Als ich zum ersten Mal das Kaoss Pad V sah, war mein erster Gedanke: endlich – das Original ist zurück! Anders als das Korg Kaoss Replay ist das Kaoss Pad V oder auch “KPV” sofort als typisches Kaoss Pad zu erkennen, jene geniale Touch-Effektserie mit der ikonischen X/Y-Bedienoberfläche, die Korg noch im letzten Jahrtausend (1999) erfunden hat. Die intuitive Bedienung des ersten Kaoss Pad wurde nicht nur von elektronischen Acts und DJs sofort begeistert aufgenommen, auch experimentierfreudige Musiker und Bands wie Radiohead setzten das Teil live und im Studio ein.
Heutzutage verschmelzen Live-Performance, Streaming und hybride Setups mehr als je zuvor und die Produktbeschreibung des Kaoss Pad V verspricht nicht weniger als ein „Instrument“ statt eines klassischen Effektgeräts – ein Anspruch, dem wir in unserem Test auf den Grund gehen wollen.
Korg Kaoss Pad V – das Wichtigste in Kürze
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
intuitive Bedienung
Dual-Touch Bedienung
umfangreiches Effekt-Repertoire
intuitives Loopsampling
USB-Audio
große MIDI-DIN-Buchseno
Einsatzmöglichkeiten
viele verschiedene Anschlüsse
Auto-BPM-Funktion
Contra
komplizierte Editierung der Effektprogramme
kryptisches 4-stelliges Oldschool-Display
unausgereifte Editor-Software
kein interner Festspeicher
keine dedizierten Effekt-Programme für Gitarren und Bässe
Was ist im Lieferumfang des Korg Kaoss Pad V enthalten?
Das Korg Kaoss Pad V kommt im schlichten braunen Karton. Schlicht ist auch der Lieferumfang: Neben dem Pad finden wir ein Netzteil, einen Quickstart Guide in mehreren Sprachen und die üblichen Garantie-und-Sicherheitshinweise.
USB-Kabel oder SD-Card? Fehlanzeige. Auch der Quickstart Guide gibt kaum Hinweise auf den Betrieb des Geräts. Online finde ich dann die Manuals für das KPV und auch den KPV-Editor, eine webbasierte Anwendung, die ausschließlich in Google Chrome läuft.
Das Korg Kaoss Pad V im Pappkarton … … stabil verpackt …… mit übersichtlichem Lieferumfang
Wie ist das Gehäuse des Korg Kaoss Pad V beschaffen?
Äußerlich wirkt das Gerät fast identisch mit dem KP3+ (zum Test) von 2013. Weißes statt schwarzes Finish, aber die gleichen silberfarbenen Potis, links ein Fader für die Effekt-Tiefe, über dem XY-Pad acht Speicherplätze für Lieblingseffekte, unter dem XY-Pad vier Pads für Samples, vorne ein Slot für große SD-Karten, links der Kopfhörerausgang mit Lautstärkeregler, rechts der Mikrofoneingang mit Trim-Regler – fast unwillkürlich fragt man sich: What‘s new, Kaoss-Pad?
Das Korg Kaoss Pad V sieht dem 13 Jahre alten Vorgänger KP-3+ verdammt ähnlich
Kann das KPV mehr als seine Vorgänger?
Auch das neue Kaoss Pad V ist nicht nur ein Multieffekt, sondern ein wahres Multitalent und erfüllt viele verschiedene Aufgaben. Ganz klassisch als Desktop-Effektgerät mit Touch-Steuerung, um Audiosignale in Echtzeit zu bearbeiten. Durch die neue Dual-Touch-Oberfläche lassen sich nun zwei Parameter gleichzeitig per Fingerbewegung steuern.
Es ist auch als One-Shot-Sampler oder Looper nutzbar. Dafür gibt es vier Sample-Slots mit maximal 28 Sekunden Samplezeit oder 32 Beats (8 Takte), die im laufenden Betrieb aufgenommen und overdubbt oder als WAVs von der bis zu 32 GB großen SD-Karte (in Standard-Größe) geladen werden. Für microSD-Karten benötigt man einen Adapter. Einen eigenständigen internen Speicher gibt es nicht.
Auf der SD-Karte können bis zu zehn sogenannte „Scenes“ gespeichert werden, jede Scene entspricht dem kompletten Status des KPV, mit allen Effekten, Samples und Einstellungen. Das USB-Interface ermöglicht den Betrieb des KPV als Audio-und-MIDI-Interface am Computer. Außerdem sorgt es für den Anschluss an den Chrome-Browser-basierten neuen KPV-Editor.
Der Mikrofoneingang mit Vorverstärker darf nun auch als Hi-Z-Eingang für Gitarren und Bässe genutzt werden und könnte das Kaoss-Pad-Prinzip für ganz neue Zielgruppen interessant machen. Und schließlich können wir das Kaoss Pad V auch als MIDI-Controller einsetzen.
Das Korg Kaoss Pad V ist ein wahres Multitalent
Welche Ein- und Ausgänge bietet das Korg Kaoss Pad V?
Die RCA/Cinch-Buchsen deuten darauf hin, dass Korg das Kaoss Pad V nach wie vor im DJ-Segment verortet. Auch die beiden MIDI-Buchsen (In/Out) sind im gewohnten „großen“ DIN-Format verbaut, sodass erst gar keine Probleme wegen vergessener Adapter auftauchen können. Der USB-Anschluss liegt als USB-B vor, nicht mehr ganz zeitgemäß, aber OK.
Rückseitig finden wir beim Korg Kaoss Pad V von rechts nach links die Stereo-RCA/ Cinch-Ein-und-Ausgänge, einen Schalter für Send- oder Insert-Betrieb, einen USB-Anschluss, zwei MIDI-DIN-Anschlüsse, einen Netzteilanschluss, den Powerschalter und ein Erdungsschräubchen, damit auch nichts brummt
Wieviele Effekte hat das Korg Kaoss Pad V?
Das Kaoss Pad V ist ein echter Multieffekt. Es verfügt über 170 Preset-Effekte und 100 Speicherplätze für Eigenkreationen. Jedes Preset enthält bis zu fünf verschiedene Effektmodule (ob wohl das V im Namen als „römische Fünf“ auf eben diesen Umstand hinweisen soll?). Diese können auf dem Kaoss-Pad selbst editiert und vom LFO moduliert werden – auch wenn das etwas kryptisch ist.
Über dem Touchpad finden wir acht Favoriten-Taster, welche die Lieblingseffekte während der Live-Performance blitzschnell aufrufen. Unter dem Touchpad gibt‘s vier Sample-Pads. Jedes Sample wird per Default geloopt und kann bis zu 32 Beats/8 Takte oder 26 Sekunden lang sein.
Overdubbing ist machbar und die Samples können in den One-Shot-Modus geschaltet werden, auf die SD-Karte gespeichert und von dort auch wieder geladen werden.
Der SD-Karten-Slot des Korg Kaoss Pad V ist noch für große SD-Cards bis zu 32 GB ausgelegt.
Was macht der Editor?
Das Korg Kaoss Pad V kann auch als Echtzeit-Controller für ein externes MIDI-Gerät genutzt werden und an einen MIDI-Sequenzer angeschlossen werden, um die Touchpad-Aktionen als MIDI-Nachrichten aufzuzeichnen und später zu reproduzieren.
Damit die tiefere Programmierung nicht in allzu detaillierte Fleißarbeit ausartet, hat Korg ihm einen extra Editor zur Seite gestellt. Der KPV Editor ist eine Webanwendung, die unter Google Chrome auf Mac und Windows läuft, sobald das Kaoss Pad V per USB angeschlossen ist. Mit dem Editor sollen wir auf dem Computer gespeicherte Daten sichern und Parametereinstellungen bearbeiten. Außerdem soll er dazu dienen, Audiodateien im WAV- und AIFF-Format vom Computer in das Kaoss Pad V importieren. Das schauen wir uns am besten mal im Praxistest an.
Der KPV Editor läuft als Browseranwendung in Google Chrome
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Korg Kaoss Pad VBisher keine Kundenbewertung verfügbar
Tatschen, statt Schrauben: Natürlich nutzt auch das KPV das genial-intuitive X/Y-Touchpad. Zentral ist die neue Dual-Touch-Oberfläche, mit der sich zwei Parameter gleichzeitig per Fingerbewegung steuern lassen. Die Kaoss-Pad-Bedienphilosophie wird dadurch aber nicht radikal verändert, nur erweitert. Die übrigen Spielhilfen wie der Regler für die Effekttiefe und der Fader für diverse Mixverhältnisse funktionieren wie bereits vom KP-3+ gewohnt.
Auf dem Korg Kaoss Pad V kann man mit zwei Fingern verschiedene Effekte bearbeiten. Das nennt sich Dual Touch
Wie fühlt sich das KPV an?
Oldschool. Das Touch-Display ist bunter, aber das Design mit dem leicht erhöhten Bedienfeld ist gleich geblieben. Das KPV hat ein sattes Gewicht von 1.330 Gramm, saugt sich mit seinen vier Gummifüßen stabil auf meinem Studiotisch fest und wirkt wie ein guter alter Bekannter im neuen weißen Anzug.
Zwei Finger, zweimal X/Y-Kontrolle
Was macht der Fader des Korg Kaoss Pad V?
Der Fader hat diverse Funktionen. Im Normalfall regelt er die Lautstärke aller Samples. Diese lassen sich über das Touchpad mit einem rudimentären Mixer auch individuell regeln – in diesem Falle nimmt der Fader keinen Einfluss. Mit gedrückter Shift-Taste stellt man die Ausklingzeit eines Effekts ein. Das ist nicht nur bei Reverb- und Delay-Effekten vorteilhaft, sondern sorgt auch bei kurzzeitigem Tippen auf das Touchpad für eine smoothe Transition zurück zum trockenen Signal. Ebenfalls dient der Fader zum Einstellen der LFO-Geschwindigkeit (Shift + Hold).
Der Fader des Korg Kaoss Pad V steuert verschiedene Funktionen. Der Hold-Button fixiert das aktuelle Setting des XY-Pads
Wie funktioniert die Pad-Motion-Aufnahme mit dem Korg Kaoss Pad V?
Das Aufzeichnen von „Pad Motion“ ist ebenfalls ein Kaoss-Pad-Klassiker und macht auch beim KPV extrem viel Spaß. Besonders effektiv ist das bei Filtereffekten, die dann sehr viel organischer klingen als ein mechanischer LFO. Durch nicht taktgenaue Verläufe könen wir zudem interessante polyrhythmische Effekte erzielen, die dann ohne unser Zutun weiterlaufen, wodurch wir die Hände frei für andere Aktionen haben. Pad-Motion-Recording ist immer noch ein absolutes Kaoss-Pad-Highlight.
Die Fingerbewegungen auf dem Touchpad des Korg Kaoss Pad V lassen sich mit Pad-Motion-Recordings aufzeichnen und loopen
Wie wird ein Preset des Korg Kaoss Pad V editiert?
Wie bereits erwähnt, besteht ein Effektprogramm des Kaoss Pad V aus bis zu fünf Effekten. Und alle fünf Effektslots können ausgetauscht und editiert werden – wenn man die Geduld aufbringt. Denn das Editieren ist ein enorm kryptischer Vorgang. Der jeweils angewählte Effektblock wird im kleinen vierstelligen LCD-Display angezeigt. Ausgewählt wird der Effektblock mit dem Programm/BPM-Endlosregler.
Auf dem Touchpad läuft dazu ein Laufband mit riesigen Buchstaben durch, das den Namen des Effekts anzeigt. Mit einem weiteren Druck auf den Programm/BPM-Endlosregler gelangen wir dann ins Edit-Menü, in dem das Touchpad wie acht vertikale Faderbalken in Achterschritten wirkt. Oder anders, je nach Effekt. Ohne Anleitung steigt man da anfangs echt nicht durch und fragt sich, warum Korg dem Kaoss Pad V statt dieser nerdig-schrägen Anzeige kein OLED-Display mit Klartext spendiert hat.
Um das Effektgerät zu synchronisieren, gibt es drei Modi. Auto BPM funktioniert so leidlich zuverlässig, wie man das eben kennt. Im Spiel mit CDJs im Club finde ich immer die manuelle Lösung sicherer, indem ich am CDJ eine BPM-Zahl einstelle und diese dann am Kaoss Pad V im „Internal“ Mode auf die Zehntel-BPM-Zahl angleiche. Hat man Geräte dabei, die MIDI-Clock ausgeben, ist natürlich die Option „external“ am KPV die tighteste Lösung. Das KPV selbst sendet keine Transport-Informationen, macht also als MIDI-Clock-Geber keinen Sinn.
Wie klingen die Presets des Korg Kaoss Pad V?
170 Presets sind eine Menge Holz. Wir haben von allen Effekt-Kategorien jeweils einige der ersten angespielt. Als Basis dienten uns vorher aufgenommene Loops.
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Einige Filter-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige Color-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige Modulations-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige LFO-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige Delay-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige Reverb-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige Looper-Presets des Korg Kaoss Pad V Einige “Kaoss”-Presets des Korg Kaoss Pad V
Wie funktioniert das Korg Kaoss Pad V als Instrument?
Wie schon frühere Kaoss Pads bringt auch das KPV eine kleine „Kaossillator-Auswahl“ zum Spielen mit. Am besten gefällt mir dabei tatsächlich der Snare-Roll bei den Drums, mit dem man Build-Ups sehr schön auflösen kann.
Audio
Samples
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Alle Vocal-Presets des Korg Kaoss Pad V Alle Drum-Presets des Korg Kaoss Pad V Alle Synth-Presets des Korg Kaoss Pad V
Wie verhält sich das Effektgerät als Looper?
Das Korg Kaoss Pad V bietet vier Sample-Slots, die als One-Shots oder auch als Loops genutzt werden können. Es gibt drei Sample-Modes: sampling, resampling und overdubbing. Bis zu 32 Takte oder „free“ (für One-Shots) können eingestellt und taktgenau gesamplet werden. Der Sample-Loop läuft weiter. Die Quelle ist allerdings immer noch zu hören. Um Doubling-Effekte zu vermeiden, muss die Quelle stummgeschaltet oder leise gedreht werden.
Als Vier-Track-Looper kann das KPV Loops taktgenau samplen, resamplen, overdubben und später auch abspeichern. Anders als reguläre Looper wartet das KPV aber nicht auf den Downbeat, sondern beginnt die Aufnahme, wenn man das Sample-Pad drückt. Hier ist also Präzision gefragt.
Es gibt mit „Align“ eine Art „Sync“-Button, der die Loops rhythmisch in die Spur bringt, falls sie nicht synchron laufen. Allerdings erkennt das KPV nicht den Downbeat im Loop, sondern orientiert sich beim Alignment ausschließlich am jeweiligen Aufnahmestart des Loops. Eine echte einfache Sync-Lösung ist das also nicht.
Das Korg Kaoss Pad V zeigt Samples auf der Karte als kleine Blöcke auf dem Touchpad an. Man kann sie vorhören
Loop Manipulation auf dem Korg Kaoss Pad V
Das Korg Kaoss Pad V bietet einige coole Methoden, die aufgenommenen Loops maximal zu verwursten. Im Edit Modus (Shift + SamplePad) gelangen wir in drei Menüs, die auf dem Touchpad graphisch dargestellt werden. VOL ist ein vierkanaliger Lautstärkemixer.
Das ist kein Tetris, sondern das Mischpult desKorg Kaoss Pad V
SLCE teilt das Sample in acht Slices, die je nach Loop-Länge verschieden groß ausfallen: Achtel bei einem Takt, Viertel bei zwei Takten und so weiter.
Viel spannender ist, was auf dem Touchpad passiert: Hier können wir die Slices rearrangieren und sogar rückwärts schalten und on-the-fly wirklich interessante Breaks gestalten.
Im Slice-Menü können wir für acht Segmente des Sample-Loops neue Startpunkte setzen
StAr-trg-SKIP ist weniger für die Performance, sondern eher für die Grundeinstellungen des Loops gedacht. Hier können wir grob den Startpunkt justieren, das Triggerverhalten bestimmen und entscheiden, ob die acht Slices mit den Nummerntastern über dem Touchpad übersprungen (SKIP) oder gemuted (MUTE) werden. Bei SKIP entsteht schnell rhythmisches Chaos, ich würde in einer Live-Situation eher MUTE empfehlen.
Startpunkt und Triggerverhalten des Samples wird im driten Menü des Edit-Modes definiert
Spielen mit den Loops
Die Samples können natürlich ebenfalls mit den Touchpad-Effekten bearbeitet werden. Aber nur alle oder keins. Schön wäre es, wenn es im Sample-Edit-Menü noch eine Einstellung für das Effekt-Send-Level gäbe, damit manche Samples vom Touchpad bearbeitet werden können (z. B. Vocals) und andere nicht (z. B. Beats und Bass).
Die Loop-Funktion hat mir jedenfalls am meisten Freude bereitet. Genial geeignet für Transitions bei Liveacts, um mit dem finalen Loop des aktuellen Tracks noch maximal zu jammen, während man auf der Groovebox bereits das nächste Projekt lädt.
Im ersten Video befülle ich nach und nach die vier Samplebanks des KPV mit vier Loops aus dem Yamaha SEQTRTAK (Bassdrum, restliche Drums, Bass und Synth-Pad), das direkt an das Kaoss Pad angeschlossen ist. Der rückwärtige Schalter befindet sich daher im „Direct Mode“. Dazu muss man allerdings ohne MIDI-Clock auskommen, denn wenn wir die Groovebox stoppen, um den nächsten Track zu laden, wird natürlich auch das Kaoss Pad V gestoppt. Am besten passt man das Tempo manuell an.
VIDEO: Das Korg Kaoss Pad V mit einer Groovebox (Yamaha SEQTRAK)
Bei Vinyl können wir uns die exakten BPM bekanntlich nicht anzeigen lassen, hier müssen wir das Tempo eintappen oder auf die Auto-BPM-Funktion vertrauen. Die funktioniert OK mit geraden und kräftigen Beats. Ich zeige das im zweiten Video. Das Kaoss-Pad läuft hier im „Send-Mode“. Das Arbeiten mit den Slices kann für polyrhythmische Loops sehr erfrischend sein (hier: das Entfernen des ersten Steps des zweiten Loops). Das Editieren auf dem Touchpad erfordert in der Livesituation jedoch sehr viel Präzision und Fingerspitzengefühl.
VIDEO: Das Korg Kaoss Pad V als DJ-Effekt Musik: Irrupt Audio Open Source Loops
Wie nutzt man das Korg Kaoss Pad V mit Gitarre und Bass?
Das Umschalten von Mikrofon-Impedanz auf Hi-Z geschieht mit einem Switch auf der Unterseite des KPV. Sowohl meine elektrifizierte Akustikgitarre wie auch meinen alten Jazzbass konnte ich ohne Probleme zum Klingen und Loopen bringen.
Bass und Gitarre können ebenfalls an das Korg Kaoss Pad V angeschlossen werden. Auf der Unterseite des Korg Kaoss Pad V befindet sich der Wahlschalter für Mikrofon-oder Gitarrenimpedanz
Gitarre und Bass über das Kaoss Pad spielen: Klingt erst mal super – aber scheitert weitgehend an der menschlichen Anatomie. Wir haben nun mal nur zwei Arme und zwei Hände. Und die benötigen wir zum Gitarre- oder Bassspielen und können leider nicht gleichzeitig am Kaoss-Pad Dual-Touch-Gesten vollführen und den Sweet Spot eines Effekts erkunden. Spezielle neue Programme für Gitarren und Bässe gibt es leider nicht.
Auch als Looper eignet sich das Kaoss Pad für Gitarristen nur mittelprächtig. Es gibt keinen Fußschalter zum Start der Aufnahme und so benötigt man dafür stets eine dritte Hand oder eine Spielpause auf dem Downbeat. Aber schon Bootsy Collins sagte ja, dass der Funk „on the one“ ist.
Da das Kaoss Pad kein Metronom besitzt, benötigt man zudem mindestens einen Drumloop auf einem Sample-Pad. Und so wird dann doch ein Schuh draus: das Kaoss Pad als Übungsbegleiter mit Drumloop und achttaktiger Aufnahmefunktion. Aber dafür allein kauft man das nicht.
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Ein Drumloop und drei Gitarrenloops auf dem Korg Kaoss Pad VEin Drumloop und drei Bassloops auf dem Korg Kaoss Pad V
Was macht der KPV Editor?
Der KPV Editor ist ein browserbasierter Editor, der ausschließlich auf Google Chrome läuft. Er bildet die Oberfäche der Hardware ab und lädt zum Editieren und Programmieren ein. Allerdings auch zum Haareraufen: Das Anfordern der Samples zum Editieren wollte nicht gelingen, stets kam nach kürzerer oder längerer Ladezeit die Nachricht: „Failed to receive message from KPV.“ Der Editor hat während des Tests nie richtig fehlerfrei funktioniert, ständig kamen Transferabbrüche oder Fehlermeldungen. Also laden wir Samples auf die SD-Card und von der SD-Card in das KPV, the old school way. Praktischerweise werden die Samples im Ladevorgang als kleine bunte Quadrate auf dem Touchscreen dargestellt und können dort vorgehört werden.
Das Korg Kaoss Pad V taucht an meinem MacBook als Audio- und MIDI-Interface auf und kann sowohl als Eingabe- als auch als Ausgabegerät genutzt werden. Für manchen ist das eventuell ein angenehmer Mehrwert.
Der KPV Editor läuft auf Google Chrome … … und bereitete im Test mehr Probleme als Freude
Zielgruppe Korg Kaoss Pad V – für wen ist das?
Das Korg Kaoss Pad V klingt cool und ausdrucksstark und macht genau das, was man von den bisherigen Kaoss-Pad-Generationen kennt. Es eignet sich für Live-Performer, DJs und natürlich auch für intuitives Sounddesign im Studio. Weil man das Kaoss Pad V nicht mit Füßen treten kann (oder zumindest nicht sollte), gibt es für Gitarren und Bässe besser geeignete, traditionellere Effektgeräten, die eine Fußsteuerung zulassen. Aber trotzdem sind der Hi-Z-Eingang und ebenso die USB-Schnittstelle ein toller Mehrwert.
Für mich persönlich wäre das Kaoss Pad V ein perfekter Transition-Effekt, wenn ich lediglich mit einer Groovebox live auftrete. Aber auch an einem Mischpult mit Send-Funktion angeschlossen, macht es sehr viel Spaß. Wer dieses spontane Konzept schätzt, bekommt hier das lang erwartete Update. Wer hingegen ein vielseitiges Produktionsgerät sucht, wird bei Alternativen eher fündig.
4 Sample-Bänke für Loops von jeweils bis zu 8 Takten Länge (tempoabhängig)
4 Sample-Bänke für Loops von jeweils bis zu 8 Takten Länge (tempoabhängig)
nein
128 Sample-Slots pro Projekt für One-Shots, Loops oder komplette Songs
Effektautomation
ja
ja
Nein
ja
Timestretching
nein
nein
nein
ja
Slot für SD-Karte
ja, 32 GB max
ja
ja, 32 GB max
USB-Anschluß
ja
ja
USB-C (Datentransfer + Stromversorgung)
(2 In / 2 Out, 48 kHz, 16-Bit)
Ein-und-Ausgänge
Line in/out cinch, Mikrofoneingang (umschaltbar auf Gitarre oder Bass, Kopfhörerausgang, 6,3 mm Klinke, MIDI in+out, USB
Line in/out cinch, Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang, 6,3 mm Klinke, MIDI in+out, USB
1 x in, 1 x out: 3,5 mm Miniklinke
Line / Phono Eingang Cinch, Mikrofoneingang, AUX Eingang: 3.5 mm Miniklinke Stereo, Line Ausgang: Cinch, Kopfhörerausgang: 6,3 mm Klinke, MIDI in+out, USB-MIDI
Abmessungen
210 x 226 x 49 mm
210 x 226 x 49 mm
104 x 101 x 39 mm
185 x 284 x 56 mm
Gewicht
1,330 kg
1,3 kg
119 g
2 kg
Besonderheiten
„Dual Touch“-Steuerung – mehrere Effektparameter gleichzeitig mit zwei Fingern steuerbar
XY-Pad-Steuerung
Bausatz, offene Architektur zum Programmieren eigener Effekte oder von Drittanbietern
Wiedergabe von bis zu 16 Samples oder Loops gleichzeitig, 12 Hot-Cue-Punkte pro Sample Pad
Mit dem Kaoss Pad V führt Korg seine ikonische Serie endlich weiter. Als Weiterentwicklung des Kaoss Pad KP3+ bringt es einige entscheidende Verbesserungen wie Dual-Touch statt Single-Touch, 100 User-Speicher, eine dank USB-Audio bessere Integration in moderne Workflows und öffnet sich mit dem Gitarreneingang einer komplett neuen Zielgruppe. Die Dual-Touchpad-Bedienung ist mega-intuitiv, und obwohl man nicht immer weiß, was welcher Finger gerade tut, klingt es irgendwie fast immer gut. Gleichzeitig bleibt das Kaoss Pad V konzeptionell konservativ, was sich auch an den veralteten Schnittstellen äußert. Kaoss-Pad-Fans werden sich jedoch über die vielen Neuerungen freuen, und es ist und bleibt ein geniales Live-Performance-Tool.
Korg Kaoss Pad V – technische Spezifikationen
Live-Performance-Desktop-Effektgerät mit X/Y-Touchpad-Bedienung
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