schließlich kann er nicht nur Musik im herkömmlichen Sinne auf die Boxen zaubern, sondern auch Playlisten mit Jingles oder Produktwerbung abspielen. Interessant scheint der Proband ferner für privatwirtschaftliche Einrichtungen wie Sport- und Fitnesscenter oder Erlebnis-Gastronomie zu sein. Von der Hotel-Lobby, dem Kinocenter bis hin zur Szene-Bar sehe ich viele potenzielle Kunden für den DN-700H. Schließlich könnten sie sich den Kauf von Unmengen CDs sparen, den Ärger um verlegte, verschwundene und zerkratzte Silberlinge aus dem Weg räumen, sich vom eintönigen Gedudel der Mainstream-Radiosender verabschieden und vielleicht den ausrangierten, zickigen PC für immer in Rente schicken. In diesem Kontext scheinen 589 Euro Investition durchaus angemessen, was es nun zu überprüfen gilt.

Details

Lieferumfang

Der Denon DN-700H kommt in Begleitung eines unscheinbaren Kartons ins Studio geflattert, aus dem sich neben dem Netzwerk-Player eine Fernbedienung samt Batterien schält, sowie je ein Cinch-, Kaltgeräte-, FM- und AM-Antennenkabel und eine „CD-ROM for Windows“ mit Bedienungsanleitungen. Wie erwartet macht das schnieke, schwarz und grau gehaltene Gerät in seinem Metallgehäuse einen widerstandsfähigen Eindruck, dem auch das Gesamtgewicht von 3,3 Kilogramm zuspricht. Allerdings hätte das ummantelnde Blech für mich noch ein wenig stärker ausfallen dürfen. Gleiches gilt für den Radius der Gummifüße, auf die man den Player stellen kann, möchte man ihn nicht ins Rack einbauen, wo er eine Höheneinheit belegt. Die Rackohren lassen sich natürlich auch demontieren, woraufhin der Proband eine äußerst wohnzimmertaugliche Figur abgibt.

Back- und Frontpanel

Am Backpanel sehe ich von links nach rechts einen koaxialen 75 Ohm FM-Anschluss für die beigelegte Wurfantenne, gefolgt von zwei AM-Loop-Buchsen für die ebenfalls mitgelieferte Aufstellantenne. Daneben haben zwei getrennt regelbare symmetrische Ausgänge Platz gefunden, deren Level-Schalter vertieft im Gehäuse eingelassen wurden, sodass zum Verstellen ein Schraubenzieher nötig ist. Fummelig, aber es hat halt den Vorteil, dass eben nicht jeder dran rumfummeln kann. Es folgen zwei Cinch-Anschlüsse und ein optischer Ausgang. Dann blicke ich auf die RJ-45 Netzwerkschnittstelle zur Verbindung mit dem Router oder den Computer. Alternativ ist ein RS232-Port für die Kommunikation mit einem Rechner verbaut.  

Wende ich mich der Vorderseite zu, entdecke ich links den Einschaltknopf und eine vergoldete 6,3-Millimeter-Kopfhörerbuchse, neben der ein versenkbarer Lautstärkeregler seinen Platz gefunden hat. Er dirigiert auch den integrierten Lautsprecher, welcher (genau wie der Output) separat ein- und ausgeschaltet werden kann. Wenn mal kein Headphone vorliegt, sicherlich okay, aber man muss selbst in  leisen Umgebungen schon ganz nah mit dem Ohr drangehen, um eine Ahnung zu bekommen, was da gerade läuft – und selbst dann ist mir das zu schrebbelig, tut mir leid. Klingt kaum anders als die Außenabstrahlung des angeschlossenen AIAIAI-TMA1. Setze ich diesen jedoch auf, kann ich mit Zufriedenheit feststellen, dass das Signal, welches der Player auf den dänischen Kopfhörer schickt, transparent und für die angestrebten Einsatzszenarien über ausreichend Pegel verfügt.

Die Verkabelung für den ersten Funktionscheck ist schnell vollzogen und nach dem Einschalten leuchten mir die vorderseitigen Funktionstaster blau entgegen – sehr gut, dann wird man sie auch in dunkleren Umgebungen nicht verfehlen. Das helle und kontraststarke OLED-Display ist vielleicht nicht das größte und übersichtlichste seiner Art, aber das ist nun mal ein Zugeständnis an die kompakte Bauweise, daher wird die Pille erst einmal so „geschluckt“. Die Navigation besteht aus den berühmten vier Richtungstasten (hoch, runter, vor, zurück) und Enter (mit Play/Pause-Funktion, die allerdings nicht für Streams funktioniert). Dazu gesellen sich die Buttons „Favourite“ und „Source“. Letztgenannter eröffnet mir die folgenden Auswahlmöglichkeiten:  

  • Internetradio
  • Mediaserver USB/iPod
  • FM
  • AM
  • Favoriten
  • Menü  

Ich denke, es wird mir an dieser Stelle niemand verübeln, wenn ich den terrestrischen AM/FM-Radioempfang hier verkürzt behandele und bestätige, dass sich nach dem Anschluss der mitgelieferten Antennen unter Zuhilfenahme der Infrarot-Fernbedienung – die Reichweite beträgt etwa 7 Meter – via automatischem Suchlauf oder aber manuellem Schalten sämtliche Musiksender im Umfeld einen der begehrten 99 Speicherplätze auf dem Gerät sichern wollen. Das in Europa ausgelieferte Modell unterstützt zudem RDS und PTY, sodass sich kompatible UKW-Sender nach Programmtypus wie Klassik, Pop oder Drama filtern lassen. Zur schnelleren Navigation gibt es on top die Favoritenlisten. Sie dürfen einen kunterbunten Mix aus 50 Radiostationen und Internetstationen beinhalten. Gespeichert wird, indem die Taste „Favourite“ am Gerät oder der FB etwa eine Sekunde lang festgehalten wird – einfach und effizient. Solltet ihr übers Ziel hinausschießen, respektive den 51. Sender in die Liste einreihen, wird der am wenigsten genutzte Verweis automatisch ersetzt. Im Radiomodus wird kein Audiosignal auf die digitalen Ausgänge geschaltet.

User Kommentare

Noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden

** Schreibe jetzt den ersten Kommentar **