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Ibanez Artwood AW65ECE-LG Test

Praxis

Klang und Spielpraxis

a) Handling
Mit zwei Gurthalterungen kann man mit der AW 65 ECE (Gewicht: 2100 Gramm) natürlich auch stehend vor seine Fans treten. Der dünne Hals mit einem Umfang von nur 11,3 cm am Sattel wendet sich auch an Spieler mit kleineren Händen. Fortgeschrittenen Gitarristen wird der gelegentliche Einsatz des Daumens leicht gemacht. Im Sattelbereich kann man mit Leichtigkeit zugreifen, wobei die Saitenlage im 7. Bund vor allem dem Solisten dann doch Probleme bereiten kann. Eine Gitarre für Solo-Flitzer ist die AW65ECE ohnehin nicht. Mit einem kräftigen 12er Satz spricht sie eher den Strummer oder Picker an. Die dicken Saiten regen den Gitarrenkorpus außerdem besser an und klingen einfach fetter und lauter.

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b) Klang
Man spürt, noch bevor der erste Ton gespielt wurde, dass man ein gutes Instrument in den Händen hält. Die Zederndecke entlässt einen schönen vollen, aber eher dunklen Ton mit tiefen Mitten ins Freie, der gut zu einer Dreadnought passt. Im Diskantbereich wünscht man sich allerdings etwas mehr Glanz und Strahlkraft. Die Decke kommt aber auch mit größeren Dynamikunterschieden relativ gut klar, sodass die Klangcharakteristika auf unterschiedlichen Dynamikstufen nicht verloren gehen. Einzelne Töne auf den Diskantsaiten klingen voll und rund und sind mit viel Sustain sehr präsent. Die schnelle Ansprache mit einer nur kurzen Einschwingzeit ist geradezu ideal für den Fingerstyle. Zusammenklänge werden transparent aufgelöst und auf dem kompletten Griffbrett gibt es keine Dead Notes. Im Studio sollte die AW65ECE mit einem guten Mikrofon abgenommen werden.
Der Preamp, ein Ibanez AEQ210RF, produziert ein glasklares elektroakustisches Signal. Ein Vergleich mit dem Natursound ist aber nicht zielführend. Mit dem 2-Band EQ sollten im Live-Modus hauptsächlich Korrekturen wie die Umstellung von Solo auf Rhythmus vorgenommen werden. Für die Basiseinstellungen sollte man die Klangreglung am Akustikverstärker priorisieren.
Auch unter Studiobedingungen hat sich das System bewährt. Das übliche Piezo-Knarzen im Obertonspektrum kann reduziert werden, wenn man den Treble-Regler weiter zurückfährt. Zum Glück lässt sich das elektroakustische Signal vorzüglich mit dem Naturklang paaren.

c) Hörbeispiele

Audio Samples
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1. Picking (Mikrofon) 2. Strumming (Mikrofon) 3. Picking (Pickup) 4. Strumming (Pickup) 5. Bass-Line (Mikrofon) 6. Single Line (Mikrofon)
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