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Taylor GT811e Test

Praxis

Ich hatte einleitend schon kurz erwähnt, dass die Taylor GT811e beim ersten Begutachten und Anspielen direkt aus dem AeroCase wirklich für einige Aha-Momente sorgt. Dabei weckt die Lackierung des Korpus bei mir im ersten Moment Assoziationen an einen frisch polierten Flügel. Die Tuner laufen beim Stimmvorgang absolut präzise und mit dem für mein Empfinden idealen Widerstand. Ferner erlaubt das Setup ab Werk eine sehr leichte Bespielbarkeit und neigt trotz flacher Saitenlage nicht zum Klirren. Wie schon beim Test der preisgünstigeren Taylor GTe Urban Ash empfinde ich die kompakten Korpusproportionen im Stehen wie im Sitzen als sehr bequem. Gleichzeitig vermittelt das leichte Handling dieses Instruments etwas Unkompliziertes. Klanglich offenbart es eine bemerkenswerte Klarheit und Präzision, was sich im Detail beispielsweise bei der Auflösung von arpeggierten Akkorden bemerkbar macht. Was ebenfalls sofort auffällt, ist die lebendige und dynamische Ansprache der Decke und auch die GT811e erlaubt, genauso wie das bereits getestete Schwestermodell, einen etwas härteren Anschlag mit dem Plektrum, ohne dabei dynamisch sofort in die Knie zu gehen. Wie wir gleich noch genauer hören werden, gehen also, neben Fingerpicking und solistischen Spielweisen, auch Strumming-Ausflüge auf dieser Gitarre sehr gut von der Hand. Dabei erklingt die GT811e für ihre Größe auch in den tieferen Frequenzen erstaunlich ausgewogen.

Die Taylor GT811e punktet mit einer dynamischen Ansprache und einem erstaunlich ausgewogenen Klang, der sehr klar und präzise erscheint.
Die Taylor GT811e punktet mit einer dynamischen Ansprache und einem erstaunlich ausgewogenen Klang, der sehr klar und präzise erscheint.

Auch wenn wir es im Vergleich mit der schon getesteten preisgünstigeren GTe Urban Ash mit der gleichen Bauform zu tun haben, macht sich die Holzauswahl hier deutlich bemerkbar. Im Detail klingt sie für mein Empfinden in den Mitten aufgeräumter und auch in den hohen Frequenzen noch etwas aufgeklarter. Was aber nicht heißt, dass mir die Urban Ash-Variante weniger gefallen hätte. Hier geht es eher um Merkmale im Klangverhalten, die den besonderen Reiz und die Eigenständigkeit bei der Holzauswahl hochwertiger Akustikgitarren ausmachen.
Für die Aufnahmen steht ein TLM 103 etwa auf Höhe des 12. Bunds vor der Gitarre. Für einige Beispiele zeichne ich außerdem das Tonabnehmersystem mit auf.
Wir starten mit einem sehr behutsam und dynamisch gespielten Flatpicking, das die schon beschriebene lebendige Rückmeldung der Decke und auch insgesamt den klanglichen Ansatz des Instruments meiner Meinung nach sehr schön verdeutlicht.

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Soft Flatpicking – Drop D (Mikrofon)

Weiter gehts mit einem Strumming-Beispiel, eine Spielweise, die von diesem kleinen Instrument erstaunlich ausgewogen wiedergegeben wird.

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Strumming (Mikrofon)

Es wird Zeit, ein Ohr auf den Tonabnehmer der Gitarre zu legen. Wir hören dazu erst ein perkussiv, grooviges gespieltes Beispiel. Im darauffolgenden balladesken Fingerpicking habe ich außerdem beide Quellen aufgezeichnet, sodass ihr das Mikrofonsignal und das Signal des Pickups direkt vergleichen könnt.

Audio Samples
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Groovy Fingerstyle (Tonabnehmer) Fingerpicking (Mikrofon) Fingerpicking (Tonabnehmer)

Das Taylor Expression System 2 gehört meines Erachtens sowohl in der dynamischen Wiedergabe als auch im Klangverhalten zu den besten Tonabnehmersystemen, die es momentan für Stahlsaiten-Akustikgitarren auf dem Markt gibt. Wie bei den anderen Taylor-Modellen, die ich in letzter Zeit testen konnte, habe ich die Höhen am Preamp ein wenig zurückgenommen, weil sonst die Saitengeräusche etwas zu prominent wiedergegeben werden.
Für einen umfassenderen Eindruck folgen abschließend noch zwei weitere Spielweisen.

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Flatpicking (Mikrofon) Fingerstyle Blues (Mikrofon)
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